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Wieviel Schlaf ist normal?

Das Schlafbedürfnis ist höchst unterschiedlich

Ein gesunder Erwachsener schläft im Durchschnitt 7 Stunden und 15 Minuten. Zum Einschlafen braucht er 15 Minuten, kurz vor halb sieben klingelt der Wecker. Am Wochenende und im Urlaub darf es auch eine Stunde mehr sein.

 

Doch wenn jemand von diesem statistischen Mittel abweicht, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Kaum ein biologischer Rhythmus weist so große zeitliche Unterschiede auf wie der Schlaf.


Lang- und Kurzschläfer

Bekennender Langschläfer: Goethe (Quelle: Wikipedia)

Manche Menschen benötigen ständig 10 bis 12 Stunden Schlummer, während wenige mit 4 Stunden (!) auskommen. Offensichtlich ist das grundlegende Schlafbedürfnis genetisch festgelegt. Lang- und Kurzschläfer können an diesem Bedürfnis wenig ändern.

 

Beide Gruppen sind gleich leistungsfähig, wie berühmte Beispiele zeigen. Napoleon und Winston Churchill sollen beide nur 5 Stunden geschlafen haben, wobei sie jedoch im Laufe des Tages Kurzschläfchen einlegten. Der Dichterfürst Goethe und Albert Einstein benötigten dagegen regelmäßig 10 Stunden.

 

Vielleicht hatte Goethes ausgeprägtes Schlafbedürfnis auch etwas mit seinem nicht unerheblichen Weinkonsum zu tun. Der Geheimrat soll bis zu vier Flaschen am Tag getrunken haben.


Veränderungen der Schlafdauer

Beneidenswerter Lang- und Tiefschläfer!

Der Schlaf verändert sich im Laufe des Lebens sowohl in der Quantität als auch in der Qualität. Neugeborene sind zum Leidwesen der Eltern noch nicht mit dem Tagesrhythmus synchronisiert. Sie schlafen 3-4 Stunden lang um dann für etwa eine Stunde wach zu sein. Im Laufe des ersten Lebensjahrs lernt das Baby sich dann auf die Nacht einzustellen, und die erste durchgeschlafene Nacht ist vor allem für die Mutter ein denkwürdiges Ereignis.

 

Allerdings benötigt der kleine Erdenbürger noch zwei weitere Schlafzeiten am Vormittag und Nachmittag. Diese fallen dann erst im Verlauf des Jugendalters weg.

Mit dem Eintritt ins Rentenalter stellen sich zwei Veränderungen ein. Alle Menschen werden ein wenig zu Lerchen, d.h. frühes Aufstehen und ebenso früheres Zubettgehen ist normal. Außerdem meldet sich jetzt wieder das Bedürfnis nach einem Mittagsschläfchen, der eine oder auch eineinhalb Stunden dauern kann.

 

Wer die Freuden der Siesta jetzt wieder entdeckt, darf sich nicht wundern, wenn er keine volle acht Stunden Nachtruhe findet. Spätestens nach 6,5 Stunden ist jetzt Schluss. Mehr braucht der Körper nicht. Wer also nach einem längeren Mittagsschlaf frühzeitig abends zu Bett geht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn gegen 4 oder 5 Uhr die Nacht zu Ende ist. Das ist keine Schlafstörung, sondern schlechtes Zeit-Management! Im höchsten Alter kann es sein, das man auch am Vormittag ein Nickerchen machen möchte. Auch dies ist normal und altersgerecht.

 


Veränderungen der Schlafqualität

Ein leichter Schlaf in höherem Alter ist keine Krankheit!

Die Zusammensetzung des Schlafs ändert sich im Laufe des Lebens. Bei Neugeborenen und Babys dominieren REM-Phasen (bis 50%) in denen sich das Gehirn entwickelt und wichtige Lernprozesse ablaufen. Auch die Tiefschlafphasen III und IV sind mit über 20% ausgeprägt.

 

Je älter der Mensch wird, desto mehr nehmen diese Teile des Schlafs ab, und die oberflächlichen Phasen I und II nehmen zu. Bei Hochbetagten liegen sowohl der REM- als auch der Tiefschlaf nur noch bei ca. 5% einer Nacht. Der große Anteil der Schlafphasen I und II hat Folgen. Der Schlaf ist störanfälliger, man wacht häufiger auf und eine durchgeschlafene Nacht hat Seltenheitswert.