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Sick Building Syndrom

Bis zu 20% aller Büroangestellten klagen über rätselhafte Symptome: Kopfschmerzen, Kopfdruck (hinter den Augen, Schädel), Leistungsschwäche, Konzentrationsstörungen, Benommenheit, trockene Augen, Hustenreiz, Atemnot  (ähnlich Asthma), trockene und brennende Augen, Geruchsempfindlichkeit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen.

Diese Beschwerden lassen nach, wenn die Betroffenen das Büro verlassen und sich im Freien bewegen. Die Mehrzahl beschuldigt die Klimaanlage, für ihr Leiden verantwortlich zu sein.

Die Beeinträchtigung der Betroffenen ist oft erheblich und die wirtschaftlichen Schäden durch Leistungseinbußen und Krankheitsausfälle sollen in die Milliarden Euro gehen. 


Geschützt aber neu belastet

Viele Bürotätige verbringen zwischen 80 und 90% ihrer Zeit in geschlossenen Räumen. Auf diese Weise sind sie vor den Schwankungen des Klimas (Kälte, Nässe, Sonneneinstrahlung, Wind) geschützt. Klimaanlagen erzeugen dabei optimale Voraussetzungen für ein Arbeiten im Behaglichkeitsbereich.

Dies bedeutet eine Temperatur zwischen 20° und 23°C, eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60%, geringe Sonneneinstrahlung und geringe Luftbewegung (keine Zugluft).

Bei zu hoher und zu niedriger Temperatur sinkt die Arbeitsfähigkeit, bei zu trockener Luft nehmen Schleimhauterkrankungen zu. Feuchte Luft begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen (Pilze, Bakterien, Milben, Viren). Durch Klimaanlagen wird somit eine optimale Regulation erzeugt und ein Arbeiten im Wohlfühlbereich ermöglicht.

Das Arbeiten in Innenräumen führt zu weiteren Konsequenzen. Notgedrungen sind die dort lebenden Menschen Stoffen ausgesetzt, die durch das Gebäude und die Einrichtung freigesetzt werden. Folgende Problemstoffe werden für die Symptomatik verantwortlich gemacht und teils unter großem Aufwand entfernt:

  • Hausstaub, Schimmelpilze, Haustierhaare
  • Formaldehyd, Holzschutzmittel, Herbizide, Fungizide
  • Pentachlorphenol (PCP), Lindan, Polychlorierte Biphenyle (PCB's)
  • Flüchtige Stoffe, Lösungsmittel, Terpene
  • Ozon, Reinigungsmittel
  • Asbest, andere Fasern
  • Elektrosmog

Meist ohne Befund

Wenn tatsächlich eine relevante Schadstoffbelastung vorhanden ist, dann besteht natürlich Handlungsbedarf. Vor allem Schimmelpilze bei erhöhter Feuchtigkeit und schlechter Belüftung scheinen zu einem Problem zu werden zu können. Auch flüchtige organische und nicht organische Verbindungen können gelegentlich für die Symptome verantwortlich sein. Ebenso müssen Klimaanlagen regelmäßig gewartet und gereinigt werden.

Doch in der großen Mehrzahl der Fälle findet sich keinerlei auffälliger Befund. Weder in der Raumluft noch in der Klimaanlage sind Schadstoffe nachweisbar. Ganz im Gegenteil ist die Luft in den Räumen mit Klimaanlage meist besser als die in konventionell belüfteten Räumen; so das Ergebnis zahlreicher Untersuchungen.

Dies steht in denkbar krassem Gegensatz zur subjektiven Wahrnehmung der Betroffenen. Sie machen in der Regel die Klimaanlage für die Symptome verantwortlich. Das gilt besonders, wenn sich Fenster zum normalen Lüften nicht öffnen lassen. 


Alles Einbildung?

Wenn also weder Schadstoffe noch Mikroorganismen für die merkwürdigen Symptome verantwortlich sind, was ist dann die eigentliche Ursache?

Sind die Betroffenen Hypochonder? Sind die Symptome nur Ausdruck einer allgemeinen Arbeitsunzufriedenheit? Ist alles nur „eingebildet“?

Das Bundesumweltamt drückt das Dilemma etwas diskreter aus: „Zusammenfassend haben die Studien gezeigt, dass persönliche Faktoren und Empfindungen der Betroffenen, ihre Tätigkeit und die Benutzerfreundlichkeit ihres Arbeitsplatzes oft entscheidender für das Auftreten des Sick-Building-Syndroms waren als die Einflüsse des Bürogebäudes. 

Tatsächlich zeigen Studien, dass einige Menschen besonders anfällig für das Sick-Building-Syndrom sind.

Zwei Gruppen scheinen besonders betroffen zu sein.

Zusammenfassend  sind offenbar Menschen mit erhöhter Sensibilität und gesteigerter immunologischer Reagibilität für die Symptomatik anfälliger.