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Rente

Bis es soweit ist, kann es lange dauern

Wenn wegen einer Krankheit die Berufs- oder Erwerbsfähigkeit nicht wieder hergestellt werden kann und die Rehabilitation nicht gelungen ist, wird grundsätzlich in Deutschland eine Rente bezahlt.

 

 

Vor dem Rentenantrag sollte man überprüfen, ob die Voraussetzungen (z.B. die Beitragszeiten) hierfür vorliegen und ob eine Rente wirtschaftlich sinnvoll ist. Ist die Rente nämlich einmal gewährt, dann werden andere Leistungen wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld eingestellt. Man kann dann nicht mehr von der Rente zurücktreten, nur weil man sich damit schlechter stellt.

 

Ein Rentenantrag dauert etwa 6-10 Monate. Diesen Zeitraum sollte man bei seinen Überlegungen berücksichtigen, da in dieser Zeit möglicherweise der Anspruch auf bestimmte Sozialleistungen ausläuft. Am günstigsten ist es, Kontakt mit der zuständigen Auskunftsstelle der Rentenversicherung aufzunehmen und die mutmaßliche Rente berechnen zu lassen.


Derzeit gelten folgende Regelungen:

• Erwerbsunfähig ist man, wenn man mehr als sechs Monate überhaupt nicht mehr oder nur geringfügig arbeiten kann. Rente kann auch zeitlich befristet werden. Die EU-Rente ist eine Vollrente und wird wie die Altersrente berechnet. Selbstständige können nicht erwerbsunfähig sein, es sei denn, sie geben ihre selbstständige Tätigkeit auf.

 

• Berufsunfähig ist, wer weniger als die Hälfte von dem arbeiten kann, was ein körperlich und geistig Gesunder mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten leisten kann. Neben der Leistungsfähigkeit im erlernten Beruf muss auch das Leistungsvermögen für einen vergleichbaren und zumutbaren Beruf auf weniger als die Hälfte gesunken sein. Es muss sich gleichfalls um einen Dauerzustand handeln, der mindestens sechs Monate anhält. Und auch hier kann Rente zeitlich befristet werden. Die Berufsunfähigkeitsrente beträgt zwei Drittel der Vollrente, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass noch ein Teil des Lebensunterhaltes dazuverdient werden kann.

 

Während sich also die Erwerbsunfähigkeit auf den allgemeinen Arbeitsmarkt bezieht, geht es bei der Berufsunfähigkeit um die Leistungsfähigkeit in der jeweiligen erlernten und zuletzt ausgeübten Tätigkeit.

 

• Mit der neuen Rentenreform in Deutschland hat sich ein Wandel ergeben. Die Unterscheidung zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit gilt nur noch für Menschen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind. Allerdings gibt es auch für diesen Personenkreis eine Einschränkung: Statt zwei Drittel wird nur noch die Hälfte der Vollrente bezahlt.


Ab dem 2. 1. 2001 gilt nun folgende Regelung:

bei einem Leistungsvermögen von |erhält ein Versicherter  
unter drei Stunden |volle Erwerbsminderungsrente  
drei bis unter sechs Stunden |halbe Erwerbsminderungsrente  
sechs und mehr Stunden |keine Erwerbsminderungsrente.  

Neue Regelung

Ob Giesser oder Computer-Fachmann, die Art der Tätigkeit spielt keine Rolle mehr

Es wird also nicht mehr nach der bisherigen Tätigkeit gefragt, sondern nur der allgemeine Arbeitsmarkt als Vergleich herangezogen. Ob Top-Manager oder ungelernter Arbeiter, alle werden über den gleichen Kamm geschoren.

 

Es spielt auch keine Rolle mehr, welche andere Tätigkeit zumutbar ist. Selbstständige werden genauso behandelt wie abhängig Beschäftigte. Wer sechs Stunden oder mehr arbeiten kann, hat grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

 

Die Höhe der Rente wegen voller Erwerbsminderung orientiert sich an der Altersrente. Wer viel in die Rentenversicherung einbezahlt hat, erhält eine höhere Rente. Allerdings wird die Rente für jeden Monat, für den sie vor Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch genommen wird, um 0,3% gekürzt. Die maximale Kürzung beträgt 10,8%.

 

Die Höhe der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beläuft sich auf 50% der Vollrente. Wer jedoch keinen Teilzeit-Arbeitsplatz entsprechend seinem Leistungsvermögen (3-6 Stunden) innehat, hat Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente. Die Möglichkeiten des Hinzuverdienstes sind bei voller bzw. teilweiser Erwerbsminderung unterschiedlich geregelt und werden individuell berechnet.

 

Grundsätzlich wird die Rente nur als Zeitrente von maximal drei Jahren Dauer bewilligt. Erst nach wiederholten Verlängerungen wird sie ab dem neunten Jahr in eine Dauerrente umgewandelt. Wenn jedoch eine Wiederherstellung der Gesundheit aus medizinischen Gründen unwahrscheinlich ist, kann eine Dauerrente von Anbeginn gegeben werden. Die Beweislast dafür trägt nach neuem Recht der Versicherte.

Wichtig: Der Begriff „Erwerbsminderung“ hat nichts mit dem früheren Begriff der „Minderung der Erwerbsfähigkeit“ (MdE – „Prozente“) im Schwerbehindertenrecht zu tun. Eine Schwerbehinderung hat keinen Einfluss auf die Gewährung eine Rente wegen Erwerbsminderung.


Beispiel

Doch wie läuft ein solcher Antrag in der Praxis? Es kann - das sei nicht verschwiegen - manchmal sehr mühsam sein, den juristischen Weg zu beschreiten.

In dem Artikel eines Rechtsanwaltes wird die Geschichte eines sehr langwierigen Prozesses beschrieben. Es muss jedoch nicht immer so lange dauern...

 

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