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Formen

Gehäufte bakterielle Infektionen können eine Reizblase auslösen

In der Medizin unterscheidet man primäre von sekundären Reizblasenbeschwerden.

  • Bei der primären Reizblase findet man keine klaren Auslöser. Es sind die allgemeinen Faktoren wie Angst, Schlafmangel, Stressbelastung, frühkindliche Belastungen oder auch aktuelle Konflikte, die eine Reizblase begünstigen. Es bestehen also die gleichen Risikofaktoren wie bei einem Fibromyalgiesyndrom.
  • Sekundär tritt eine Reizblase nach einer längeren Irritation der Blase auf, zum Beispiel wie bei Andrea nach vermehrten Blasenentzündungen. Die häufigen Entleerungen sind bei der bakteriellen Entzündung eigentlich sinnvoll. Falls Bakterien im Urin vorhanden sind, finden sie bei 37° C in der Blase Vermehrungsbedingungen wie in einem Brutschrank. Je länger sie dort verbleiben, desto stärker vermehren sie sich und schädigen so die Blasenschleimhaut. Reichliches Trinken und gehäuftes Wasserlassen verhindern dies bekannterweise.
  • Andere Reizungen der Blasenschleimhaut können gleichfalls eine sekundäre Reizblase begünstigen, beispielsweise Tumore, Fremdkörper oder Bestrahlungen. Auch ein Östrogenmangel kann sich bei Frauen negativ auf die Zellen von Scheide und Harnröhre auswirken. Schließlich sind noch Beeinträchtigungen der Nerven zu nennen, etwa nach einem Schlaganfall oder bei einer neurologischen Erkrankung.
  • Erkrankungen des Beckenbodens und des kleinen Beckens begünstigen die Entstehung einer Reizblase. Dazu zählt auch der Reizdarm oder auch die Vulvodynie, Symptome, die häufig mit Reizblasenbeschwerden einhergehen. Jüngste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass eine Reizung und Fehlsteuerung der Nerven des Beckenbodens und des vegetativen Nervensystems bei zahlreichen Erkrankungen dieser Region vorliegen. Dementsprechend fasst man die verschiedenen Erkrankungen unter der Bezeichnung „chronischer Beckenbodenschmerz“ (engl. „chronic pelvic pain“) zusammen.