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Verwirrende Vielzahl von Beschwerden

Medikamenten helfen kaum gegen Schmerzen und Abgeschlagenheit

Hat sich die Krankheit voll entwickelt, leiden die Betroffenen meist unter folgenden Beschwerden:

Im Vordergrund stehen die Dauer- und Ruheschmerzen. Etwa die Hälfte der Patienten klagt, sie hätten Schmerzen überall. Außer der Wirbelsäule sind fast immer auch Arme und Beine betroffen. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen neben der Wirbelsäule nur einzelne Muskelbezirke (z.B. die Schultern) weh tun.

Besonders schmerzempfindlich sind bestimmte Muskel-Sehnen-Übergänge, die bereits erwähnten "tender points". Sie haben in der Diagnostik (siehe dort) eine herausragende Rolle.

 Eine allgemeine Reizbarkeit der Nerven ist ein weiteres Symptom der Krankheit: Überempfindlichkeiten der Haut, des Geruchs, der Ohren usw.

 Neben den Schmerzen fühlt sich die Mehrzahl gedrückt, depressiv oder ängstlich.

 Mehr als die Hälfte der Patienten leidet an ausgeprägten Spannungskopfschmerzen. Häufig ziehen diese vom Nacken kommend über den Kopf nach vorne. Ein zweiter "Lieblingsort" ist die Augen-/Schläfenpartie.

 Manche Patienten müssen neben den Kopfschmerzen auch noch eine Migräne ertragen. Hauptsymptome sind einseitige Kopfschmerzen verbunden mit Übelkeit, Licht- und Lärmscheu.

 Morgens klagen die Patienten über ausgeprägte Steifheit der Gelenke und dem Gefühl, diese seien angeschwollen, auch wenn eine Schwellung nicht immer sichtbar ist. Schwellungen treten meist auch im Bereich von Augen, Wangen und Fingern auf, und am Morgen ist häufig die Nase verschwollen. Frauen leiden unter Spannungsgefühlen in der Brust und im Unterleib. Vor und während der Periode können diese Beschwerden deutlich zunehmen und sich bis zu Krämpfen steigern.

 Erschöpfung, Mattigkeit und Müdigkeit sind die wichtigsten Symptome der Fibromyalgie. Diese massive Abgeschlagenheit fehlt selten und quält die Patienten sehr. Sie ist oft derart ausgeprägt, dass eine regelmäßige Berufstätigkeit nicht (mehr) möglich ist.

 Erschwert wird eine Erwerbstätigkeit auch durch die oft zu beobachtende Störung der Konzentration: Benommenheit, Erinnerungslücken, eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses, das Gefühl der "Mattscheibe" oder einer allgemeinen Verlangsamung werden von Fibromyalgie-Patienten beklagt. Manche Betroffenen haben den Eindruck, sie stünden ständig neben sich selbst. Im amerikanischen Sprachraum wird dieser "benebelte Zustand" meist als "fibrofog" (fog=Nebel) bezeichnet.

 Ebenso häufig sind Schlafstörungen. Die Betroffenen haben einen leichten Schlaf, wachen oft auf, können nicht wieder einschlafen und fühlen sich vor allem vom Schlaf nicht erfrischt.·Aufstoßen, Völlegefühl, Sodbrennen, vermehrte Darmgeräusche, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung fehlen selten.

Bei überraschend vielen Patienten finden sich Allergien. Diese reichen von Heuschnupfen über Asthma bis hin zu schweren Fällen, bei denen praktisch auf alles allergisch reagiert wird.

Fibromyalgie-Patienten sind meist sehr kälteempfindlich und berichten über Zeichen einer gestörten Durchblutung: Kalte Hände, Füße oder Raynaud-Syndrom.

Ebenfalls häufig tritt ein Karpaltunnelsyndrom auf. Hierbei handelt es sich um die Einengung eines Nervens im Bereich des Handgelenkes. Als Konsequenz treten nachts heftige Schmerzen im gesamten Arm auf. 50% aller Fibromyalgie-Patienten leiden unter einem Carpaltunnelsyndrom. 50% der Patienten mit Carpaltunnelsyndrom leiden unter einer Fibromyalgie!

Kreislaufstörungen mit heftigen Schwindelgefühlen sind zwar nicht gefährlich, beeinträchtigen aber das Leben vieler Patienten recht massiv.

Für Arzt und Patient gleichermaßen verwirrend sind die vielen sog. "vegetativen" Beschwerden, die typischerweise mit der Fibromyalgie verbunden sind. Man kann sie als Störungen in der Regulation von Körperfunktionen verstehen (Näheres dazu S.**). Meist leiden die Patienten an einigen der folgenden Symptome: