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Streng genommen ist die Bezeichnung „Reizmagen“ oder „Reizdarm“ überholt. Heute fasst man die Fülle der Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes ohne körperlichen Befund zu den „funktionellen gastrointestinalen Beschwerden“ zusammen (gastrointestinal = Magen-Darm).
Was darunter genau zu verstehen ist, wurde bei einer Konferenz in Rom 1992 von den anwesenden Experten festgelegt und in der Folgezeit als die „Rom-Kriterien“ bezeichnet. 1999 und 2006 wurden diese überarbeitet und sind nun weltweit als Rom-II bzw. Rom-III-Kriterien anerkannt.
Es gibt ein Spektrum von sechs Hauptbeschwerden:
In jeder dieser Kategorien gibt es wieder Untergliederungen.
In der Gruppe der Magen/Zwölffingerdarmbeschwerden finden sich folgende:
Jeder dieser Beschwerden ist geanu definiert. Ausgangspunkt ist die Häufigkeit. Die Symptome sollten in der Hälfte der Zeit vorhanden sein. Gemeint sind damit drei Monate im letzten halben Jahr. Dann folgt eine Liste von Symptomen.
Man spricht beispielsweise von einer „Dyspepsie“, wenn folgende Bedingungen vorliegen:
Mindestens eines der folgenden Symptome tritt während des letzten halben Jahres über mindestens drei Monate auf:
Auch wenn sich so dutzende verschiedener Krankheiten definieren lassen, überschneiden sie sich diese und vor allem lassen sich die vielfältigen Krankheitsbilder auf wenige Ursachen reduzieren.
Auch wenn also die Bezeichnung nicht ganz korrekt ist, soll hier weiterhin von einem Reizmagen gesprochen werden, da diese Bezeichnung auch in medizinischen Kreisen weit verbreitet ist. Gemeint ist jedoch die „funktionelle Dyspepsie“.