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Therapie

Zuerst die gute Nachricht. Tinnitus und selbst der Hörsturz haben eine grundsätzlich gute Prognose. Auch wenn keinerlei Therapie durchgeführt wird, verschwinden die Symptome in fast 70 % der Fälle vollständig und in fast 90 % zum größeren Teil.

Das Leiden durch den lästigen Lärm trifft also nur etwa jeden Zehnten. Doch die sind oft äußerst hartnäckig betroffen. Medikamentös wurde hier sehr viel versucht. Das Allermeiste erwies sich als wirkungslos.

Dagegen hat sich die nicht-medikamentöse Therapie - meist in Form einer umfassenderen Behandlung - als erfolgversprechend erwiesen.


Unwirksam oder ohne nachgewiesene Wirksamkeit

Hier die unvollständige Liste von erwiesenermaßen unwirksamen Methoden oder Verfahren ohne eindeutigen Wirksamkeitsnachweis:

  • HAES
  • Ginkgo
  • Dextrane
  • Naftidrofuryl
  • Flunarizin
  • Nimodipin
  • Mittel gegen Epilepsie (Antiepileptika)
  • Nikotinsäurepräparate
  • Sauerstoff
  • Überdruck-Kammer
  • Soft-Laser

Die meisten dieser Methoden gehen von einer „Durchblutungsstörung“ oder einer anderen Schädigung des Ohres aus, was jedoch in der Regel nicht zutrifft.

Eine geringe Wirksamkeit zeigen lediglich Antidepressiva. Allerdings ist die Wirkstärke nicht groß. Eine Dämpfung der Tinnituslautstärke um wenige Dezibel ist beschrieben. Ob Beruhigungsmittel helfen, ist nicht ganz sicher.

Die Infusion des örtlichen Betäubungsmittels Lidocain bewirkt eine deutliche Besserung des Tinnitus. Allerdings müssen dazu relativ hohe Dosierungen gegeben werden, bei denen Nebenwirkungen nur schwer zu verhindern sind. Außerdem hält der Effekt nur kurz an. Somit kommt diese Therapie im Alltag nicht in Frage.