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Rückzug: Misserfolg vorprogrammiert

Geruchsarme Umgebung

Als Ausweg versuchen die meisten Betroffenen, Gerüchen aus dem Weg zu gehen, wie dies Beate versucht hat. Ein schwieriger Weg, der nicht selten in die Isolation führt. Mit viel Verständnis der Umgebung dürfen Menschen mit Hyperosmie nicht rechnen, da die Symptomatik für normal Riechende schlecht nachzuvollziehen ist. Sie sollten sich nicht so „anstellen“.

Doch die Meidung der Gerüche ist nicht nur schwierig zu praktizieren, sie macht die Überempfindlichkeit auf die Dauer eher schlechter. So steigert sich dann Meidung, erhöhter Sensibilität und Angst zu dem bekannten Teufelskreis, der auch bei anderen Formen der Sensibilisierung zur Chronifizierung führt.


Therapie

Am Anfang ist eine Begleitung hilfreich

Therapeutisch ist dagegen die langsame Gewöhnung an die Geruchswelt, in der wir nun einmal leben. Man kann die „Geruchsverschmutzung“ bedauern, ändern kann man sie - zumindest kurzfristig - nicht.

Die Gewöhnung geht, wie immer bei einer Desensibilisierung, durch Steigerung der Dosis in kleinen Schritten. Wichtig ist es, sich den bedrohlichen Sinneseindrücken in entspannter und angstfreier Umgebung auszusetzen. Das „Geruchstraining“ setzt Sicherheit und Geborgenheit voraus.

Hilfreich ist zum Beispiel angenehme Umgebung, beruhigende Musik, Anwesenheit eines vertrauten Menschen und die Gewissheit, den Geruch kontrollieren zu können. Gerade die Kontrolle ist nicht ganz einfach. So empfiehlt es sich, das Geruchstraining am Anfang nicht gerade in den eigenen vier Wänden durchzuführen, da sonst die üblen Schwaden stundenlang die Wohnung belasten.

Trainieren lässt sich sehr gut in realen Lebenssituationen. Man kann etwa eine Hitliste der Geruchstempel aufstellen. Die Aufgabe ist dann, an wenig bedrohlichen Orten mit dem Training zu beginnen, um sich an die dortigen Düfte zu gewöhnen. Man sollte versuchen, sich entspannt und gelöst in dem fremden Aroma zu bewegen. Falls Angst aufkeimt, kann man versuchen anzuhalten, sich innerlich zu entspannen, bis die Angst wieder nachlässt. Zur Not kann man den Ort vorübergehend verlassen, um möglichst unmittelbar einen zweiten Versuch zu starten.

Die Begleitung einer vertrauten Person kann anfänglich nötig sein, doch das Ziel ist es, den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.