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Sport und Bewegung sollte in drei Bereichen gefördert werden:

• Ausdauertraining,

• Krafttraining

• Bewegung im Alltag


Kein Sport ohne Kompression!

Für Patientinnen mit Lipödem ist Sport lebenswichtig. Allerdings nur unter einer Bedingung – Kompressionsstrümpfe müssen dabei getragen werden!

Ohne Kompression besteht die Gefahr, dass die Muskelatur, Blut und Lymphe nicht zum Herz sondern in das Gewebe und unter die Haut pumpen. Die Schwellung nimmt dann nach Bewegung deutlich zu, Sport wird zur frustrierenden Erfahrung.

 


Ausdauertraining

Gehen, Walking oder Nordic Walking sind ausgzeichnete Bewegungen im Alltag

Für Patienten mit Lipödem hat sich vor allem Ausdauersport bewährt, der Beine und Hüften kräftigt. Für viele Frauen ist das Walking bzw. Nordic Walking eine ausgezeichnete Sportart. Nicht zuletzt, weil es die Gelenke wenig belastet, leicht zu erlernen, überall ausführbar und effektiv ist. Außerdem werden beim Nordic Walking sogar die Arme trainiert. Es gibt sehr viele Kurse, wo diese Sportart gelehrt wird. Am Anfang ist es noch etwas ungewohnt mit Stöcken durch den Wald zu gehen, doch das gibt sich schnell.

 

Natürlich ist auch Fahrradfahren oder Training auf dem Hometrainer eine ausgezeichnete Form der Bewegung für die Beine und Pomuskulatur. Wer keine Hemmungen vor dem Schwimmbad hat, dem ist regelmäßiges Schwimmen, Aquajogging oder andere Formen der Bewegung im Wasser sehr zu empfehlen. Hier sind Kompressionsstrümpfe überflüssig, da der Wasserdruck für eine natürliche Kompression sorgt. Wir wirksam die Kombination von Bewegung und Massage durch das Wasser ist, kennen viele Frauen aus eigener Erfahrung. Nach kurzem Aufenthalt im Wasser, wird soviel Ödem mobilisiert, dass sie aus dem Wasser müssen, um ein stilles Örtchen aufzusuchen.

 


Krafttraining

Für die Therapie zu Hause gibt es spezielle <link 309>Videokassetten oder DVDs</link>, mit denen es sehr viel leichter ist, die Muskelaufbauübungen durchzuführen.

„Krafttraining“, das bedeutet nicht notwendigerweise, sich mit schweren Hanteln zu quälen. Es gibt viele Methoden die Muskelkraft aufzubauen.

 

Das Training im Sportstudio kann eine gute Methode sein. Eine gute Einführung durch einen guten Trainer oder Physiotherapeuten ist hier Voraussetzung. Außerdem muss man den eigenen Ehrgeiz anfänglich zügeln, sonst gerät man schnell ins Übertraining, bei dem Muskeln nicht auf- sondern abgebaut werden.

 

Selbst mit dem einfachen Gymnastikband lässt sich die Muskulatur sehr effektiv trainieren. Wer konsequent genug ist, kann so viel Zeit und Geld sparen, wenn er täglich mit solch einem einfachen Band übt.



Sport für Unsportliche

<link http://www.galileo2000.de/vibrationstraining.php>Galileo 2000</link>

Seit einiger Zeit gibt es ein besonderes Krafttraining, von dem ich persönlich sehr überzeugt bin. Es nennt sich „Galileo-Training“.Das Grundprinzip ist einfach. Man stellt sich auf eine Art Wippe, die sich zwischen 5 und 30 Mal in der Sekunde auf- und abwärts bewegt. Die Bewegungshöhe ist gering und beträgt maximal 1 cm. Wer unsicher ist, kann sich zusätzlich an einem breiten Haltebügel festhalten.

Man muss nichts anderes tun, als leicht in die Knie zu gehen. Während sich die Wippe bewegt, gleicht man automatisch diese Schwingungen aus. Einmal spannt man die Muskulatur der einen, dann des anderen Beines mehr an. So kommt es zu einem rhythmischen Wechsel von Be- und Entlastung.

 

Im Gegensatz zur bewussten Anstrengung beim Treppengehen oder im Fittness-Studio wird diese Art des Trainings jedoch nicht vom Gehirn sondern vom Rückenmark gesteuert. Es handelt sich um Reflexe, wie man ihn kennt, wenn der Arzt mit dem Reflexhammer auf die bewußte Stelle unterhalb der Kniescheibe schlägt.

 

Bei einem Training bei 25 Hertz (also 25 Schwingungen pro Sekunde) ziehen sich die Muskeln 1500 Mal pro Minute zusammen und entspannen sich erneut. Das bedeutet 7500 Zyklen in gerade 5 Minuten. Solche Zahlen sind in einem normalen Training im Fittness-Studio nur in einem etwa einstündigen Training (oder länger) erreichbar. So kommt es zum zügigen Muskelaufbau.

 

Das Galileo-Training eignet sich daher besonders für Patienten, die lange nicht mehr körperlich trainieren konnten. Im Gegensatz zum Sport im Fittness-Studio ist das Training für das Herz kaum belastend und kann auch von Menschen mit sehr geringer Leistungsfähigkeit oder anderen Einschränkungen durchgeführt werden.

Bei gleichzeitiger Kompression der Beine, kommt es nun zu einer kräftigen Anregung des Rückstroms von Lymphe oder Blut und damit zu einer Abschwellung der Beine. So verbinden sich Muskelaufbau und Entschwellung miteinander.

Das Galileo-Training wird in Krankenhäuser, bei Ärzten und Physiotherapeuten sowie in Sportstudios durchgeführt.

 


Bewegung im Alltag

Mindestens so wichtig, wie Sport im engeren Sinn ist die Bewegung im Alltag. Damit sind die vielen kleinen Gänge gemeint, die man am Tag so erledigt. Die Bedeutung dieser Art des Sports wird im Allgemeinen unterschätzt. Zwar erscheint der Gang von der Küche ins Wohnzimmer genauso wenig Sport zu sein, wie das Treppensteigen, doch in der Summe braucht die Alltagsbewegung keinen Vergleich mit dem Fitness-Studio zu scheuen.

 

Beim reinen Gehen verbraucht der Mensch bereits zwischen 25-50 Watt. Das ist nicht viel, doch kommt im Laufe eines Tages einiges zusammen. Sehr gemütliches Gehen mit 3 km pro Stunde verbraucht ca. 2,5 kcal pro Stunde und Kilogramm Körpergewicht. Wer also 60 Kilogramm wiegt, der benötigt bei seinen täglichen Erledigungen 150 kcal pro Stunde. Schwerere Menschen dürfen sich freuen. Bei 80 kg sind es bereits 200 kcal pro Stunde, das entspricht nun schon dem Brennwert von 100 g Camembert (30% Fettgehalt).

 

Der Kalorienverbrauch je kg und Stunde liegt zwar beim Walking mit 3,7 höher, aber überraschender Weise nicht sehr viel. Es lohnt sich daher, die vielen Möglichkeiten des Alltags zu nutzen und kleine Strecken zu Fuß zu gehen.

 

Dabei gibt es ein wunderbares und preiswertes Hilfsmittel: einen Schrittzähler. Ich empfehle sehr, sich solch ein kleines Gerät zuzulegen. Es hilft sich ein objektives Bild über die tägliche Bewegung zu machen. Mancher Büroangestellte geht gerade einmal 1000 Schritte. Andere legen 10.000 oder 15.000 Schritte zurück. Bei einer Schrittlänge von 80 cm entsprechen 10.000 Schritte 8 km Gehstrecke oder beinnahe drei Stunden gemütlichen Spaziergangs.

 

Wer also morgens einen Schrittzähler an Hosen- oder Rockbund ansteckt, der kann abends erkennen, wie hoch sein Tagespensum war. Alleine diese kleine Geste führt bei den meisten Menschen zu einer Steigerung der Gehstrecke, da man sich der Bedeutung der Bewegung im Alltag bewusst wird.

Die moderne Sportmedizin hat herausgefunden, dass kurze aber intensive Trainingsintervalle eine optimale Methode sind, schnell Muskulatur aufzubauen. Ideal ist es, wenn man dazu große Muskelgruppen kurzfristig belastet, wie es in Sportstudios üblich ist.

 

Die meisten Menschen haben ein Sportgerät zuhause, das in jeder Weise mit aufwendigen Sportgeräten vergleichbar ist: eine Treppe. Treppengehen ist genauso wirksam wie viele high-tech-Trainingsgeräte. Durch zügiges Treppengehen werden leicht 90% der Maximalbelastung erreicht. Und über ein spezielles „Intervalltraining“ braucht man sich keine Gedanken machen. Die „Intervalle“ ergeben sich ganz von alleine. Ist man die Treppe oben, macht man automatisch langsamer.

Während also mit dem Gehen also die Ausdauer trainiert wird, steigert das Treppengehen vor allem die Kraft. Beides zusammen ergänzt sich ganz hervorragend. Wer es nicht gewohnt ist, der sollte anfangs langsam machen. Später gilt jedoch: Keine Aufzüge, jede Treppe ist ein willkommenes Trainingsgerät