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Diagnostik

Entscheidend für die richtige Diagnostik sind das Gespräch und die Untersuchung durch einen erfahrenen Arzt.

 

Er (oder sie) sollte sich sowohl mit den entsprechenden organischen und auch seelischen Erkrankungen auskennen, die als Differentialdiagnostik in Frage kommen.

 

Es schließt sich dann die normale körperliche Untersuchung an, die gleichfalls wichtige Hinweise liefert.


Hauptkriterien nach Fukuda

Die Diagnose "CFS" kann gestellt werden, wenn eine unerklärte bleibende oder wiederkehrende chronische Erschöpfung vorliegt,

 

• von mindestens 6-monatiger Dauer

 

• mit neuem oder klar definiertem Beginn (existiert nicht bereits zeitlebens)

 

• die nicht Ergebnis aktueller Belastungen ist

 

• die nicht wesentlich gelindert wird durch Ruhe-/Erholungsphasen

 

• die zu einer wesentlichen Reduktion der beruflichen, erzieherischen, sozialen und persönlichen Aktivitäten führt im Vergleich zu der Zeit vor der Erkrankung.


Nebenkriterien nach Fukuda

Gleichzeitig sind 4 oder mehr der folgenden Symptome seit mindestens 6 Monaten vorhanden:

 

• Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

 

• Halsschmerzen

 

• Empfindliche/schmerzende Hals- oder Achsellymphknoten

 

• Muskelschmerzen

 

• Gelenkschmerzen unter Ausschluss einer arthritischen Erkrankung

 

• Kopfschmerzen nicht gekannter Art oder Intensität

 

• nicht-erholsamer Schlaf

 

• unverhältnismäßig starke Erschöpfung nach Anstrengungen, die länger als 24 Stunden dauern.


Ausschlußkriterien

Folgende Erkrankungen oder Beschwerden dürfen nicht vorhanden sein:

 

• Nachweisbare medizinische Erkrankungen, die die Symptomatik erklären können

 

• Vorherige nachweisbare medizinische Erkrankung, die zwar nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, deren mögliche persistierende Aktivität die Symptomatik jedoch erklären könnte

 

• Depression mit psychotischen, katatonen oder melancholischen Merkmalen, bipolare Störungen (manisch-depressiv), Schizophrenie und psychotische Störungen, Demenz, Essstörungen

 

• Alkohol-, Substanz- oder Medikamentenmissbrauch oder -abhängigkeit innerhalb der letzten 2 Jahre vor Beginn der chronischen Erschöpfung, sowie jederzeit danach

 

• Schweres Übergewicht (BMI über 45).


Laboruntersuchungen

Laboruntersuchungen sind sinnvoll, um eine Reihe von Krankheiten auszuschließen.

Laboruntersuchungen dienen – wie beim Fibromyalgie Syndrom – dem Ausschluss anderer Krankheiten.

Es ist schwierig, hier ein Standardprogramm zu empfehlen, da je nach Fall ganz anderen Verdachtsmomenten nachgegangen werden muss.

 

Basislabor: Blutbild inkl. Zelldifferenzierung der Leukozyten, Erythrozytensenkungsgeschwindigkeit (BSG), Serumkonzentration der Alaninaminotransferase (ALT), Gesamtprotein, Albumin, Globuline, alkalische Phosphatase, Glukose, Harnstoff und Kreatinin, Elektrolyte (Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphat), Hypophysenvorderlappenhormon TSH, Schilddrüsenhormone (fT3, fT4); Urinanalyse.

 

Welche weiteren Laborwerte dann notwendig sind, muss anhand des Einzelfalls entschieden werden. Ich habe meine Zweifel, ob es sinnvoll ist, lange „Viruslatten“ zu untersuchen.

 

Man findet dann zwar möglicherweise, dass jemand mit einem Virus in der Vergangenheit Kontakt hatte, doch dies 

 

1. ist häufig,

2. hat keine therapeutische Konsequenz und

3. kostet recht viel Geld, das man lieber bei der Therapie anlegen sollte.

 

Fukuda, K., Straus, S.E., Hickie, I., Sharpe, M.C., Dobbins, J.G. & Komaroff, A. (1994). The chronic fatigue syndrome: a comprehensive approach to its definition and study. International Chronic Fatigue Syndrome Study Group. Annuals of Internal Medicine, 121 (12), 953-959.

 

Die obigen drei Abschnitte enthalten modifizierte Zitate nach: www.klipsy.unizh.ch/cfs/ (empfehlenswerte Seite)