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Was sind "funktionelle Störungen"?

Funktionelle Störungen sind Beschwerden oder Krankheitsbilder mit körperlichen Beeinträchtigungen, bei denen sich jedoch kein körperlicher Befund findet. 

Was ist das Kennzeichen der Beschwerden?Typisch ist die Kombination von mehr oder minder ausgeprägten Beschwerden bei fehlendem oder nur geringem körperlichen Befund. Und in der Regel machen diese Beschwerden Angst. Schlaflosigkeit und Abgeschlagenheit ist sehr häufig.

 Anders ausgedrückt: Körperfunktionen (Verdauung, Atmung, Schmerzwahrnehmung) sind beeinträchtigt aber es liegt keine ausgeprägte körperliche Beeinträchtigung oder ein körperlicher Defekt vor.

Beispiele für solche Störungen sind:

  • Herz-Kreislaufbeschwerden mit Beklemmungsgefühlen, Herzstolpern, Druckgefühle im Brustraum
  • Atmungsbeschwerden: Druck auf der Brust, Beklemmungsgefühle, Atemnot, Hyperventilation mit Angst oder Panik, Reizhusten
  • Magen-Darm-Beschwerden: Reizmagen, Reizdarm mit Übelkeit, Völlegefühl, vermehrte Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen
  • Unterbauchschmerzen, Schmerzen im Beckenboden, Vulvodynie
  • Blasenbeschwerden mit Reizblase, chronisch urogenitaler Schmerz, Prostataschmerzen
  • Chronische Schmerzzustände wie chronische Rückenschmerzen (chronic low back pain) oder generalisierte Schmerzen wie bei Fibromyalgie

Häufigkeit

Funktionelle Störungen sind sehr häufig! In der deutschen Leitlinie werden 4-10% der Bevölkerung angegeben, in Hausarztpraxen steigt der Anteil auf 20% , in Spezialambulanzen sollen bis zu 50% der Patienten betroffen sein. 


Diagnostik - Verschlechterung durch Überdiagnostik

Natürlich müssen organische Ursachen (Entzündungen, Tumore, genetische Erkrankungen usw.) bei den Beschwerden ausgeschlossen werden. 

Aber das Hauptproblem liegt nicht in der fehlenden Diagnostik, das Hauptproblem bei funktionellen Störungen ist die Überdiagnostik.

Bei sehr vielen – eigentlich den meisten -  Patienten werden die gleichen Untersuchungen wieder und wieder durchgeführt. Das wiederholte Ergebnis: Alles in Ordnung. Das ist auf der einen Seite  beruhigend. Auf der anderen Seite bleibt ein Zweifel: Wenn alles in Ordnung ist, warum habe ich dann dennoch Beschwerden? Nicht selten führt das zu einer Kette von weiteren Untersuchungen oder – schlimmer – diagnostischen Eingriffen.

Wenn dann noch abwertende Bemerkungen („Sie haben Nichts“ oder gar: „Sie bilden sich das ein“) hinzukommen, dann nimmt die Verunsicherung deutlich zu, was die Symptome in aller Regel verschlechtert.

Kurz: oft trägt die Medizin eher zu einer Verschlechterung bei (sog. iatrogene Schädigung).