Header


Suche

 

Magen

Oben die normale und die gereizte Magenschleimhaut. Die Folge, der Magen füllt sich mit schützendem Schleim (unteres Röntgenbild)

Der gesunde Magen produziert Salzsäure und eiweißspaltende Enzyme in großen Mengen. Wir benötigen diese, um die Nahrung, vor allem Fleisch, richtig aufzuschließen. Um zu verhindern, dass diese aggressive Mischung die eigenen Magenwände attackiert, produzieren die Magenwände eine schützende Schleimschicht, die sich zwischen die Magenwände und den Magensaft schiebt.

Ist die Magenwand gereizt, benötigt der Magen mehr vom schützenden Schleim. Andernfalls würde die Oberfläche des Magens angegriffen und eine Schürfung (medizinisch: Erosion) oder ein Geschwür (medizinisch Ulcus) entstehen.

Die überreichliche Schleimbildung hat auch Nachteile. Zwar verhindert sie eine Verletzung des Magens, aber die Nahrung wird so schlechter verdaut. Sie bleibt länger im Magen liegen und kann in Gärung übergehen. Gase entstehen und verursachen dort Magendrücken oder saueres Aufstoßen.

Legt man sich nach dem Essen ins Bett oder bückt man sich mit vollem Magen, drücken die Gase den saueren Mageninhalt in die Speiseröhre zurück. Sodbrennen ist die Folge, da die Speiseröhre unter normalen Bedingungen nie mit dem salzsäurehaltigen Speisebrei in Berührung kommt.


Dünndarm

Die schlechte Verdauung im Magen hat noch mehr Folgen. Die Nahrung wird angesichts der stark verdünnten Magensäure nur unzureichend für die weiteren Verdauungsschritte vorbereitet. Der Nahrungsbrei kommt zu grob in den anschließenden Zwölffingerdarm und Dünndarm.

Der von groben Partikeln durchsetzte Speisebrei kann hier nicht richtig weiterverarbeitet werden. Er geht zu schnell durch den Dünndarm hindurch. Diese beschleunigte Darmpassage lässt sich beispielsweise bei einer Röntgenuntersuchung gut darstellen.

Es geht allerdings auch ohne Röntgen: Bereits kurze Zeit nach dem Essen kann man hören, wie die Nahrung mit vielen Geräuschen durch den Darm hindurch rumpelt. Hier im Dünndarm wird die Nahrung normalerweise zu etwa 97% aufgenommen. Passiert die Nahrung den etwa vier Meter langen Dünndarm zu schnell, hat das Folgen. Unverdaute Nahrung erreicht nun in größerem Umfang den Dickdarm. Dieser letzte, etwa 1-1,5 Meter lange Darmabschnitt, hat als Hauptaufgabe das Wasser zu entziehen, den Stuhl also einzudicken. Gleichzeitig ist er von sehr vielen Bakterien besiedelt. Etwa eine Milliarde Darmkeime sind hier in jedem Gramm Stuhl enthalten.

Werden die Darmkeime mit mehr Nahrung in Folge der beschleunigten Darmpassage versorgt, vermehren sie sich rasch. Darmbakterien sind in der Lage sich innerhalb von 20 Minuten zu verdoppeln. In anderen Worten innerhalb von wenigen Stunden kann sich ein einzelner Keim millionenfach vermehren.

Als Betroffener kann man das massive Bakterienwachstum am eigenen Leib feststellen. Besonders gegen Abend, wenn die Bakterien über den Tag Nahrung erhalten haben, dann wird der Bauch stark aufgewölbt. Besonders unterhalb des Nabels drückt und kneift es erheblich. Viele Menschen legen daher am Abend alles Beengende gerne ab und öffnen Knöpfe und Reisverschlüsse.

Patientinnen charakterisieren es oft recht treffend: „Ich fühle mich am Abend wie im sechsten Monat schwanger“!


Dickdarm

Gase können sowohl im Dünndarm als auch im Dickdarm entstehen. Während der Dünndarm das Gas selbst zügig aufnehmen kann, ist der Dickdarm dazu nicht in der Lage.

Man kann den Unterschied leicht an sich selbst feststellen. Ist der Dünndarm stark von Gasen aufgeblasen, werden diese nach einer Nahrungspause wieder ins Blut aufgenommen. Der Bauch wird über Nacht wieder schlank. Die ins Blut aufgenommene Luft wird über die Lunge abgeatmet, was man am einem schlechtem Geschmack im Mund oder Mundgeruch selbst feststellen kann.

Gase im Dickdarm können diesen nicht via Darmwand verlassen. Sie müssen auf natürlichem Wege ins Freie, was zu unangenehmen oder peinlichen Situationen führen kann.

Die Luft kann den Dickdarm auch regelrecht aufblasen. Dabei werden die Muskelstränge überdehnt und geschwächt. Krämpfe und/oder Verstopfung ist die Folge. Auch Reizungen der Darmwand sind verbreitet. Dann kommt es zu weichem Stuhlgang, Durchfall oder einem Beschwerdebild, bei auf harten Stuhl unmittelbar Durchfall folgt. Nicht selten wechseln sich alle Symptome in rascher Folge ab. Alles zusammen genommen entsteht also eine bunte Vielfalt von Störungen, die zwar nicht gefährlich sind, die Lebensqualität jedoch deutlich einschränken.