Header


Suche

 

Kohlendioxid in der Atemlust


Diagnostik

In aller Regel erklärt sich eine akute Hyperventilation aus der typischen Symptomatik ohne weitere technische Untersuchung. Bei der körperlichen Untersuchung durch den Arzt fallen die lebhaften Reflexe, die bis zu Krämpfen gehen können, und das Zittern (Tremor) besonders ins Auge.

Besteht die Möglichkeit einer Blutgasuntersuchung, so findet sich hier eine Absenkung des Kohlendioxidspiegels und eine Alkalose des Blutes (Blut wird basisch). 


Kohlendioxid in der Atemluft

Deutlich genauer lässt sich die Atmung kontrollieren, indem der CO2-Gehalt der Ausatemluft überprüft wird. Dieser steht im Gleichgewicht mit dem CO2-Spiegel des Blutes. Diese Messung ist einfach und ohne Blutabnahme möglich.


Hyperventilationstest

Oft steht während eines Anfalles kein Arzt zur Verfügung. Die betroffenen Menschen überwinden den Anfall alleine und suchen erst später einen Arzt auf.

In solchen Fällen kann nachträglich ein Hyperventilatonstest durchgeführt werden. Unter der geschützten Umgebung einer Praxis oder Klinik atmet der Patient bis zu 3 Minuten lang ca. 60 Atemzüge pro Minute. In dieser Zeit sollte die Mehrzahl der Symptome auftreten: Kribbeln, Verkrampfung, Schwindel, Sehstörungen, Beklemmungsgefühle, Kloßgefühl im Hals, Herzklopfen und Angst.

Der Versuch ist eher seelisch als körperlich belastend, sollte jedoch nicht bei Asthma bronchiale, schweren Herzerkrankungen oder Gefäßerkrankungen durchgeführt werden. 

Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Kribbeln - eben die typische Hyperventilationssymptomatik.


Therapie inklusive

Wir führen den Test in folgender Modifikation durch: Im Anschluss an den Test lassen wir die Patienten rückatmen (siehe Therapie). Innerhalb weniger Minuten verfliegt die Symptomatik, was einen zweiten Beweis für eine Hyperventilation darstellt. 

Kleine Besonderheiten: Nicht alle Veränderungen ergeben sich aus der Veränderung von Kohlendioxid und dem Säure-Basen-Gleichgewicht. Das Herzklopfen, Zittern und die Angst sind auch durch den erhöhten Ausstoß von Stresshormonen und die seelische Anspannung bedingt.

Besonders die Stresshormone benötigen eine Zeitlang, um wieder abgebaut zu werden. So kann es sein, dass nicht die ganze Symptomatik mit der Rückatmung verschwindet, sondern erst im Verlauf von 30 Minuten bis zu 1½ Stunden, nämlich dann, wenn auch die Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin und Kortison) wieder auf das Ausgangsniveau zurückgegangen sind.