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Wieviele vegetative Störungen gibt es?

Lassen sich alle vegetativen Störungen auf eine zentrale Ursache zurückführen?

Funktionelle Beschwerden wie Reizdarm, Reizmagen, Reizblase, chronische Unterbauchschmerzen bei Frauen, Fibromyalgie, prämenstruelles Syndrom, CFS und andere sind zweifellos im Erscheinungsbild recht unterschiedlich. Aber es gibt auch deutliche Gemeinsamkeiten.

In den letzten Jahren entbrannte daher eine heftige Diskussion darüber, ob alle diese Beschwerden nicht doch auf eine grundlegende Störung zurück zu führen sind. Gibt es in der Tiefe nicht doch eine Gemeinsamkeit.

Wir sind überzeugt, dass letztlich allen funktionellen Störungen eine gemeinsame Dynamik zugrunde liegen. 


Gemeinsame Symptome

Untersucht man die verschiedenen Beschwerdengruppen, so findet man hohe Gemeinsamkeiten bezüglich der folgenden Beschwerden:

 

• Durchschlafstörungen

• Zu frühes Aufwachen

• Zu kurzer Schlaf

• Einschlafstörungen

• Geräuschempfindlichkeit

• Lichtempfindlichkeit

• Herzklopfen

• Zittern

• Schwindel

• Stimmungsschwankungen

• Beunruhigende Träume

• Morgensteife

• Chronische Schemrzen

• Rückenschmerzen (LWS)

• Diffuse Schmerzen überall

• Taubheitsgefühle

• Brustschmerzen

• Brennende Schmerzen in der Herzgegend

• Schluckbeschwerden

• Bauchschmerzen

• Geistige Erschöpfung

• Körperliche Erschöpfung

• Tagesmüdigkeit

• Vergesslichkeit

• Trockener Mund

• Geschmacksstörungen

• Tinnitus (Ohrgeräusch)

• Menstruationsbeschwerden

• Übelkeit

• Unterbauchbeschwerden

• Nahrungsmittel Unverträglichkeiten

• Erbrechen

• Juckreiz

• Gesichtsschmerzen

• Kopfschmerzen


Aktuelle wissenschaftliche Auseinandersetzung

Diese Symptome sind nicht gleichermaßen bei den unterschiedlichen Krankheitsbildern vertreten. Die Krankheiten sind durch eine Akzentuierung der einzelnen Beschwerden in unterschiedlicher Intensität charakterisiert.

 

Dagegen wurde vor allem eingewendet, dass

 

• die Krankheitsbilder höchst unterschiedliche Prognosen haben

• sie bei Männern und Frauen nicht immer gleich häufig sind (obwohl Frauen in der Regel häufiger betroffen sind)

• die auslösenden Ursachen sehr unterschiedlich sind

• es wissenschaftlich nicht weiterhilft, alle Krankheiten in einen Topf zu werfen und so die Grenzen zu verwischen.

 


Literatur

S Wessely, C Nimnuan, M Sharpe. Functional somatic syndromes: One or Many? Lancet, 11 Sept 1999; 354: 936-39

Source

 

Chaichana Nimnuan(a), Sophia Rabe-Hesketh(b), Simon Wessely(a) and Matthew, How many functional somatic syndromes? : Journal of Psychosomatic Research, Volume 51, Issue 4, Pages 549-557

 

Wessely S. White P, There is only one functional somatic syndrome, The British Journal of Psychiatry (2004) 185: 95-96