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Therapie

Verzicht auf Alkohol ist hochwirksam

Die Behandlung unterscheidet sich je nach Schweregrad. Bei bis zu 10-15 Atemstillständen pro Stunde (das ist immer noch eine Menge!) reichen im Allgemeinen die gleichen Maßnahmen, die auch gegen das Schnarchen eingesetzt werden.

 

Also vor allem auf Alkohol zu verzichten, Gewicht zu reduzieren und ggf. eine Mundschiene zu tragen.


Medikamente

Ebenso kann bei einer leichteren Störung versuchsweise ein Medikament eingenommen werden, das die Atemwege erweitert (z.B. Theophyllin). Diese Substanz wird üblicherweise zur Behandlung des Asthmas eingesetzt und hat leider den Nachteil, dass es in höherer Dosierung zu innerer Unruhe und Herzklopfen führt.


Überdruckbeamtung

Die wirksamste Therapie (der „Goldstandard“) ist jedoch die Überdruckbeatmung über die Nase. Dabei wird eine dicht sitzende Maske über der Nase gestülpt und mit Bändern am Kopf befestigt. Neben dem Bett befindet sich ein kleines Gerät, das so ähnlich funktioniert wie ein Staubsauger, der jedoch statt zu saugen, kontinuierlich Luft in den Atemschlauch bläst.

 

Der leichte Überdruck hält nun die Atemwege offen. Das System funktioniert also wie eine „Luftdruckschiene“. Während zuvor jedes Einatmen zu einem Zusammenfall der Atemwege, besonders am Zungengrund, führte, wird dies nun durch die Druckluft überaus effektiv verhindert.

 

Die Vorstellung, mit einem Beatmungsgerät zu schlafen, ist natürlich auf den ersten Blick überhaus befremdlich. Man mag an eine Intensivstation und Bewusstlose denken, die hilflos zahllosen Maschinen ausgeliefert sind. Das ist verständlich, aber die Realität ist anders.

 

Erstaunlicherweise gewöhnen sich Betroffene überaus schnell an die Atemhilfe. Anders als befürchtet, bestimmt das Gerät nicht über den Atemrhythmus. Man atmet selbstständig wie gewohnt. Lediglich das Ausatmen fällt anfangs etwas schwerer.

Schon nach der ersten Nacht sind viele Betroffene begeistert. Statt die ganze Nacht zu Schnarchen und hunderte von Atemstillstände zu durchleiden, erleben sie zum ersten Mal eine ruhige Nacht mit erholsamem Tiefschlaf.

 

Auch der Partner findet das leichte Rauschen des Gerätes meist erheblich angenehmer als die unmelodiösen Schnarchgeräusche.

 

Während die ersten Geräte etwa die Größe eines Kühlschrankes hatten, sind diese heute klein und leise. Sie können mühelos auf Reisen mitgenommen werden.

Die meisten Geräte haben einen kontinuierlichen Überdruck. Sie werden als CPAP-Geräte (continous positive airway pressure = kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck) bezeichnet. Die Höhe des notwendigen Druckes muss im Schlaflabor genau bestimmt werden. Je stärker die Verengung der Atemwege ist, desto mehr Kraft ist nötig. Auf der anderen Seite ist das Gerät umso angenehmer zu benützten, je niedriger der Druck gewählt werden kann. Hier gilt es einen optimalen Wert für jeden Betroffenen zu finden.

 

Manche Geräte können den Druck im Laufe der Nacht verändern. Nehmen die Atemaussetzer zu, erhöht sich der Luftdruck. Ist dagegen die Atmung stabiler, lässt dieser nach. Die Kosten für diese Behandlung übernimmt übrigens die Krankenkasse.

Anfänglich sind engmaschige Kontrollen (alle 2-4 Monate) notwendig, später genügt es in etwa jährlichen Abständen zu überprüfen, ob Gerät und Einstellungen noch optimal sind. Etwa 80% kommen mit diesem Verfahren gut zurecht.

 

Daneben gibt es Systeme, die das Ein- und Ausatmen mit unterschiedlichem Druck erlauben. Die zweiphasischen Geräte („BIPAP“) sind angenehmer zu benützen, da das Ausatmen gegen einen niedrigeren Druck leichter fällt. Allerdings sind sie auch teurer. Sie sind insbesondere dann notwendig, wenn wegen besonders instabiler Atemwege ein sehr hoher Beatmungsdruck notwendig ist.

 

Die Beatmungsgeräte haben sich bei der Therapie der Schlafapnoe als überaus segensreich herausgestellt. Sie ermöglichen den Betroffenen wieder eine aktive Teilnahme am normalen Leben, helfen den Blutdruck zu senken und schenken Vitalität und Lebensqualität.