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Ruhelose Beinen- quälender Bewegungsdrang 

Restless-Legs-Syndrom

Leiden Sie manchmal unter einem schwer zu beschreibenden, tief-sitzenden und unangenehmen Bewegungsdrang in den Beinen?

Nimmt dieser Bewegungsdrang zu, wenn Sie sich setzen oder ins Bett legen?Wird es besser, wenn Sie sich bewegen oder gehen?

Wird es abends oder nachts schlechter?

Haben Sie alle Fragen mit „ja“ beantwortet haben, ist bei Ihnen ein „Restless-Legs-Syndrom“ sehr wahrscheinlich!

Was ist ein Restless-Legs-Syndrom?

Was ist das?

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) oder das „Syndrom der unruhigen Beine“ ist eine neurologische Erkrankung, deren Ursache unbekannt ist. Die Symptomatik besteht aus einem unangenehmen Bewegungsdrang der Beine, das typischerweise auftritt, wenn man sich hinsetzt oder zur Ruhe begibt. 

Die Beschwerden sind sehr schwer zu beschreiben: es kribbelt, zieht, beißt, brennt oder schmerzt in der Tiefe der Beine und wird sofort besser, wenn man die Beine bewegt. 

Zwar sind meist die Beine betroffen, doch kann die Symptomatik sich auch auf die Arme oder andere Körperpartien beziehen.

Weitere Merkmale

Weitere Diagnosekriterien sind 

  • Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
  • Unwillkürliches Zucken der Beine im Schlafen oder in Ruhe (nicht beim Einschlafen!)
  • Periodische Beinbewegungen im Verlauf der Nacht mit Bewegungen alle 20-40 Sekunden
  • Zunahme der Beschwerden im Laufe des Tages
  • Häufung während der Schwangerschaft
  • Häufung bei direkten Verwandten

Häufigkeit

Die Krankheit ist häufig: man schätzt, dass 3-10% der Bevölkerung betroffen sind. Davon soll 1-2% behandlungsbedürftig sein. 

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung kann bereits in jungen Jahren auftreten. 

Wenn die Beschwerden vor dem 40 Lebensjahr beginnen, ist eine familiäre Häufung die Regel. Man nimmt an, dass eine genetische Ursache mit dem Chromosom 12 verbunden ist. Beginnen die Beschwerden erst nach dem 50. Lebensjahr, findet man weniger betroffene Verwandte.

Periodische Beinbewegung

Periodische Beinbewegung

Ebenso wie das Restless-Legs-Syndrom betrifft auch diese Störung die Bewegung von Armen und Beinen im Schlaf. Allerdings setzen die Beschwerden ohne jeden inneren Drang urplötzlich ein. 

Meist bewegen sich die Beine automatisch im Schlaf, und zwar typischerweise zwischen einer halben bis maximal 5 Sekunde Dauer. Nach 20-40 Sekunden wiederholt sich das Phänomen und so geht es hunderte von Malen in einer einzigen Nacht. 

Die Folge: fehlende Erholung im Schlaf, an einen erholsamen Tiefschlaf ist nicht zu denken. 

Die Diagnose erfolgt im Schlaflabor oder mit einer Untersuchung der Beinbewegung (Aktimetrie) mit entsprechenden Sensoren, die an den Beinen befestigt werden. 

Die Therapie entspricht den Maßnahmen, die Beim Restless-Legs-Syndrom genannt worden sind.

Diagnostik

Klinische Diagnose

Die Diagnose erfolgt nach klinischen Kriterien. Laboruntersuchungen oder technische Untersuchungen sind höchstens ergänzend nötig. 

Folgende Symptome sollten vorhanden sein: 

  • Ein Bewegungsdrang der Beine, gewöhnlich begleitet von oder verursacht durch unbehagliche und unangenehme Empfindungen in den Beinen.
  • Der Bewegungsdrang und die unangenehmen Empfindungen beginnen oder verschlechtern sich während Ruhezeiten oder bei Inaktivität wie Sitzen oder Liegen.
  • Der Bewegungsdrang und die unangenehmen Empfindungen werden durch Bewegung wie Laufen oder Dehnen, aber auch durch geistige Aktivität wie z. B. Computerspiele teilweise oder vollständig gebessert. Die Besserung hält zumindest so lange an, wie diese Aktivität ausgeführt wird.
  • Der Drang, sich zu bewegen, und die unangenehmen Empfindungen sind abends oder nachts schlimmer als während des Tages oder treten ausschliesslich am Abend oder in der Nacht auf. 

Folgende zusätzliche Hinweise gibt es: 

  • Restless-Legs-Syndrom bei Verwandten ersten Grades
  • Ansprechen auf Therapie mit L-Dopa
  • Periodische Beinbewegungen im Schlaf

Ursachen

Ursachen

Die eigentliche Ursache der Beschwerden ist unbekannt. Es gibt jedoch einige Erkenntnisse:

  • Genetische Faktoren spielen sicher eine Rolle
  • Während der Schwangerschaft leiden 20% unter den Beschwerden 
  • 20-60% der Dialysepatienten haben RLS
  • Ebenso sind Patienten mit einer Polyneuropathie (diffuser Nervenschaden meist an den Beinen) häufiger betroffen
  • Eisenmangel verstärkt die Beschwerden 

Bestimmte Medikamente/Drogen können die Beschwerden verschlechtern:

  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Antiemetika
  • Lithium 
  • Koffein
  • Alkohol

Irrwege

Viele Patienten gehen oft von Arzt zu Arzt, und es dauert lange, bis die korrekte Diagnose gestellt wird. Da die Beschwerden in den Beinen bzw. den Muskeln auftreten, werden neben dem Hausarzt auch Orthopäden oder Gefäßspezialisten konsultiert – die natürlich nichts finden können. 

Der richtige Ansprechpartner ist ein Nervenarzt – Neurologe.

Unsere Beobachtungen

Wir konnten in den letzten Jahren feststellen, dass besonders zwei Patientengruppen besonders betroffen sind: 

  • Patienten mit Schwellungen und Wassereinlagerungen der Beine. Näheres finden Sie beim Stichwort „Lipödem“. In diesem Fall wirken sich entstauende Therapieverfahren auch sehr positiv auf das RLS aus. 
  • Patienten mit verstärkter Anspannung und vor allem Veränderungen der Atmung mit einer Senkungen des CO2-Spiegels. Näheres finden Sie beim Thema „Hyperventilation“. Bei dieser Patientengruppe konnten wir deutliche Fortschritte durch Atemtraining erzielen. 

Therapie

Medikamentöse Therapie

Medikamentöse Hilfe ist möglich! Die wirkungsvollsten Medikamente sind Anti-Parkinson-Präparate. Obwohl dies ganz eindeutig ist, weiß man nicht, warum dies sich so verhält. 

RLS ist kein Vorstadium des Parkinson!

Die medikamentöse Therapie ist wirkungsvoll und effektiv. Aber sie sollte unbedingt mit einem Spezialisten (Neurologen) abgesprochen werden.

Medikamente (Beispiele)

  • L-Dopa (z.B. Restex® - als einziges zugelassenes Medikament mit diesem Wirkstoff)
  • Dopamin-Agonisten (Pergolide, Pramipexol, Ropinirol)
  • Beruhigungsmittel (Clonazepam, Oxazepam usw.)
  • Antiepileptika (Gabapentin)
  • Opiate (Tramadol, Oxycodon usw.)

Nicht medikamentöse Therapie

Aus unserer  Sicht ist die Therapie des RLS keineswegs auf Medikamente beschränkt.  Wir sind häufig überrascht, wie schnell sich die Symptomatik bessert, wenn konsequent eine multimodale Therapie durchgeführt wird. 

Besonders wichtig erscheinen entstauende Verfahren, (z.B.) manuelle Lymphdrainage, apparative Kompression, andere Formen der Massage, erholsamer Schlaf (Schlafhygiene), Entspannungsverfahren, Atemtherapie und eine Ernährungsumstellung mit Gewichtsoptimierung. 

Videos

Beachten Sie auch die Hinweise zu den Videos.

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