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Geruchsüberempfindlichkeit

Während es zahlreiche Erkrankungen gibt, die mit einer Minderung der Geruchsempfindlichkeit einhergehen (Infektionen, Allergien, Vergiftungen usw.), ist die gesteigerte Geruchsempfindlichkeit weit weniger gut untersucht.

Dabei gilt es Unterscheidungen zu machen:

  • Einige Menschen können einfach besser riechen als andere. Ihre Geruchsschwelle liegt grundsätzlich tiefer.
  • Doch der Geruchssinn schwankt auch in seiner Leistungsfähigkeit. Typisch ist seine Erschöpfbarkeit: Wir nehmen bestimmte Gerüche nur für kurze Zeit wahr, etwa wenn wir einen fremden Raum betreten. Dann „gewöhnen“ wir uns daran. Der Geruch wird schwächer.
  • Schließlich bewerten wir unterschiedliche Gerüche unterschiedlich. Was für manche Menschen ein unerträglicher Gestank ist, stört andere überhaupt nicht, ja kann sogar als angenehm empfunden werden.

Sensibilisierung - nicht besser sondern anders

Knoblauch löst einen der stärksten Geruchsreize aus

Klassisch ist die Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen bei einem Migräneanfall. Während eines Migräneanfalls sind starke Gerüche wie Essensgerüche oder Parfum die reinste Folter und lösen Übelkeit oder Erbrechen aus.

Ganz im Zentrum steht die Geruchsüberempfindlichkeit beim MCS (multiple chemische Sensibilität). Dabei wird eine Unzahl von Gerüchen als unangenehm, störend oder belästigend wahrgenommen. Häufig lösen diese dann auch vegetative Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen oder andere Symptome aus.  Es besteht eine große Ähnlichkeit der Symptomatik zu anderen Formen der zentralen Sensitivierung z.B. dem Fibromyalgiesyndrom.

Bei diesen Formen der Geruchsüberempfindlichkeit liegt in der Regel keine Absenkung der absoluten Reizschwelle vor (d.h. die Betroffenen riechen nicht besser) sondern eine andere Form der Bewertung (d.h. sie empfinden es anders, d.h. unangenehm).