Header


Suche

 

Lymphödem und Ernährung

Viele Patienten mit Lipödem sind übergewichtig. Einige von ihnen sogar sehr. Und dennoch ist ein Lipödem keineswegs identisch mit der Adipositas, wie ausgeprägtes Übergewicht medizinisch genannt wird. Die Unterscheidung zwischen den Krankheitsbildern ist entscheidend, da sie unterschiedliche therapeutische Konsequenzen nach sich zieht.


Unterschiede: Übergewicht (Adipositas) und Lipödem

Krankheit|Geschlecht|Beginn|Ort|Druckschmerz|Ödem|Diäten hilfreich?|Weiteres
Adipositas|Männer/Frauen|Jederzeit|Überall|nein|nein|ja|
Lipödem|Frauen|Pubertät|Beine, Oberarme, Hüften|ja |ja|nein|Blaue Flecken

Nicht das gleiche Krankheitsbild

Ganz offensichtlich handelt es sich nicht um das gleiche Krankheitsbild auch wenn in beiden Fällen Übergewicht vorhanden sein kann. Ich kenne jedoch sehr viele, vor allem junge Frauen, die keineswegs Übergewichtig sind. Einige von ihnen sind sogar ausgesprochen schlank – zumindest am Oberkörper. An den Beinen leiden sie jedoch unter Spannungsschmerzen, blauen Flecken und fortschreitender Zunahme des Umfangs. Bei vielen scheint der Unterkörper nicht zur gleichen Person wie der Oberkörper zu gehören, was sich auch in deutlich unterschiedlichen Konfektionsgrößen äußert.

 

Bei Übergewicht ist selbstverständlich Reduktionskost hilfreich, obwohl es wohl mehr unsinnige als sinnvolle Diäten gibt. Beim Lipödem ist der Hinweis „Sie sind viel zu dick, machen Sie eine Diät“ garantiert unwirksam. Schlimmer noch, er belastet die betroffenen Frauen, die direkt oder indirekt verdächtigt werden, heimlich zu naschen. „Wenn ich unter Menschen komme, spüre ich sofort die abschätzigen Blick und würde am liebsten im Boden versinken“, klagte eine Patientin. Die gemeinsame Erfahrung aller Betroffenen: Diäten machen die falschen Körperregionen schlank!

 

 


Warum Diäten nicht helfen

Bei Diäten nimmt man in der Regel an den falschen Stellen ab!

Die vermehrte Fetteinlagerung beim Lipödem ist vor allem Folge einer langjährigen Störung der Mikrozirkulation. Durch das eiweißreiche Ödem wird Fett zurückgehalten und abgespeichert. Jede Gewichtszunahme führt nun zu einer einseitigen Ansammlung von Fett in den Beinen, Hüften oder Oberarmen.

 

Möglicherweise haben sehr viele Frauen eine genetisch bedingte Neigung zu dieser Störung. Verschiedene Faktoren lassen nun aus der Neigung ein tatsächliches Lipödem werden. Übergewicht ist im wörtlichen Sinn ein gewichtiger, möglicherweise der wichtigste Einzelfaktor. Neigt man also bereits zu Ödemen, kann man durch eine Gewichtszunahme ein Lipödem entwickeln.

 

Doch der Prozess lässt sich nicht umkehren. Eine Gewichtsreduktion lässt das Lipödem nicht wieder verschwinden, denn das Ödem verhindert die Mobilisierung des Fetts. Neben dem Eiweiß spielen Störungen der Durchblutung, hormonelle Faktoren und Störungen des Lymphabflusses ebenso eine Rolle.


Warum Diäten doch helfen

Diät ja, aber nur in Verbindung

Hat sich also einmal ein Lipödem entwickelt, ist das Fett dort nur sehr schwer mobilisierbar.

Ganz anders jedoch, wenn eine Diät oder Reduktionskost mit weiteren Therapieverfahren, vor allem entstauender Therapie und verbesserten Durchblutung verbunden wird. Jetzt ändert sich die Lage dramatisch, denn nun ist der Körper in der Lage, Fett tatsächlich zu verwerten und für die Verbrennung zu nutzen. Viele Frauen stehen dann wie vor einem Wunder.


Film

Einen Überblick über den Ernährungsaufbau können Sie in einem 21 Minuten Film sehen. 

Dieser ist im Download erhältlich.