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Schwindel ohne Befund - Alles Schwindel?

Schwindel zählt zu einer der häufigsten Beschwerden, die Patienten mit funktionellen Erkrankungen zusätzlich plagt.

Die meisten Menschen vermuten hinter diesen unangenehmen Beschwerden eine Beeinträchtigung des Gleichgewichtsorganes. Doch in vielen Fällen ist der Gang zum Ohrenarzt mit einer Enttäuschung verbunden: „Mit den Ohren ist alles bestens! Sie haben nichts!“

Für die Betroffenen ist dies oft schockierend. Denkt der Arzt vielleicht, ihr Schwindel sei geschwindelt?!

In diesem Teil geht es vor allem um eine spezielle Art des Schwindels: den sog. "phobischen Schwankschwindel", der in letzter Zeit meist als "somatoformer" Schwindel bezeichnet wird. 

Nicht selten führt eine Schwindelattacke auch zu Atemnot und Herzrasen, einer Hyperventilation. 


Einführung

Einen ersten Überblick erhalten Sie in dem Trailer zu unserem 40-Minuten-Film zum Schwindel ohne Befund. 

Dieser Film ist im download oder als DVD (auf Anfrage) erhältlich. 


Schwindel ohne Befund: der somatoforme Schwindel

Dieser Schwindel ist die zweithäufigste, in manchen Statistiken sogar die häufigste Einschränkung des Gleichgewichtes. Obwohl sehr verbreitet, wird diese Schwindelform oft erst nach sehr langen Umwegen richtig diagnostiziert. Nicht selten dauert es Jahre, bis die korrekte Diagnose gestellt ist und meist ebenso lange, bis eine gezielte Therapie begonnen wurde. Bei Fibromyalgiepatienten findet sich diese Symptomatik häufig.

Die Schwindelsymptome sind vielfältig:  Schwankschwindel, Benommenheit, Gangunsicherheit, Drehschwindel, Liftschwindel oder das Gefühl, gezogen zu werden. Im Gegensatz zum organisch bedingten Schwindel stürzen die Betroffenen jedoch nicht. Sie können auf einem Bein stehen oder Fahrrad fahren. Das Balancieren über einen Baumstamm gelingt ihnen ohne Mühe. 

Vor allem diese Schwindelform soll hier näher erläutert werden.


Wenig verstanden

Das Gleichgewichtsorgan ist eines der rätselhaftesten und häufig missverstandenen Sinnesorgane des Menschen. Entwicklungsgeschichtlich ist es eines der ältesten Sinne und weit vor dem Gehörsinn entstanden.

 

Dies mag weniger überraschen, wenn man bedenkt, dass die Orientierung im Raum Grundvoraussetzung für alles Handeln darstellt.


Mehrere Quellen

Augen, Gleichgewichtsorgan und Körperwahrnehmung spielen beim Gleichgewicht zusammen.

Unsere Raumorientierung erhalten wir aus mehreren Quellen:

 

• Gleichgewichtsorgan

• Augen

• Propriozeption, d.h. der Selbstwahrnehmung aus Haut, Muskeln und Gelenken.

 

Diese Mehrfachüberwachung des Gleichgewichts macht deutlich, wie wichtig es für Körper und Geist ist, zu wissen, wo oben und unten ist. Dementsprechend können auch Störungen an ganz unterschiedlichen Organen Schwindel verursachen.

 


Funktion im Verborgenen

Eine der Besonderheiten des Gleichgewichtsorgans ist es, dass es der einzige Sinn ist, der ganz im Verborgenen arbeitet.

 

Oder, anders gesprochen, er funktioniert nur dann, wenn wir ihn nicht (!) wahrnehmen. Wenn das Gleichgewichtsorgan sich meldet, dann ist das nicht zu übersehen: uns wird schwindlig.

 


Widerspruch der Sinne

Eine andere Ursache für Schwindel ist eine fehlende Harmonie der beteiligten Sinnesorgane („Missmatching“). Befinden wir uns auf einem schwankenden Schiff in einer geschlossenen Kabine, dann sagen uns die Augen, es sei alles ruhig. Doch unsere Körper vermittelt etwas völlig anderes! Die Folge: Schwindel und Seekrankheit! Gehen wir auf Deck, dann bringen wir die unterschiedlichen Sinneseindrücke wieder ins Lot. Der Schwindel wird besser.

 

Auf hoher See wird häufig noch etwas deutlich. Auch die emotionale Lage spielt für den Schwindel eine große Rolle. Fühlt sich jemand in dieser Lage bedroht, wird sich die Seekrankheit viel leichter einstellen als bei einem alten Seebär, den ein bisschen Schaukeln nicht weiter beeindruckt.