Diese Website verwendet Cookies. Mit Hilfe der Einstellungen Ihres Browsers können Sie dies ändern.
Hier können Sie sich über unsere Datenschutz-Richtlinien informieren. Beachten Sie auch den Haftungsausschluss.
Wenn Sie die Webseite und ihr Angebot nutzen und weiter navigieren akzeptieren Sie Cookies, die Datenschutzerklärung und der Haftungsausschluss.
Akzeptieren

Mehr als nur Dellen

Cellulite

Viele Frauen kennen das: Die Haut, insbesondere an Oberschenkeln, Hüften und Oberarmen, verändert sich, bekommt unschöne Dellen und erinnert im Aussehen an die Oberfläche einer Orange. Doch wer die sogenannte Orangenhaut für ein rein ästhetisches Problem hält und versucht, ihr mit teuren Wundermittelchen zu Leibe zu rücken, verkennt die wahren Ursachen des Problems. 

Was ist Cellulite

Unter einer "Zellulite", „Zellulitis“ oder „Cellulite“ versteht man eine Veränderung der Hautstruktur, die insbesondere an den Oberschenkeln, den Hüften und den Oberarmen bei Frauen auftritt. Sie besteht aus einer vermehrten Wellen- oder Dellenbildung der Haut mit Einziehungen, die an eine Orangenschale oder eine Matratze erinnert. Man spricht von „Orangenhaut“ oder „Matratzenphänomen“. 

Krankheiten, die auf „-itis“ enden, stellen immer eine Entzündung dar. Bei der „Zellulitis“ handelt es sich jedoch keineswegs um eine Entzündung! Entzündungen spielen, wenn überhaupt, dabei eine sehr untergeordnete Rolle. Andere Bezeichnungen wie Cellulite oder Zellulite, sind in Frankreich und Italien verbreitet. Medizinisch spricht man auch manchmal von Pannikulose oder Dermatopanniculosis deformans. 

Die Cellulite wird aus medizinischer Sicht nicht als Krankheit verstanden und manchmal auch nicht recht ernst genommen. Es soll sich um ein rein kosmetisches Problem handeln. Eine Krankenkasse wird daher auch jede Kostenübernahme für eine Behandlung ablehnen.

Ursachen

Dünnhäutige Frauen - Männer als Dickhäuter

Die Ursachen des Phänomens Cellulite sind nur mit Hilfe der Anatomie zu verstehen. Die Anatomie der Haut ist bei Männern und Frauen im Bereich des Fettgewebes grundverschieden. Die Haut setzt sich aus drei Schichten zusammen: die Oberhaut mit der Hornhaut, die elastische Lederhaut und die Unterhaut mit dem isolierenden Fettgewebe. 

Bei Männern ist die Hornhaut etwa 20% dicker als bei Frauen, ihre Lederhaut enthält mehr elastische Fasern und kann mehr Wasser binden und schließlich ist das Unterhautfettgewebe anders organisiert. Die Bindegewebskammern, in die das Fettgewebe eingebettet ist, sind kleiner und verlaufen diagonal. Schließlich enthält die Haut deutlich mehr Talgdrüsen als die der Frau und wird so besser gefettet und geschmeidig gehalten. 

Die Haut des Mannes altert auch anders. Sie neigt nicht zu kleinen Fältchen („knittert nicht“) sondern bildet eher gröbere, „markante“ Falten. Gesunde Männer leiden praktisch nie unter einer Zellulitis, es sei denn, bei ihnen liegt eine hormonelle Störung und starkes Übergewicht vor. 

Bei so vielen Vorteilen dürfen sich Frauen höchstens damit trösten, dass Männer gröbere Hautporen haben und auf Grund der vermehrten Talgbildung auch sehr viel mehr mit Akne geschlagen sind. 

Bei Frauen ist das Fettgewebe der Unterhaut in größeren, senkrecht angeordneten Kammern organisiert. Jede dieser Kammern, die aus unzähligen Fettzellen besteht, ist von Bindegewebssepten begrenzt. Je stärker die Fettkammern gefüllt sind, desto mehr wölben sie sich in Richtung Leder- und Oberhaut. Schiebt man Hautfalten zusammen, werden diese „stehenden Fettkammern“ besonders gut sichtbar (Kneiftest). Je nach Ausmaß der Hautveränderung zeigen sich nun leichte Einziehungen (Orangenhaut) oder stärkere Wellen und Buckel (Matratzenphänomen). Bei den meisten Frauen lässt sich ein gewisses Ausmaß an Zellulitis durch Kneifen demonstrieren.

Risikofaktoren

Gewichtszunahme

Je stärker sich die Fettkammern füllen, desto mehr wölbt sich auch ihr Oberrand hervor und erzeugt das unerwünschte Hautbild. Starkes Übergewicht geht automatisch mit Zellulitis einher, da die Fettkammern durch die Gewichtszunahme prall gefüllt werden.

Dicke der Haut

Je dicker die Lederhaut ist, desto weniger sind die stehenden Fettkammern sichtbar, da sie tiefer unter der Oberhaut verborgen sind. Wenn wir älter werden, nimmt die Hautdicke ab. Dann erschrecken viele Frauen, weil sie plötzlich das Matratzenphänomen bei sich entdecken, von dem sie bis dahin verschont waren.

Elastizität der Haut

Je elastischer der Halteapparat des Fettgewebes und die Elastizität der Haut im Allgemeinen, desto weniger wölben sich die Fettkammern hervor. Die Anzahl und die Qualität der elastischen Fasern werden von vielen Faktoren bestimmt. Wesentlich ist die hormonelle Situation. Weibliche Sexualhormone (Östrogene, Gestagene) wirken sich hier positiv aus und steigern die Elastizität der Haut. Dies erklärt auch, warum die Haut im Alter faltiger und brüchiger wird, da die Hormonproduktion kontinuierlich nachlässt. 

Flüssigkeitsgehalt der Haut

Je mehr Flüssigkeit die oberen Hautschichten speichern können, desto weniger werden die Fettkammern der Unterhaut sichtbar. Vor allem der Anteil von Kollagen und anderen Eiweißmolekülen ist hier entscheidend. Wiederum haben die weiblichen Hormone einen günstigen Einfluss auf die Produktion dieser Eiweiße.

Schwellung der Fettzellen

Frauen, die eher zur Wasserretention neigen, leiden auch unter einer leichten Schwellungsneigung des Unterhautfettgewebes. Als Hintergrund müssen Veränderung der Mikrozirkulation vermutet werden, ähnlich wie beim Lipödem. Wasser und Eiweiß treten aus den Kapillaren aus und lassen die Fettgewebskammern weiter anschwellen. Bei der feingeweblichen Untersuchung erkennt man eine Erweiterung der Lymphgefäße der Haut. Auf diese Weise treten die stehenden Kammern nun noch deutlicher hervor. 

Im Gegensatz zu vermehrter Flüssigkeit in der Leder- und Oberhaut ist die Schwellung in diesem Bereich ungünstig, da sie das Phänomen der Zellulitis noch verstärkt. 

Wie immer, wenn Eiweiß über längere Zeit im Gewebe verbleibt, kommt es nach einer Weile zu einer Verhärtung. Die Unterhaut wird derber, weiße Blutkörperchen wandern ein, das Gewebe entzündet sich und die Septen treten deutlicher hervor. Als Folge tastet man nun kleine Knötchen und größere Knoten im Fettgewebe.

Bewegungsmangel

Jede Bewegung fördert nicht nur den Fettabbau. Sie führt auch zur verbesserten Durchblutung. Über gut durchbluteter Muskulatur wird weniger Fett deponiert. Dies sind nur zwei der Faktoren, warum Bewegung ein äußerst wichtiger Faktorbei Zellulitis ist. Wer wenig Sport betreibt, hat auf jeden Fall ein größeres Risiko. Es ist auch leicht nachzuvollziehen, dass über einer gut ausgebildeten Po-Muskulatur die Haut straffer erscheint.

Durchblutungsstörungen

Zwischen Arterien und Venen existiert ein Regulationsmechanismus, der als veno-arterieller Reflex bezeichnet wird. Wenn immer Venen eine Überfüllung registrieren, geben sie ein Signal an die zugeordneten Arterien ab, die sich dann zusammenziehen und den Blutfluss vermindern. Dadurch nimmt die Durchblutung ab und die Überfüllung der Vene wird beendet. 

Bei Patientinnen mit Zellulitis ist dieser Reflex in der Haut aus unbekannter Ursache gestört. Ohne diesen Schutzreflex kommt es zu einer Überfüllung der Unterhaut und zu einer zunehmenden Ödemneigung.

Rauchen

Rauchen ist für viele Krankheiten verantwortlich. Auch für die Zellulitis? Indirekt schon, denn Rauchen lässt die Haut dünner werden! Zwischen 25 bis 40% soll die Haut durch die Glimmstengel einbüßen, so der Vergleich zwischen rauchenden mit nicht-rauchenden Zwillingen. Gleichzeitig verliert die Haut durch die Zigaretten an Elastizität, was zu der charakteristischen feinfaltigen Haut der Raucher führt. Beide Faktoren lassen die Fettkammern deutlicher hervortreten.

Schwangerschaft

Auch nach Schwangerschaften verändert sich die Haut im Rahmen der natürlichen Gewichtsschwankung. Nicht nur die gefürchteten Schwangerschaftsstreifen zeigen die Schädigung des Unterhautgewebes, sondern auch die Zellulitis kann sprunghaft zunehmen. Die Gründe sind vielfältig. Neben der Gewichtszunahme spielen die allgemeine Ödemneigung in der Schwangerschaft und natürlich auch die Hormonumstellung eine große Rolle.

Genetik

Häufig berichten Frauen, dass Ihre Mütter und Schwestern ebenfalls zu einer Zellulitis neigen würden. Gleichzeitig sei „schlechtes Bindegewebe“ in der Familie verbreitet. Zwar sind mir exakte Zahlen zu diesem Thema nicht bekannt, doch dürfte eine gewisse Veranlagung auch bei der Zellulitis nicht unwesentlich sein. Leidet die Mutter an einer ausgeprägten Zellulitis, muss die Tochter diese nicht schicksalhaft bekommen. Es kommt jedoch dann sehr darauf an, die obigen Risikofaktoren zu minimieren.

Zusammenfassung

Zusammenfassend handelt es bei der Zellulitis also um ein Krankheitsbild mit vielfältiger Ursache. Man könnte es als „Mini-Lipödem“ bezeichnen, also eine Erkrankung, die vor allem auf einer Störung der Mikrozirkulation, vermehrter Fetteinlagerung, einem eiweißreichen Ödem sowie anschließender Verhärtung besteht. Es nur als „kosmetisches Problem“ zu behandeln, wird weder dem Leiden der betroffenen Frauen noch dem komplizierten medizinischen Phänomen gerecht.

Stadien

Wie die meisten Krankheiten wird auch die Zellulitis in mehrere Schweregrade unterteilt. Dabei wird die Stadieneinteilung auf Grund des äußeren Erscheinungsbildes vorgenommen. Unter „Orangenhaut“ versteht man die feine punktförmige Einziehung der Haut, unter „Matratzenphänomen“ eine deutlich gröbere, buckelige Form der Hautunregelmäßigkeit. 

Stadium 0 (normal): Die Haut ist auch beim Stehen glatt. Im Kneiftest sieht man Falten und Furchen, jedoch ansonsten höchstens ein leichtes Orangehautphänomen 

Stadium 1: Die Hautoberfläche ist im Stehen als auch im Liegen glatt, der Kneiftest offenbart jedoch ein ausgeprägtes Matratzenphänomen.

Stadium 2: Die Hautoberfläche ist im Liegen noch glatt, im Stehen fällt ein spontanes Matratzenphänomen auf.

Stadium 3: Das Matratzenphänomen ist nun auch im Liegen vorhanden. 

Der Übergang von einem Stadium in das nächste geschieht meistens fließend und im Verlauf von Jahren. Rasche Verschlechterungen kommen gehäuft nach Schwangerschaften oder bei starker Gewichtszunahme vor. 

Unsinnige Therapieversuche

Die Anzahl der Vorschläge gegen die Zellulitis sind vermutlich nicht zu zählen. Wie immer, wenn es so viele unterschiedliche Therapieformen gibt, sollte man vorsichtig sein. Gäbe es ein Therapieverfahren mit durchschlagendem Erfolg, dann würde es sich vermutlich in kürzester Zeit durchsetzen. Besonders kritisch sind alle Empfehlungen zu prüfen, die in verschiedenen Zeitschriften groß beworben werden und mit sensationellen Therapieerfolgen in kürzester Zeit locken. 

Ebenso empfiehlt sich allergrößte Zurückhaltung, wenn die beworbenen Präparate auf der gleichen Seite oder in demselben Heft sofort bestellt werden können. Sehr beliebt sind in diesem Zusammenhang Präparate exotischer Herkunft, uralte Heilmittel, die neu entdeckt wurden oder Substanzen, die von der bösen Schulmedizin heimtückisch verschwiegen werden. 

Sicher ist, dass eine Reihe von Therapieansätzen grundsätzlich nicht oder nicht nennenswert wirksam ist. Dazu zählen alle Cremes und Salben. Die Kosten für diese Pflegemittel kann man sich getrost sparen. Eine mögliche Ausnahme könnten Salben sein, die höhere Mengen an Östrogenen oder Gestagenen enthalten. Bevor man diese verschreibungspflichtigen Substanzen jedoch anwendet, sollte medizinisch abgeklärt werden, ob dagegen keine wesentlichen Einwände bestehen. 

Auch Medikamente zum Einnehmen („Fett-Weg-Pillen“), Entschlackungs-Tees und wohl auch die allermeisten Geräte nützen eher dem Hersteller als den betroffenen Frauen.

Sinnvolle Therapiemaßnahmen

Die Behandlungsmethoden sind grundsätzlich die gleichen wie beim Lipödem. Welche Therapien zum Einsatz kommen, hängt letztlich von der Schwere der Symptomatik, den begleitenden Symptomen und auch vom Ausmaß des Leidens am eigenen Hautbild ab. Vor der Therapie steht daher die Diagnose. 

Angenommen eine schlanke, junge Frau hat eine leichtere Zellulitis im Bereich der Oberschenkel. Sie betreibt dreimal pro Woche Sport, ist normalgewichtig und ansonsten kerngesund. Bei ihr werden bestimmte Massagetechniken vollständig ausreichend sein. 

Ganz anders bei einer übergewichtigen Frau, bei der die Zellulitis bereits stark generalisiert ist mit diffusen Schwellungen der gesamten Haut, Spannungsgefühlen in den Beinen, Schmerzen vor der Periode, Magen-Darm-Beschwerden und vielen anderen Symptomen. Hier wird man mehrere Therapiemethoden kombinieren, da das Symptom „Zellulitis“ nur das Teilsymptom einer sehr viel weitergehenden Ödemneigung ist.

Training der Haut

Bei der Therapie der Cellulite stoßen viele Frauen auf ein Problem: Die Haut ist nicht nur wellig, sondern neigt auch zu „blauen Flecken“. Dementsprechend versuchen sie alles zu vermeiden, was die Haut irritieren oder belasten könnte.  

Doch wer rastet, der rostet! Um die Haut elastischer und kräftiger werden zu lassen, darf sie nicht geschont, sondern muss im Gegenteil gefordert werden. Doch welcher Reiz fördert die Elastizität der Haut?

Muskeln werden durch Bewegung stark. Knochen festigt sich unter Druck. Doch was ist mit der Haut? Hier bleibt nur der „Zug“. Die Haut leiert dadurch (in sinnvollem Rahmen) nicht aus, sondern festigt und stärkt sich.

In den letzten Jahren setzen wir daher sehr intensiv auf Therapien, durch die die Haut animiert wird, neues elastisches und kollagenes Bindegewebe aufzubauen. Im Vordergrund stehen dabei Massagetechniken, bei der an der Haut gezogen wird. 

Es gibt auch wirksame Selbsthilfetechniken, die zu Hause durchgeführt werden, vor allem die Schröpfmassage. Hier sind die Ergebnisse - bei konsequenter Anwendung - oft verblüffend gut. Derzeit arbeiten wir an systematischen Programmen mit täglicher Anleitung. 

Praktische Anleitung

Das könnte Sie auch interessieren

Ähnliche Krankheitsbilder

Teaser Lipödem

Schwellung und Schmerzen: Lipödem

Schmerzen, Schwellungen, unaufhaltsame Gewichtszunahme, blaue Flecken und ein anhaltendes Leiden an der Figur. Und nichts scheint zu helfen: Sport und Diäten verpuffen wirkungslos und selbst die ärztlich verordneten Maßnahmen wie Kompressionsstrümpfe oder Lymphdrainage ändern an den Beschwerden nur wenig. 

Was ist das? Warum wird es nicht besser? Gibt es keine wirkliche Hilfe?

Mehr erfahren

Teaser Flüssigkeitseinlagerung

Angespannt und angeschwollen:  Flüssigkeitsretentionssyndrom

Sehr viele Frauen kennen diese Beschwerden: Vor allem in der zweiten Zyklushälfte wachen sie morgens mit aufgedunsenen Augen auf, beinahe als ob sie abends zu tief ins Glas geschaut hätten. Die Ringe klemmen an den Fingern, die Brust spannt und die Waage zeigt einen erheblichen Gewichtsanstieg, obwohl sie nicht mehr als sonst gegessen haben. Zwar werden die Schwellungen im Gesicht und an der Hand im Laufe des Tages besser. Doch dafür spannen bis zum Abend die Beine. Und dazu fühlen sie sich abgeschlagen, matt und reizbar.

Mehr erfahren

Teaser Cellulite

Dellen und Orangenhaut: Cellulite

Viele Frauen kennen das: Die Haut, insbesondere an Oberschenkeln, Hüften und Oberarmen, verändert sich, bekommt unschöne Dellen und erinnert im Aussehen an die Oberfläche einer Orange. Doch wer die sogenannte Orangenhaut für ein rein ästhetisches Problem hält und versucht, ihr mit teuren Wundermittelchen zu Leibe zu rücken, verkennt die wahren Ursachen des Problems. 

Mehr erfahren