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Teufelskreis Angst

Doch wieso ist der Schwindel so hartnäckig? Warum verliert er sich nicht so leicht, wenn man an etwas anderes denkt?

 

Der Grund liegt in der damit verbundenen Angst. Schwindel löst Angst aus und ausgerechnet diese Angst lenkt die Aufmerksamkeit noch intensiver auf das Gleichgewicht. Die Folge ist eine weitere Absenkung der Reizschwelle und somit noch mehr Schwindel!

 

Kommt es nun noch zur Hyperventilation, nimmt die Symptomatik ihren Lauf und endet nicht selten in einer Panikattacke.


Teufelskreis Anspannung

Die Betroffenen können leicht in eine innere Daueranspannung geraten, während sie auf die nächste Attacke warten. Dabei atmen sie oft dauerhaft ein wenig zu schnell, was zu einer generalisierten Übererregbarkeit führt. In aller Regel treten dann nicht nur vermehrt Schwindel, sondern auch andere Symptome von gesteigerter Erregbarkeit auf.

Orte, an denen die Schwindelsymptomatik  auftrat, werden gerne gemieden. In schweren Fällen sind mache Patienten ganz auf die eigenen vier Wände eingeengt oder verlassen das Haus kaum ohne Begleitung.

Dann ist zum Schwindel noch eine Angststörung hinzugekommen, die entweder auf einzelne Auslöser begrenzt sein kann (Hunde, Aufzüge, Einkaufen) oder sich diffus auf fast das ganze Leben bezieht, was als generalisierte Angststörung bezeichnet wird. 


Teuflisches Bewußtsein

Das Gleichgewichtsgefühl weist einen Unterschied zu allen anderen Sinnesqualitäten auf. Wir riechen eine Blume, sehen ein Bild, lauschen der Musik oder erfreuen uns am Geschmack eines Essens. Aber haben wir auch ein Gefühl für das Gleichgewicht? Eigentlich nicht! „Irgendwie“ wissen wir, wo oben und unten ist, ohne dafür eine eigene Empfindungsqualität angeben zu können.

Konzentriert man sich auf eine Empfindung, wird das Sehen schärfer, die Musik klarer erkannt oder der Geruch eines Weines bewusster. Eine bewusste Fixierung auf das Gleichgewicht führt jedoch leider nicht zu solch einer verbesserten Funktion. Im Gegenteil - Schwindel ist die Folge.

Dies hat für den somatoformen Schwindel erhebliche Konsequenzen. Die Einschränkung führt fast zwangsläufig dazu, vermehrt auf das Gleichgewicht zu achten, was leider seine Funktion weiter beeinträchtigt. Die Lage ähnelt der Aufgabe, für eine Minute nicht an gelbe Elefanten denken zu dürfen...


Teufelskreis Schonung

Wer mehrere Tage liegen muss, dem wird beim Aufstehen schwindlig.

Wie jeder Schwindel löst das Angst aus und man versucht das Gefühl so gut es geht zu vermeiden. Das ist verständlich – aber leider falsch!

Das Gleichgewichtsorgan funktioniert am besten dann, wenn es ständig genutzt wird. Jede Schonung hat fatale Folgen.

 Dies erleben kerngesunde Menschen, die gezwungen waren, einige Tage Bettruhe einzuhalten. Wer danach zum ersten Mal aufsteht, dem wird unweigerlich schwindlig.

Noch ausgeprägter erleben dies Astronauten, die mehrere Wochen oder Monate in Schwerelosigkeit verbrachten. Sie müssen anfänglich gestützt werden, um nicht hilflos umherzutorkeln.

 Wer unter Schwindel leidet, der versucht jedoch instinktiv, jede Kopfbewegung zu vermeiden, die das unangenehme Gefühl hervorrufen könnte. Doch genau das begünstigt die Chronifizierung.

In anderen Worten: je stärker man sich schont, desto schlimmer wird der Schwindel!