Header


Suche

 

Grenze zur Umwelt

Was vielen Menschen wenig bewusst ist: Magen und Darm sind eine Außengrenze zur Umwelt, nicht nur irgendeine nebensächliche Fläche, es ist vielmehr der Hauptkontakt zur Außenwelt, der mitten durch uns hindurch läuft.

Diese Perspektive mag ungewohnt klingen. Doch es lohnt sich, die Zusammenhänge zumindest kurz zu beleuchten.


Außenflächen des Körpers

Auf die Größe der Fläche einer solchen Wiese schätzt man die Oberfläche des Magen-Darm-Traktes

Der Mensch hat verschiedene wichtige Außenflächen. Für uns alle steht natürlich die Haut ganz im Vordergrund der Wahrnehmung. Ihre Fläche beträgt 1 bis 2 Quadratmeter, abhängig von Größe und Gewicht der Person. Mund und Nasenschleimhaut sind noch kleiner und weisen nur wenige Quadratzentimeter auf. Deutlich größer ist die Lungenoberfläche, die man auf rund 100 Quadratmeter schätzt. Der Darm übertrifft alle anderen Flächen bei weitem. Auf Grund seiner vielfältigen Fältelungen geht man von etwa 10.000 Quadratmetern aus, genau gemessen hat es allerdings noch niemand.

Die Grenzfläche des Darmes und der Lunge haben noch eine weitere Besonderheit. Im Vergleich zur Haut sind sie sehr dünn, was ihre biologische Bedeutung noch hervorhebt.

Die Schleimhaut des Darmes muss dabei verschiedene Aufgaben meistern. Unter anderem muss sie wertvolle Nahrung aufnehmen, unerwünschte Teile des Darminhaltes fernhalten und das Körperinnere wirksam vor Wasser- und Salzverlust schützen. Je intakter und geschlossener die Schleimhaut ist, desto besser gelingt ihr diese Aufgabe.

Reizungen der Schleimhaut beeinträchtigen ihre Barriere-Funktion. Sie wird in beide Richtungen durchlässiger, so als ob sie „löchrig“ wäre. Gröbere Nahrungsbestandteile und Kleinstlebewesen können somit in den Körper eindringen und Blutbestandteile in den Darm verloren gehen. Über die Folgen wissen wir noch wenig. Doch ist eine Zunahme von Allergien, Lebensmittel-Unverträglichkeiten und Belastungen des Immunsystems zumindest recht wahrscheinlich.