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Krankheitsmodell

Wie lässt sich das Beschwerdebild verstehen? Derzeit gibt es noch kein etabliertes Verständnismodell. Aus unserer Sichtweise spricht jedoch sehr viel für die Annahme, dass Mund- und Zungenbrennen ähnliche Entstehungsbedingungen aufweist wie bei Fibromyalgiesyndrom oder etwa beim Vulvodyniesyndrom, also bei Sensitivierungsstörungen oder englisch „central sensitization“. 

Am Anfang der Symptomatik steht eine lokale Irritation im Mundraum. Das kann typischerweise eine Infektion (z.B. Candida albicans) sein. Andere lokale Ursachen wären zahnärztliche Eingriffe oder ähnliches.

Doch diese örtliche Irritation ist für die Entwicklung der Beschwerden nicht ausreichend. Meist kommen zwei weitere Faktoren hinzu:

  • Eine Persönlichkeit mit erhöhter Sensibilität, also Menschen mit feinerer Wahrnehmung, möglicherweise gibt es auch angeborene Ursachen („supertaster“).
  • Vermehrte Stressbelastung (Beruf, persönliche Beziehungen) vor oder in der fraglichen Zeit.  

Teufelskreis

Diese Konstellation begünstigt nun einen Teufelskreis: Angesichts einer feineren Wahrnehmung werde lokale Irritationen leichter wahrgenommen. Diese erhalten angesichts einer angespannten und unsicheren persönlichen Situation einen bedrohlicheren Charakter. Das Gefühl von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein stellt sich ein. Durch zahlreiche Untersuchungen und anhaltenden Beschwerden richtet sich die Aufmerksamkeit immer mehr auf die Mundhöhle, deren Bedeutung weiter zunimmt. Dadurch kommt es zu einer zunehmenden Absenkung der Reizschwelle und damit zu einer weiteren Überflutung mit Signalen. Dies verstärkt die Angst und Anspannung und intensiviert so die Schmerzen...

Am Ende hat sich die Symptomatik automatisiert: Schmerz, Angst und Anspannung bedingen sich gegenseitig. 


Begleitsymptomatik

Wie häufig bei chronischen Schmerzerkrankungen kommen nun weitere funktionelle Störungen hinzu.