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Keine Luft und kein Befund!

Funktionelle Atemstörungen

 

 

„Nicht alles was pfeift ist Asthma“, so lautet ein geflügeltes Wort in der Medizin.
Rund 10% der Bevölkerung – so eine Schätzung leidet unter Störungen der Atmung für die sich keine körperliche Ursache finden lässt. Sie wird als funktionelle Atemstörung oder auch dysfunktionale Atmung bezeichnet.
Diese Beschwerden sind vielgestaltig und noch gibt es keinen „Goldstandard“ für die Diagnose. Möglichweise ist das Gefühl von Lufthunger, Kurzatmigkeit und auch die Schwierigkeit die Luft anzuhalten am ehesten ein gemeinsamer Nenner.
Funktionelle Atemstörungen wurden früher häufig mit der Hyperventilation gleichgesetzt. Doch das ist nur eine, wenn auch die häufigste Form. Tatsächlich gehören jedoch viel mehr Beschwerdebilder dazu. Noch gibt es keine allgemein anerkannte Einteilung der funktionellen Atemstörungen. Sie finden hier jedoch einen Überblick über die häufigsten Formen.
Bei den meisten funktionellen Störungen durchleben die Betroffenen lange, frustrierende Wege bis zur richtigen Diagnose. Die häufigste Fehldiagnose lautet Asthma. Zwar leiden Asthmatiker gehäuft auch unter zusätzlichen funktionellen Atemstörungen. Doch im Gegensatz zum echten Asthma bronchiale hilft gegen diese Symptome kein Asthma-Spray.
Bei funktionellen Atemstörungen sind andere Therapieverfahren nötig und wir sind sehr erleichtert, dass wir in den letzten Jahren ein Therapiekonzept entwickeln konnten.  

Überblick und Einführung

Die Atmung spielt im Leben eine unvergleichliche Rolle. Ohne Essen können wir Wochen überleben, ohne Trinken geht das Tage lang, aber ohne die Atmung bleibt uns – ganz wörtlich – nach 3-4 Minuten die Luft weg.

Bei der Atmung nehmen wir Sauerstoff auf und geben Kohlendioxid ab. Wir sprechen von einer „Verbrennung“, und tatsächlich macht jeder Ofen nichts anderes: Er verbrennt einen Brennstoff mit Hilfe von Sauerstoff und gibt dafür Kohlendioxid und Wasser ab. Was dem Ofen Holz, Kohle oder Öl ist, das sind für uns Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett.

Die Regulation dieses Prozesses ist in unserem Körper fein geregelt. Die Sauerstoffkonzentration des Blutes liegt bei Gesunden unter normalen Umständen (keine Lungenerkrankung, keine extremen Höhen)  bei fast 100% des maximal möglichen Wertes. Der Kohlendioxidgehalt liegt bei ca. 40 mmHg (= mm Quecksilbersäule).

Wie ist Ihre Atemfrequenz?

Wenn Sie gerade diese Zeilen lesen, werden Sie wahrscheinlich ruhig an Ihrem Computer sitzen. Sie brauchen Energie; dementsprechend benötigen Sie auch wenig Sauerstoff und geben wenig Kohlendioxid ab. Kurz: Ihre Atmung ist ruhig und wahrscheinlich auch regelmäßig.

In solch einem Fall wird Ihre Atemfrequenz etwa zwischen 12 und 15 Zügen pro Minute betragen. Bei Kindern und Jugendlichen ist sie deutlich schneller. Je nach Alter liegt hier die Ruhefrequenz bei 20-30 Atemzügen.

Doch diese Normwerte können täuschen. Manche Menschen können ihre Ruheatmung auf wenige Atemzüge absenken. 3-4 Züge pro Minute oder weniger sind bei tiefer Entspannung möglich.

Anders ist es, wenn Sie Sport treiben oder Treppen hinauflaufen. Nun atmen Sie rasch, um viel Sauerstoff über das Blut zu den Muskeln zu transportieren. Die „Abgase“, das Kohlendioxid, werden sie im gleichen Atemzug wieder los – ziemlich praktisch!

Vollautomatisch und unbewusst

Die Atemregulation ist hochgradig automatisiert; wir brauchen uns darüber keine Gedanken zu machen. Schon wenn wir uns auf eine Aktion vorbereiten, atmen wir ein wenig schneller und stellen uns damit unbewusst auf den erhöhten Bedarf an Sauerstoff ein.

Besonders gut kann man dies bei Sportlern, z.B. Gewichthebern, beobachten, die vor dem entscheidenden Versuch einige Male tief durchatmen und dann „zur Tat schreiten“. Ähnlich verhalten sich Sprinter in den Startlöchern, usw.

Aus medizinischer Sicht ist das sinnvoll, da die Sportler sich so auf den erhöhten Bedarf an Sauerstoff vorbereitet und schon prophylaktisch ein wenig Kohlendioxid abgeatmet haben. Es ist ein bewährter Reflex, der völlig automatisch abläuft.

Die Folge: Unsere Atmung nehmen wir nicht wahr. Selbst sehr auffällige Atmung (dauernde Mundatmung, zu schnelle Atmung) bleibt den Betroffenen meist verborgen.

Normale Atmung

Automatik

Die Atemregulation ist hochgradig automatisiert, wir brauchen uns darüber keine Gedanken zu machen. Schon wenn wir uns auf eine Aktion vorbereiten, atmen wir ein wenig schneller und stellen uns damit unbewusst auf den erhöhten Bedarf an Sauerstoff ein.

Besonders gut kann man dies bei Sportlern, z.B. Gewichthebern, beobachten, die vor dem entscheidenden Versuch einige Male tief durchatmen und dann „zur Tat schreiten“. Ähnlich verhalten sich Sprinter in den Startlöchern, usw.

Aus medizinischer Sicht ist das sinnvoll, da die Sportler sich so auf den erhöhten Bedarf an Sauerstoff vorbereitet und schon prophylaktisch ein wenig Kohlendioxid abgeatmet haben. Es ist ein bewährter Reflex, der völlig automatisch abläuft.

Kohlendioxid

Die meisten Menschen vermuten, der Sauerstoffgehalt des Blutes müsste entscheidend für den Atemantrieb sein. Doch das ist nicht der Fall. Im Regelfall entscheidet die Produktion von Kohlendioxid, ob wir viel oder wenig atmen.

Eine weiterer wichtiger Faktor ist der Säuregehalt des Blutes (pH-Wert). Je saurer das Blut ist (niedriger pH-Wert) desto schneller wird die Atmung. Durch schnelles Atmen wird mehr CO2 abgegeben, was zu einem Absinken des Kohlensäurespiegels im Blut führt. Weniger Kohlensäure bedeutet: der pH-Wert geht auf die Norm zurück (pH 7,38-7,42).

Die entsprechenden Rezeptoren für die Blutgase sitzen in der Halsschlagader (in der Nähe der Teilungsstelle der Arteria Carotis) und in der Aorta am sog. Aortenbogen. Außerdem gibt es Sensoren im Hirnstamm. Gleich in dessen Nähe (Medulla oblongata und Pons) befindet sich auch das Atemzentrum, das die Atemtätigkeit steuert.

Reflektorische Regelung

Doch genau dieser Reflex kann auch Probleme bereiten. Er läuft nämlich auch bei seelischer Anspannung ab, bei der wir uns hinterher nicht besonders bewegen.

Wer sich über etwas aufregt, ärgert oder sich ängstigt, hat hinterher oft keine Gelegenheit, zu laufen oder seinen Gegner körperlich zu attackieren. Es wäre auch in vielen Arbeitssituationen recht merkwürdig, wenn man nach einem unangenehmen Telefongespräch in die Luft boxt oder im Büro hin und her läuft.

Der uralte Atemreflex setzt jedoch genau so ein, als ob wir vor einem Tiger davonlaufen oder einen Gegner attackieren müssten. Kurz: wir atmen zu schnell, was uns in der Regel nicht bewusst ist, da diese rasche Atmung durchaus adäquat zur inneren Spannung ist.

Wichtiges Abgas

Nun kommt es zu einem Ungleichgewicht der Atemgase. Dabei ändert sich die Sauerstoffkonzentration nur unwesentlich, da sie sowieso im Bereich des theoretischen Maximums ist.

Anders die Konzentration des Kohlendioxids. Sie fällt ab und erreicht 35 mm Hg und weniger, also deutlich niedriger als normal. Man mag einwenden, es sei doch nur gut, das unerwünschte Gas loszuwerden. Doch so einfach ist das nicht.

Unser Körper braucht eine Basiskonzentration dieses Gases, sonst verändert sich das Säure-Basen-Gleichgewicht (pH) des Körpers. Mit zu wenig Kohlendioxid wird das Blut zu alkalisch (= basisch, das Gegenteil von sauer). Das hat vielfältige Auswirkungen auf andere Körperfunktionen.

Vor allem vermindert sich die Menge des frei verfügbaren Kalziums im Blut. Seine Konzentration kann sich so um bis zu 50% vermindern. Da Kalzium für Nerven- und Muskeltätigkeit wesentlich ist, zeigen sich hier die stärksten Veränderungen. Im Wesentlichen kommt es zu einer allgemeinen Übererregbarkeit der Nerven und einer Verkrampfung der Muskulatur.

Einteilung der funktionellen Atemstörungen

In der Vergangenheit wurde davon ausgegangen, dass die Hyperventilation und Atemstörung gleichbedeutend ist. Tatsächlich sind die akute und chronische Hyperventilation die häufigsten Formen der sog. „dysfunktionellen Atmung“ auch wenn exakte Zahlen fehlen.

Typische Leitsymptome sind Atemnot, Lufthunger und Kurzatmigkeit ohne organische Ursache.

Es gibt verschiedene Einteilungsversuche. Boulding et. al. schlagen 5 Typen vor, die hier kurz dargestellt werden. Tatsächlich überlagern sich die Phänomene. Vor allem die chronische Hyperventilation findet sich häufig auch bei den anderen Formen der Atemstörung.

Doch gibt es derzeit noch keinen "Goldstandard" bezüglich der Einteilung. Auch andere Unterscheidungen können sinnvoll sein.Tatsächlich sehen wir mehr oder minder ausgeprägte Veränderungen der Atmung bei vielen, wenn nicht den meisten funktionellen Störungen.

 

 

 

 

Hyperventilation

 

Die Hyperventilation ist im folgenden ausführlich dargestellt. Eine besondere Form der Hyperventilation tritt beim Aufrichten aus dem Liegen auf. Sie wird als posturale (= lageabhängig) Hyperventilation bezeichnet. Meist ist sie begleitet von schnellem Herzschlag im Stehen, was posturale Tachykardie genannt wird. Dazu eine umfangreiche Darstellung.

Gehäuftes Seufzen und Gähnen

Gehäuftes Seufzen und (oft begleitend) Gähnen ist ein schwer zu beschreibendes Phänomen. Es kann neben dem normalen gelegentlichen Seufzen bis zu unentwegt auftreten (jede Minute) und ein äußerst quälender Zustand sein. Die Betroffenen leiden unter beständiger Atembeklemmung und haben das Gefühl nicht richtig durchatmen zu können. Diese Symptomatik wird hier dargestellt.

Verstärkte Brustatmung

Verstärkte Brustatmung findet sich bei körperlichen Erkrankungen wie Herzerkrankungen, COPD, Zwerchfellhochstand und auch bei sehr übergewichtigen Menschen. Allerdings kann es auch als rein funktionelles (Stress-) Symptom auftreten.

Paradoxe Atmung & Co.

Fehlende Synchronisierung der Atmung ist ein weiteres Störungsbild. Normalerweise weitete sich der Bauch bei Einatmung und wird bei der Ausatmung flacher. Dies kann jedoch auch genau umgekehrt sein und wird dann als „paradoxe Atmung“ bezeichnet. Neben dieser Extremform gibt es weitere Formen von fehlender Synchronisierung der Atmung.

Diagnostik

Online Test

Sie können einen Online-Test (Nijmegen-Test) durchführen, bei dem Sie sofort eine Bewertung erhalten, ob bei Ihnen eine Hyperventilation wahrscheinlich ist.

Zum Online Test

Diagnostik

In aller Regel erklärt sich eine akute Hyperventilation aus der typischen Symptomatik ohne weitere technische Untersuchung. Bei der körperlichen Untersuchung durch den Arzt fallen die lebhaften Reflexe (s.o.), die bis zu Krämpfen gehen können, und das Zittern (Tremor) besonders ins Auge.

Besteht die Möglichkeit einer Blutgasuntersuchung, so findet sich hier eine Absenkung des Kohlendioxidspiegels und eine Alkalose des Blutes (Blut wird basisch). Diese Untersuchung findet z.B. manchmal beim Lungenfacharzt statt. Dazu muss ein wenig Kapillarblut (z.B. Ohrläppchen) entnommen werden.

Atemgase in der Atemluft

Deutlich genauer lässt sich die Atmung kontrollieren, indem der CO2-Gehalt der Ausatemluft überprüft wird. Dieser steht im Gleichgewicht mit dem CO2-Spiegel des Blutes. Diese Messung ist einfach und ohne Blutabnahme möglich.

Hyperventilationstest

Oft steht während eines Anfalles kein Arzt zur Verfügung. Die betroffenen Menschen überwinden den Anfall alleine und suchen erst später einen Arzt auf.

In solchen Fällen kann nachträglich ein Hyperventilatonstest durchgeführt werden. Unter der geschützten Umgebung einer Praxis oder Klinik atmet der Patient bis zu 3 Minuten lang ca. 60 Atemzüge pro Minute. In dieser Zeit sollte die Mehrzahl der Symptome auftreten: Kribbeln, Verkrampfung, Schwindel, Sehstörungen, Beklemmungsgefühle, Kloßgefühl im Hals, Herzklopfen und Angst.

Der Versuch ist eher seelisch als körperlich belastend, sollte jedoch nicht bei Asthma bronchiale, schweren Herzerkrankungen oder Gefäßerkrankungen durchgeführt werden. Fragen Sie bitte zuvor Ihren Arzt.

Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Kribbeln – eben die typische Hyperventilationssymptomatik.

Schnelle Therapie

Wir führen den Test in folgender Modifikation durch: Im Anschluss an den Test lassen wir die Patienten rückatmen. Innerhalb weniger Minuten verfliegt die Symptomatik, was einen zweiten Beweis für eine Hyperventilation darstellt.

Kleine Besonderheiten: Nicht alle Veränderungen ergeben sich aus der Veränderung von Kohlendioxid und dem Säure-Basen-Gleichgewicht. Das Herzklopfen, Zittern und die Angst sind auch durch den erhöhten Ausstoß von Stresshormonen und die seelische Anspannung bedingt.

Besonders die Stresshormone benötigen eine Zeitlang, um wieder abgebaut zu werden. So kann es sein, dass nicht die ganze Symptomatik mit der Rückatmung verschwindet, sondern erst im Verlauf von 30 Minuten bis zu 1½ Stunden, nämlich dann, wenn auch die Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin und Kortison) wieder auf das Ausgangsniveau zurückgegangen sind.

Akute Hyperventilation

Symptomatik

Bei der akuten Hyperventilation steht vor allem die abgrundtiefe Angst im Vordergrund. Die Betroffenen haben den Eindruck, sie stünden unmittelbar vor dem eigenen Tod. Es ist oft eine Kombination aus Angst vor dem Umfallen, Ersticken oder einem Herzinfarkt. Gleichzeitig besteht meist das Gefühl, vollständig hilflos zu sein.

Das schnelle Atmen wird meist nicht wahrgenommen. Es dominiert das Gefühl der Atemnot und der Angst vor dem Ersticken.

Häufig beginnen die Symptome mit einem Kribbeln (Ameisenlaufen) in den Fingern, Zehen und im Mundbereich. Gleichzeitig stellen sich Gefühllosigkeit, Zittern und Muskelschmerzen ein.

Später kommt es dann zu Krämpfen der Muskulatur. Meist beginnt dies an den kleinen Fingern beider Hände („Pfötchenstellung“), später kommt es zu einem Anziehen der Arme, Strecken der Beine und einer Verkrampfung der Rückenmuskeln. Im Extremfall können Krampfanfall ähnliche Zustände eintreten – jedoch meist keine vollständige Bewusstlosigkeit.

Massive Veränderung von Atmung, CO2 und Elektrolyten

Der akute Hyperventilationsanfall ist auch biologisch ein dramatisches Ereignis. Die Atmung steigert sich bis auf 500% der Norm. Gleichzeitig fällt der Spiegel von Kalium, Magnesium und Kalzium deutlich ab. Dies führt zur einer allgemeinen Übererregbarkeit der Nerven. Welche Beschwerden nun auftauchen, hängt vom individuellen „wunden Punkt“ ab.

Mit dem Abfall des CO2 Spiegels wird gleichzeitig die Hirndurchblutung vermindert. Kopfdruck oder Kopfschmerzen sind die Folge.

Zentrale und vegetative Beschwerden

Schwindel, Benommenheit, „Mattscheibe“, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Wetterfühligkeit, Schwitzen, Frieren, kalte Hände und Füße, Harndrang, auch das prämenstruelle Syndrom werden durch einen erniedrigten CO2-Spiegel verstärkt.

Herzbeschwerden

Die bei der Hyperventilation auftretenden Schmerzen in der linken Brustwand werden von den Betroffenen entweder als stechender Schmerz oder als dumpfes Druckgefühl hinter dem Brustbein oder der linken Brustwand erlebt. Daneben tritt vermehrtes Herzklopfen auf.

Magen-Darm-Beschwerden

Zahlreiche Magen-Darm-Beschwerden können auftreten: Vor allem Übelkeit, Völlegefühl, Magenbeschwerden, Blähungen, vermehrte Darmgeräusche, Durchfall oder andere Beschwerden, die an einen Reizdarm erinnern.

Atembeschwerden

Engegefühl im Brustbereich, Kloßgefühl oder unangenehmes Gefühl im Hals, Beklemmungsgefühl, Gefühl, keine Luft zu bekommen, Gähnen, Seufzen, Reizhusten und zu schnelles Atmen.

Chronische Hyperventilation

Während das akute Hyperventilationssyndrom noch relativ leicht zu erkennen ist (subjektive Atemnot, verstärkte Atmung, starke Angst, Herzklopfen), ist das beim chronischen Hyperventilationssyndrom weitaus schwieriger. Auch hier liegt eine beschleunigte Atmung vor, doch ist sie nur gering verstärkt. Von außen ist das schnelle Atmen praktisch nicht erkennbar und auch die Betroffenen nehmen es nicht wahr. Der Kohlendioxidspiegel ist nur gering erniedrigt, das Säure-Basen-Gleichgewicht nur leicht verändert, da die Niere in der Lage ist, hier ausgleichend einzuwirken.

Viele Patienten mit chronischer Hyperventilation wissen daher über das Problem wenig oder nichts. Trotzdem liegt bei Ihnen der CO2-Spiegel bereits im entspannten Ruhezustand deutlich unter der Norm, nämlich 35 statt 40 mmHg. Es gibt Hinweise auf eine Abhängigkeit der Katecholamine (Stresshormone) vom CO2-Spiegel, was die Bedeutung der Atmung für verschiedene psychosomatische Störungen nochmals hervorhebt.

Symptome

Als Leitsymptome des chronisches Hyperventilationssyndroms gelten:

  • Schwindel und Benommenheit
  • Brustschmerzen
  • kalte Hände und Füße
  • Müdigkeit
  • Schlappheit
  • Schläfrigkeit
  • Wetterfühligkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Vergesslichkeit
  • Reizbarkeit
  • Angespanntheit, ängstliche oder depressive Symptomatik

 Auch weitere Beschwerden kommen vor, manchmal die ganze Vielfalt der sog. funktionellen Störungen, deren gemeinsamer Nenner eine Senkung der Reizschwelle ist.

pH-Verschiebung

Beim chronischen Hyperventilationssyndrom ist höchstwahrscheinlich der Bikarbonat-Puffer des Blutes grenzwertig erschöpft sodass bereits eine kurzfristig beschleunigte Atmung zu einer Veränderung pH im Blut führt.

Solche Auslöser können Angst, körperliche Aktivität oder sogar freudige Erregung sein. Für die Betroffenen ist der Zusammenhang oft nicht erkennbar, da bereits wenige Atemzüge zu viel die Symptomatik auslösen können.

Falscher Erstickungsalarm

Die Folge: steigt der CO2-Gehalt des Blutes auf normale Werte, reagiert der Körper als ob Erstickung drohen würde. Atemnot, ein Gefühl der Einengung und noch schnellere Atmung mit den typischen Folgen (akute Hyperventilation) ist die Folge.

Diese Zustand wird auch „falscher Erstickungsalarm“ (englisch: false suffocation alarm) genannt.

Eine der typischen Zeichen: Steigt in einem Raum der CO2-Gehalt der Luft, da sich dort mehrere Menschen aufhalten, löst das bei den Betroffenen sehr früh den Eindruck aus: „Hier muss dringend gelüftet werden“. Sie reagieren übersensibel auf den erhöhten Kohlendioxidgehalt der Luft.

Reizhusten und Belastungsasthma

Der CO2-Wert hat auch eine ausgeprägte Wirkung auf die Bronchien. Je höher der CO2-Spiegel desto stärker entspannt die Bronchialmuskulatur. Umgekehrt führt eine Erniedrigung von Kohlendioxid zu einer Engstellung und Verkrampfung. Gleichzeitig wird die Schleimbildung gefördert.

Die Folge: Die freie Atmung ist behindert, Atemnot die Folge und dies veranlasst die Betroffenen schneller zu Atmen, was zu einer weiteren Absenkung des CO2-Spiegels führt. Ein Teufelskreis.

Bei Asthma bronchiale leidet ein Teil der Patienten offenbar unter einem chronischen Hyperventilationssyndrom mit reduziertem Kohlendioxid-Werten im Blut. Nahe liegender Weise neigen diese Untergruppe auch häufiger unter Angst und Anspannung. Der Anteil der Patienten mit Asthma und erniedrigtem CO2 dürfte erheblich sein, allerdings schwanken die Zahlen in der Literatur erheblich.

Schwindel

Sehr eng verbunden mit der chronischen Hyperventilation ist eine besondere Art des Schwindels, der als Schwankschwindel oder phobischer (Angst-) Schwankschwindel bezeichnet wird.

Es besteht ein sehr unangenehmer Dauerschwindel bei dem die Betroffenen jedoch mühelos auf einem Bein stehen können. Typisch ist, dass sich bei den Untersuchungen durch den HNO-Arzt oder Neurologen kein Befund ergibt. 

Zu dieser Symptomatik (Schwindel ohne Befund) gibt es eine ausführliche Darstellung hier.

Chronische Mundatmung

Durch den Mund zu atmen ist natürlich bei körperlicher Anstrengung und Sport völlig normal. Doch die - meist unbewusste - Gewohnheit beständig den Mund offen zu lassen hat überraschende Folgen. 

  • Was bewirkt die dauernde Mundatmung?
  • Welchen Zusammenhang gibt es zur Infektneigung?
  • Warum wirkt sie sich auf die Konzentration aus?

Kehlkopfkrampf - Vocal Cord Dysfunction - VCD

Es beginnt urplötzlich: Ein Hustenstoß, ein Verschlucken oder auch beim Inhalieren von ätherischen Ölen. Der Hals ist wie zugeschnürt, keine Luft gelangt in die Lungen, als ob jemand mit eisernem Griff die Kehle zudrückt.  Todesangst setzt ein. Man ringt verzweifelt um Luft, es krächzt im Hals, je mehr man sich bemüht, desto weniger gelingt es, Atem zu schöpfen. Die Angst wird immer schlimmer, das Gefühl zu ersticken steigert sich. Das Herz rast, man weiß nicht ein noch aus und ringt nur noch um Luft.

Dann - nach einer Ewigkeit – lässt der Druck im Hals wieder nach.  Die Luft strömt erst langsam, dann stetiger wieder in die Lungen. Das Beklemmungsgefühl lässt ein wenig nach. Nach wenigen Minuten ist der Anfall vorbei. Der Hals fühlt sich noch rau an, das Herz klopft noch, man ist völlig erschöpft und innerlich zittrig. Vor allem aber fühlt man sich extrem verunsichert. Was war das? Kann das wiederkommen? Kann ich daran sterben?

Ständiges Seufzen und Gähnen

Warum Seufzen?

Warum seufzen wir? Natürlich weil wir es im Leben nicht leicht haben! Aber dann macht ein Seufzer der Erleichterung wenig Sinn! 

Wir Seufzen  aus ganz unterschiedlichen seelischen Veranlassungen heraus: Traurigkeit, Frustration, Lagenweile, Stress oder Überraschung. Wir geben mit einem Seufzer auf und wir äußern unsere Erleichterung durch so einen tiefen Atemzug.

Ausserdem: das Seufzen gibt es bei allen Säugetieren. Je kleiner desto häufiger! Ratten zeigen z.B. ihre Erleichterung über einen ausbleibenden Stromschlag durch einen Seufzer an.

Kurz: Seufzen ist ein sehr alter Reflex, der tief mit unserer Biologie verbunden ist. Dahe wird die Bedeutung des Seufzens auch völlig unabhängig von der Sprache oder Kultur weltweit verstanden.

Kloßgefühl und Räusperzwang

Die Patienten berichten, sie würden beständig unter dem schwer zu beschreibenden Gefühl leiden, es sei etwas Störendes, Beengendes im Hals und das müsse irgendwie heraus. Dauernd hätten sie das Bedürfnis zu schlucken oder sich zu räuspern. Bei einigen wird auch ein Hustenreiz oder Atemnot ausgelöst.

Muskelzucken (Faszikulieren) und Atmung

Die Beschwerden können überaus bedrohlich erscheinen: Plötzlich zucken die Muskeln an verschiedensten Stellen des Körpers. Dabei bewegt sich nichts und es tut nicht weh. Nur unter der Haut scheinen Teile der Muskeln ein Eigenleben zu entwickelt. Was sind das für merkwürdige Beschwerden? Sind sie tatsächlich bedrohlich?

Panikattacken und Atmung

Panikattacken und Panikstörungen werden als Unterform der Angststörungen bezeichnet. Sie kommen urplötzlich „aus heiterem Himmel“ und gehen mit Todesangst einher.
Die meisten Betroffenen erleben vor allem eine intensive körperliche Bedrohung und sind häufig überrascht , wenn kein körperlicher Befund erhoben wird. Viele sind skeptisch, wenn von einer rein psychischen Störung ausgegangen wird.
Tatsächlich gibt es neue Erkenntnisse über die organischen Hintergründe der Panik, die zu innovativen, wirksamen Therapien führen. Eberfalls interessant:  Atemstörungen.

 

 

Schluckangst (Phagophobie) und Atmung

Unter Phagophobie (Phagophobia) oder Schluckangst (swallowing  anxiety ) wird die Angst vor dem Verschlucken verstanden. Diese geht in der Regel mit der Angst vor dem Ersticken (choking phobia)  einher.  Sie sollte nicht mit einem Globus hystericus oder Anorexia nervosa verwechselt werden. Neben der Angst sich an Nahrung zu verschlucken, kann auch die Angst vor dem Verschlucken des Speichels bestehen.

Phagophobie wird zu den spezifischen Phobien (ICD: F40.2) gerechnet und von der Agoraphobie, den Panikstörung und den generalisierten Angststörungen abgegrenzt. Auch im DSM-5 wird die Störung erwähnt.

Erschöpfung und Atmung

Erschöpfung ist zunächst einmal ein völlig normales Gefühl. Wenn Sie viel gearbeitet haben oder nur wenig Nachtruhe finden konnten, dann brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn Sie sich irgendwann müde fühlen. Doch das ist hier nicht gemeint: Es ist keine ruhige, zufriedene Müdigkeit, sondern eine unruhige, getriebene Erschöpfung, eine spannungsreiche Leere.

Ein weiterer Unterschied: Wenn Sie eine Weile einfach zu viel gemacht haben, dann hilft Ihnen eine wohltuende Nachtruhe, ein entspanntes Wochenende oder zur Not einige ruhige Urlaubstage oder -wochen.

Doch für die Patienten ist das anders. Weder der Nachtschlaf, noch die Krankschreibung, noch die Ruhe tagsüber macht es irgendwie besser. Sie haben ein fast unbezwingbares Bedürfnis nach Ruhe und Erholung – doch dieses Bedürfnis lässt sich nicht befriedigen. Es scheint wie ein böser Fluch zu sein: je mehr sie sich ausruhen, desto erschöpfter fühlen sie sich. Wir haben Patienten, die können nach Monaten oder Jahren der Ruhe praktisch nur noch liegen. Selbst das Sitzen überfordert sie nach kurzer Zeit, von Stehen oder sonstiger Bewegung ganz zu schweigen.

Was ist das für eine Beschwerdebild? Was ist zu tun?

Folgen von Beinahe-Ersticken

Herzrasen und Atemnot im Stehen - POTS & Co.

Bei der  posturalen Tachykardie fühlen sich die Betroffenen im Liegen am allerwohlsten. Doch wehe, wenn Sie aufstehen. Dann springt der Puls plötzlich um 30 oder mehr Schläge pro Minute nach oben.

Doch das ist nicht alles: Es kommt zu einem Leeregefühl im Kopf, Übelkeit, Schwäche, Zittern, Ängsten und manchmal Panikgefühlen. Nach einer Weile stellt sich vor allem eine kaum zu beherrschende Erschöpfung ein.

Einige liegen fast den gesamten Tag und sind kaum noch fähig einem normalen Alltag zu führen.

Es geht um Hintergründe, Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Neu: Unsere POTS-APP (siehe unten)

Geruchsempfindlichkeit und Atmung

Schlechte Gerüche stören fast alle Menschen. Allerdings kann es sein, dass die Empfindlichkeit auf Gerüche und Duftstoffe so gesteigert ist, dass daraus ein echtes Leiden entsteht. Dies wird mit unterschiedlichen Begriffen belegt: Hyperosmie, Osmophobie (Geruchsangst), MCS (multiple chemische Sensibilität, idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit, chemische Mehrfachempfindlichkeit, multiple-chemical-sensitivity-syndrome und anderen. 

Kurzfristige Therapie

Bei der Therapie ist es sinnvoll, zwischen den Akutmaßnahmen und der längerfristigen Therapie zu unterscheiden.

Ein einzelner Hyperventilationsanfall/Panikattacke ist in der Regel schnell in den Griff zu bekommen, sofern die Symptomatik richtig erkannt wird. Mit der richtigen Technik ist es meist möglich, die bedrohliche Symptomatik abzufangen. Dies alleine ist für die Betroffenen bereits eine große Hilfe.

Allerdings bleibt nach einem solchen Erlebnis häufig eine tiefe Verunsicherung zurück. Diese führt dann meist zu weiteren Symptomen, die nicht so einfach zu behandeln sind. Es handelt sich dabei etwa um einen hartnäckigen Schwindel, Benommenheit, Schreckhaftigkeit, Ängstlichkeit, Druck auf der Brust, Schluckbeschwerden oder weitere funktionelle Störungen.

In diesen Fällen sind weitere Maßnahmen nötig. In der Regel führen wir dann eine multimodale Therapie durch.

Veraltete Methoden

Während einer Panikattacke mit Hyperventilation wird durch ein äußeres Ereignis ein Teufelskreis ausgelöst. Meist geschieht dies in einer Anspannungssituation; manchmal sind es jedoch banale Situationen wie schnelles Aufrichten oder körperliche Belastungen.

Durch beschleunigte Atmung kommt es zur Verminderung des Kohlendioxidgehaltes im Blut, einer pH-Verschiebung und dem daraus folgenden relativen Kalzium-Mangel des Blutes.

In der Vergangenheit wurde daher versucht den pH-Wert des Blutes mit einer Puffer-Infusion zu neutralisieren. Außerdem gab man Kalzium als Injektion. Beide Methoden sind heute verlassen. Auch die Injektion eines Beruhigungsmittels vom Diazepam-Typ (z.B. „Valium®“) wird heute als veraltet betrachtet.

Die Therapie der Wahl im akuten Anfall ist die Beruhigung und die Rückatemtechnik.

Langfristige Therapie

Der akute Hyperventilationsanfall benötigt meist nur die einfache Rückatmung. Langfristig liegt die Problematik häufig darin, die Angst vor weiteren Anfällen zu nehmen und mögliche auslösende Beschwerden und Erkrankungen zu behandeln.

Häufig besteht nach einem oder mehreren Hyperventilationsanfällen oder Panikattacken eine ständige Angst vor weiteren solchen als lebensbedrohlich erlebten Zuständen. Ausgerechnet diese Angst führt – unbewusst – zu einer beschleunigten Atmung. Weitere Symptome wie Schwindel, Benommenheit, innere Unruhe und vegetative Symptome kommen häufig hinzu und verstärken die Beschwerden.

Der Körper stellt sich auf diese permanente Anspannung ein. Vermutlich führt dies zu einer dauerhaften Verstellung des Soll-Wertes für CO2 im Stammhirn. Das bedeutet: Die Betroffenen haben den Eindruck, sie atmen völlig normal, doch tatsächlich ist dies immer ein wenig zu schnell.

Überblick

Bei der Therapie geht es um

  • Veränderung der Atemtechnik
  • Anhebung des CO2-Spiegels
  • Verminderung von Angst und Anspannung
  • Unterbrechung der Meidungs- und Rückzugsspirale
  • Behandlung spezifischer Symptome (Schwindel, Schmerzen, vegetative Beschwerden)
  • Individuelle psychotherapeutische Behandlung

Atemtherapie

Ein wesentliches Ziel ist die Anhebung des Sollwertes für den CO2-Gehalt des Blutes. Dazu gibt es verschiedene Techniken, die jedoch eines gemeinsam haben: Ein erhöhter CO2-Spiegel wird mit Entspannung und Freiheit von Angst gekoppelt.

Eine ruhige, entspannte Atmung ist einer der Königswege zu innerer Ausgeglichenheit. Wir setzen daher eine Reihe von Atemtherapieverfahren ein, die dann zu Hause weiter geführt werden können.

Eine Besonderheit ist eine Atemtherapie, bei der der Kohlendioxidspiegel direkt gemessen wird. Mit dieser Biofeedback-Methode zeigt ein Gerät unmittelbar den Lernerfolg an.

Weitere Biofeedback-Methoden verbinden die Atmung mit Tönen. Ein Gerät misst, wie schnell der Atem ist, und setzt dies in Musik um. Je ruhiger der Atem, desto angenehmer die Musik. Im Verlauf von wenigen Minuten beruhigt sich so die beschleunigte Atmung.

Oft kommen die Betroffenen am Ende mühelos mit wenigen Atemzügen pro Minute aus.

Zutrauen und Zuversicht

Die dauerhaft beschleunigte Atmung führt sehr häufig zu einem Zustand der inneren Erregung und tiefer Unsicherheit. In einem weiteren Schritt der Therapie wird deshalb versucht, wieder Sicherheit und Wohlbefinden zu vermitteln.

Dazu dienen Gespräche, in denen ein Verständnis für die Symptomatik und deren Entstehung gewonnen wird. Doch darüber hinaus geht es um die sinnliche Erfahrung, dass der Körper sich wieder gut und vital anfühlt. Massagen, Physiotherapie, Bewegung vermitteln Zutrauen und Zuversicht. 

Dieser Teil der Therapie spielt aus unserer Sicht eine große Rolle, um schnelle Erfolge zu erzielen.

Rückgewinnung von Autonomie

Wer über längere Zeit durch unerklärliche Beschwerden verunsichert war, zieht sich häufig stark zurück. Viele Betroffene trauen sich nicht mehr an die Orte, an denen sie eine Panikattacke oder eine Hyperventilation erlebt haben. Manche fühlen sich dann ausschließlich zu Hause sicher und gehen nur noch in Begleitung aus dem Haus.

Doch das, was kurzfristig die Angst mindert, macht sie langfristig schlimmer. Daher ist die Rückgewinnung der verlorenen Selbstsicherheit und autonomen Aktivität ein weiterer wichtiger Schritt in der Therapie.

Multimodale Therapie

Hyperventilation und Panikattacken treten selten als isolierte Symptome auf. Meist sind sie mit anderen vegetativen und funktionellen Beschwerden gekoppelt. Sehr häufig ist eine hartnäckige Schwindelsymptomatik. Auch Reizmagen, Reizdarmbeschwerden, Schlafstörungen, Kälteempfindlichkeit und Blutzuckerschwankungen sind oft mit der Symptomatik verbunden.

Für die Betroffenen ist die Vielzahl der Symptome oft verwirrend und beunruhigend. Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine gemeinsame Ursache, wie an anderer Stelle dargestellt.

Wir behandeln daher in der Regel nicht nur die Atmung, sondern umfassend mit einer multimodalen Therapie, um Körper, Geist und Seele gleichzeitig anzusprechen.

Atem-App

Wir konnten über mehrere Jahre eine App entwickeln, mit der Sie zuhause trainieren können. Diese eignet sich als Ergänzung zu den obigen Maßnahmen oder auch als alleineige Therapie in weniger ausgeprägten Fällen.

Zu den Apps

Kapnometer Training

Bei funktionellen Atemstörungen ist der Kohlendioxid des Blutes in der Regel zu tief. Dies gilt vor allem bei Stress und innerer Anspannung. Das Problem: Den Kohlendioxid-Gehalt Ihres Blutes können Sie nicht wahrnehmen.  Es ist ähnlich wie beim Blutdruck. Selbst Menschen, die über Jahre oder Jahrzehnte einen erhöhten Blutdruck haben, merken davon wenig oder gar nichts.

Daher hat die Messung des CO2-Spiegels mit einen sog. Kapnometer (Kapnos = Rauch) für uns eine zentrale Bedeutung. Wir setzen solche Geräte nicht nur diagnostisch sondern auch therapeutisch ein. Bewährt haben sich vor allem Geräte, mit denen der CO2-Gehalt der Atemluft bestimmt wird. Diese korrespondiert mit dem CO2 des Blutes.

Wenn Sie nun während der Atemübungen den CO2-Gehalt der Luft messen, können Sie erkennen, ob Sie die Übungen korrekt durchführen. Es ist nämlich leider so, dass vielfach Atemübungen zwar technisch korrekt durchgeführt werden, jedoch dennoch zu einer höchst unerwünschten Absenkung des CO2-Spiegels führen.

Geleitete Online-Selbsthilfe

Auch wenn die Atem-App für die meisten Patienten bereits hilfreich ist, stellen sich für die Betroffenen viele Fragen im Verlauf der Therapie: Welche Übungen setze ich ein? Was benötiige ich für meine Beschwerden an zusätzlichen Maßnahmen? Mache ich die Übungen wirklich richtig? usw.

Daher bieten wir eine Online-Unterstützung per Videosprechstunde an. Eine geschulte Physiotherapeutin führt in die Benützung der App und der nötigen Hilfsmittel ein, die vorab zugeschickt wurden.

Anschließend werden meist im Wochenabstand in halbstündigen Videositzungen die Übungen und anstehenden Fragen durchgesprochen. 

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Teaser Sick building

Krank in Gebäuden - draussen geht es gut: Sick-Building-Syndrom

Bis zu 20% aller Büroangestellten klagen über rätselhafte Symptome: Kopfschmerzen, Kopfdruck (hinter den Augen, Schädel), Leistungsschwäche, Konzentrationsstörungen, Benommenheit, trockene Augen, Hustenreiz, Atemnot  (ähnlich Asthma), trockene und brennende Augen, Geruchsempfindlichkeit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen.

Diese Beschwerden lassen nach, wenn die Betroffenen das Büro verlassen und sich im Freien bewegen. Die Mehrzahl beschuldigt die Klimaanlage, für ihr Leiden verantwortlich zu sein. 

Die Beeinträchtigung der Betroffenen ist oft erheblich und die wirtschaftlichen Schäden durch Leistungseinbußen und Krankheitsausfälle sollen in die Milliarden Euro gehen. 

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Teaser funktionelle Atemstörungen

Keine Luft und kein Befund

Atemnot, Beklemmung, das Gefühl nicht richtig durchatmen zu können, Druck auf der Brust, Sauerstoffbedürfnis, Erschöpfung, Schwindel, Benommenheit und Panik sind die häufigsten Beschwerden bei funktionellen Atemstörungen. Körperlich findest sich kein auffälliger Befund. Asthmamittel sind unwirksam.

Doch es gibt neue Erkenntnisse und Therapieverfahren.

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