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Liest man die Literatur zur Therapie der chronischen Unterleibsschmerzen, so findet man schnell eine Gemeinsamkeit: Die Schmerzen gelten als ausgesprochen schlecht therapierbar. Ob chronische Prostatitis, Vulvodynie, Vestibulitis oder Reizblase - alle Krankheiten gelten als therapeutisch „undankbar“. 


Woran liegt das?

Operationen können Beschwerden sogar verstärken, weil sie zu einer weiteren Sensitivierung des Gewebes führen.

Der Grund ist vergleichsweise einfach. Die Beschwerden sind nicht (oder nur in geringem Ausmaß) durch eine Veränderung des örtlichen Gewebes bedingt. Die eigentliche Ursache liegt in der Veränderung der peripheren und/oder zentralen Reizschwelle. Die Folge ist eine übermäßige Sensitivierung, also eine reale (keine eingebildete) Überempfindlichkeit der entsprechenden Region.

Diese Art der Veränderung kann man bei der körperlichen Untersuchung schlecht oder überhaupt nicht erkennen, sie stellen sich auch nicht im Röntgenbild, Ultraschall oder bei Laboruntersuchungen dar.

Dementsprechend bewirken auch örtliche Behandlungen nur selten eine Besserung, was für Ärzte und Patienten gleichermaßen frustrierend ist.

Zu häufig tendiert man dann in der Medizin dazu, die Symptome, die keine eindeutige Ursache zu haben scheinen, allein auf seelische Faktoren zurückzuführen. Den Betroffenen wird empfohlen, einen Psychotherapeuten oder Psychiater zu konsultieren. Erhält man dort lediglich Medikamente, z.B. Antidepressiva, ändert das nur selten etwas an den Schmerzen. Manchmal sind die Nebenwirkungen stärker als die Symptomerleichterung.

Natürlich haben Schmerzen auch seelische Ursachen. Wie erwähnt verstärken Angst, innere Spannung, chronischer Stress oder Depressionen eine Schmerzerkrankung. Insofern kann es sehr sinnvoll sein, psychotherapeutische Elemente in ein umfassenderes Behandlungskonzept einzufügen. Psychotherapie allein und insbesondere eine ausschließliche Behandlung mit Antidepressiva (Medikamenten gegen Depressionen) führen allerdings nur sehr selten zum Erfolg.

  


Multimodale Therapie

Erfolgreiche therapeutische Strategien gehen jedoch einen etwas anderen Weg. Man versucht, die gesenkte Reizschwelle schrittweise anzuheben, um auf diese Weise zu nachhaltiger Beschwerdefreiheit zu kommen. Dabei sind vor allem multimodale (multi=viele, modus=Art und Weise) Therapieverfahren wirksam, die auf mehr als ein Therapieverfahren setzen.