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Ursachen

Warum dieser Schwindel „ohne Befund“ einsetzt und anhält, gilt immer noch als ungeklärt. Aus meiner Sicht handelt es sich häufig um eine besondere Form der abnormen Absenkung der Reizschwelle. Das Beschwerdebild ist somit sehr verwandt mit dem Reizdarm, dem Fibromyalgie Syndrom, Tinnitus, chronischen Schmerzerkrankungen und anderen funktionellen Störungen.

Wie bereits dargestellt, arbeitet das Gleichgewichtsorgan als einziges Sinnesorgan immer im Verborgenen. Im Gegensatz zu Auge und Ohr nehmen wir seine ungestörte Tätigkeit nicht war. Dies ist der Normalzustand, jetzt ist „Alles im Lot“.

Eine der häufigsten Ursachen für den Schwindel liegt in einer Veränderung der Atmung. Unter Stress atmen wir reflektorisch schneller. Das werden Sie kennen: Droht Gefahr atmen Sie erst einmal tief durch. Es ist die Vorbereitung auf die kommende Handlung. Das ist völlig normal.

Wenn jedoch – z.B. bei anhaltendem Stress, Angst oder Schmerzen – die Atmung dauerhaft beschleunigt ist, hat das weitreichende Konsequenzen. Jetzt nehmen Sie zwar maximal viel Sauerstoff auf, aber Sie verlieren auch zu viel Kohlendioxid. Auf der einen Seite müssen wir dieses Gas ausscheiden, auf der anderen Seite benötigen wir es auch.

 

Ein hoher Kohlendioxidspiegel im Blut macht müde und erschlafft die Muskulatur. Ein niedriger macht wacher, aktiver, präsenter. Fällt jedoch das CO2 noch weiter ab, dann kommt es zu vielfältigen Störungen.


Symptome bei dauerhaft beschleunigter Atmung

Im Vordergrund stehen...

  • Missempfindungen
  • Kribbeln
  • Beklemmungsgefühle
  • Druck auf der Brust
  • Druckgefühl im Kopf
  • Schwitzen
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Panikgefühle.

Schwindel und Hyperventilation

Falls bei Ihnen Hinweise für eine Hyperventilation bestehen (siehe Online-Test), dann lohnt würde ich Ihnen die Lektüre und Filme empfehlen, die Sie auf den Seiten zum Hyperventilationssyndrom finden. 

In den Video-Fallbeispielen werden Sie häufig sehen, dass die Atmung bei der Therapie des Schwindel von zentralen Bedeutung ist. 


Höhenangst

Der phobische ("= angstbesetzte") Schwankschwindel lässt sich am besten mit der Höhenangst vergleichen.

Auch Menschen, die sonst nicht zu Schwindel neigen, kennen das Gefühl, wenn Sie von einem hohen Turm (z.B. ohne ausreichendes Geländer) hinunter schauen. Es ist ein Gefühl des „inneren Abhebens“, der fehlenden Orientierung im Raum.

 

Vielleicht gelingt es Ihnen auch, bereits das Gefühl entstehen zu lassen, wenn Sie den Kopf vom Bildschirm abwenden und bewusst den Raum bewegen.

Stellen Sie sich einmal probeweise vor, nicht ihr Kopf bewegt sich, sondern der Raum würde sich stattdessen bewegen. Wenn Sie das lange genug tun, dann wird nach einiger Zeit ein Gefühl der Unwirklichkeit – „wie Watte“ – entstehen, das auch als „Derealisation“ beschrieben wird.


Reizschwellen Absenkung

Was passiert im Körper auf dem Turm oder bei dem Experiment mit der Kopfbewegung? Sie lenken die Aufmerksamkeit auf das Gleichgewichtsorgan. Das, was normalerweise im Verborgenen geregelt wird, rückt nun ins Bewusstsein. Schwindel tritt ein.

Sobald sich die Aufmerksamkeit wieder davon löst, z.B. durch Ablenkung, lassen die Beschwerden nach.

 

Das Phänomen ist noch leichter in einem anderen Vergleich zu verstehen: Auch Ihre Fußsohlen geben, so wie ihre Gleichgewichtsorgan, beständig Nervenimpulse ab. Sie benötigen diese Informationen, um zu wissen, wie Sie gerade auf den Füßen stehen. Auch dies spüren sie normalerweise nicht. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit jedoch auf die Fußsohlen, so beginnen diese nach einer Weile zu kribbeln.

 

Der Hintergrund: Sie haben Ihre Reizschwelle für die Fußsohlen kurzfristig abgesenkt. Sobald Sie an etwas anderes denken, verliert sich nach einer Weile das Kribbelgefühl, die Reizschwelle geht wieder nach oben.