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Lymphprobleme beim Menschen

Langes Gehen und vor allem Gehen erhöht den hydrostatischen Druck auf die Beine

Im Vergleich zu anderen Lebewesen kommt dem Lymphsystem für den Menschen eine ganz besondere Bedeutung zu. Der erste Grund ist sein aufrechter Gang, mit dem sich der Mensch von seinen Verwandten, den Affen, abhob. So günstig diese Aufrichtung für die Entwicklung war, sie wurde erkauft mit einer erhöhten Druckbelastung der Blutgefäße in den Beinen. Diese stehen beim Stehen und Gehen unter Dauerdruck und lassen dadurch mehr Flüssigkeit ins Gewebe der Beine sickern. Würden wir uns weiterhin auf allen Vieren fortbewegen, wäre dieses Buch also wahrscheinlich überflüssig.

 

Der zweite Grund hat ebenfalls mit unserer Entwicklungsgeschichte zu tun. Die Menschen verloren den größten Teil der Haare und zogen als „nackte Affen“ durch Savannen und Wälder. Ein Fell ist jedoch nicht nur kleidsam, es schützt vor allem gegen Kälte. Um nicht zu erfrieren, entwickelte sich beim Menschen eine dicke Fettschicht in der Unterhaut, die uns anstelle des Felles vor der Unterkühlung schützt. Dieses Unterhautfett durfte nicht zu dünn sein. Um eine Fell von einem Zentimeter Höhe zu ersetzen, benötigt man eine 4 cm dickes Fettpolster! Kein anderes Lebewesen, nicht einmal Schweine, verfügen über einen so dicken Fettmantel selbst im Bereich von Armen und Beinen, womit wir Menschen gut gegen kalte Nächte im Freien geschützt sind. Doch der Wärmeschutz hat auch seine Nachteile und hier kommt das Thema „Lymphe“ ins Spiel.

 

Der Mensch verfügt durch seine dicke Isolierung über eine ausgeprägte Unterhaut, mit viel lockerem und dehnbaren Bindegewebe. Dieses Gebiet entwickelte sich im Zusammenhang mit dem aufrechten Gang und dem hohen Blutdruck zu einer Risikoregion für eine übermäßige Ansammlung nicht nur für Fett sondern auch für Flüssigkeit. Überschreitet dies ein gewisses Maß, bezeichnen wir dies als „Ödem“. Das dehnbare Unterhautgewebe ist somit der Ort, an dem sich am leichtesten ein Flüssigkeit (z.B. als Lymphödem) ansammelt.


Drei Faktoren

Drei Faktoren begünstigen beim Menschen die Entstehung von Ödemen:

 

• Hoher Blutdruck

• Aufrechter Gang

• Dickes Unterhautfett

 

Das Lymphsystem dienst also dazu, alle Stoffe abzutransportieren, die zwischen den Zellen im Bindegewebe entsehen. Das sind neben der Flüssigkeit, vor allem Einweiße, Zellen, aber auch Fremd- und Schadstoffe. Darüberhinaus hat es eine entscheidende Bedeutung für die Funktion der Abwehr.

Der große Unteschied zwischen Blutgefäßen und Lymphsystem liegt darin, dass das Lymphsystem nur einen Halbkreis bildet. Es beginnt blind in der Peripherie und transportiert die Lymphe zurück zum Herz.