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Dilemma

Der Unterleib kann so berührungsempfindlich sein, dass viele Therapien zu schmerzhaft sind.

Eine der großen Schwierigkeiten bei der Therapie von Unterleibsschmerzen ist, dass die naheliegenden Therapieverfahren weitgehend wirkungslos sind, ja, die Beschwerden sogar noch verschlimmern können.

Wenn z.B.  heftige Beschwerden bei Vulvodynie oder Vestibulitis bestehen, dann führen viele lokale Therapien zu einer Verschlechterung der Beschwerden. Durch die Behandlung  oder diagnostische Eingriffe wird die Reizschwelle nur weiter gesenkt und so die Schmerzen weiter verstärkt.

Diese Tatsache versetzt viele Betroffene in große Ratlosigkeit, da sie sich fragen, was sie denn überhaupt noch tun können. Oft ist die Dammregion so schmerzhaft, dass jede Berührung - geschweige denn Behandlung - Schmerzen verursacht. 


Direkt oder indirekt?

Auch hier kann man manches nicht direkt angehen. Umwege führen da schneller zum Ziel.

Wie oben dargestellt, treten die meisten Arten von Unterleibsschmerzen nicht völlig isoliert auf. Sie sind oft begleitet von anderen Schmerzen oder Erkrankungen, die sie mitbedingen bzw. verstärken. Für die Betreffenden ist es schlimm, so viele Beschwerden zu haben. Für die Therapie kann diese Tatsache jedoch äußerst produktiv genutzt werden.

Leidet man unter mehreren Arten von Schmerzen, (z.B. Rückenschmerzen und Schmerzen im Unterleib), wird man feststellen, dass diese Schmerzen oft gemeinsam zu- oder abnehmen.

Es kann sein, dass eine Region (wie Damm/Vulva/Anus) so extrem sensibilisiert ist, dass jede Therapie hier unmöglich ist. In solchen Fällen wird man versuchen, zuerst andere Schmerzen vorrangig zu behandeln, also z.B. Rückenschmerzen oder Darmbeschwerden.

Gelingt es, diese anderen Beschwerden zu lindern, stellt man oft überrascht fest, dass auch die „eigentlichen“ Schmerzen besser geworden sind. Kurz: Die Schmerzschwellen in unterschiedlichen Bereichen sind miteinander verknüpft. So führen scheinbare Umwege schneller zum Ziel. 


Multimodale Therapie

Häufige Therapieelemente

Im klinischen Alltag liegen meist mehr als zwei Symptomatiken vor. Oft sind es zahlreiche Beschwerden, unter denen die Betroffenen leiden. Die ärztliche Kunst besteht darin, wesentliche Beschwerden in der richtigen Reihenfolge zu behandeln. Verordnet ein Arzt zu viele oder die falschen Verfahren, nehmen die Symptome zu, setzt er zu wenige oder die falschen an, werden sie nicht besser. 

Wie eine Behandlung im Detail gestaltet wird, hängt vom Einzelfall ab. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Schlafqualität, der Zustand des Magen-Darm-Traktes, das Freisein von Muskel- oder Gelenkschmerzen  und die Reduktion von Angst in den meisten Fällen wesentliche Therapieelemente darstellen. 

Viele Betroffene klagen über vermehrte Kälte- und/oder Wärmeempfindlichkeit. Dies hat meistens nichts mit dem Körpergewicht zu tun, sondern mit der gesenkten Reizschwelle für Wärme- und Kältereize. Gelingt es, die Reizschwelle anzuheben (durch Wärme- und Kältetherapie im Wechsel), hat dies auch eine Auswirkung auf die Schmerzschwelle, die allgemeine Überempfindlichkeit lässt nach. Eine Tatsache, die man früher gerne als „Abhärtung“ oder „roborierende“ Maßnahmen bezeichnet hat. 


Praktisches Vorgehen

Physiotherapiekabine

Haben sich die Beschwerden über längere Zeit chronifiziert, sind häufig Intensivbehandlungen notwendig, um den Teufelskreis der Schmerzen wirkungsvoll zu durchbrechen. Aus unserer Erfahrung sind 2-3-wöchige Behandlungen sinnvoll, um deutliche Therapiefortschritte zu erzielen.

Je nach Möglichkeiten erweitern wir dann die Therapieabstände bzw. stellen ganz auf Selbsthilfe oder Therapie am Wohnort um.

Details zur Intensivtherapie. Anschrift