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Verschaltung im Gehirn - Das Reafferenzprinzip

MRT

Gleichgewicht beruht auf der konfliktfreien Verschmelzung von zahlreichen Informationen. Verschiedene Faktoren wie Angst, Meidung und auch die übermäßige Aufmerksamkeit  verschlechtern es. Doch es gibt noch weitere wesentliche Einflussgrößen.

Bei jeder Bewegung, auch bei minimalen Schwankungen des Körpers, ändert sich das Bild auf der Netzhaut des Auges, nicht anders, als würde sich die Umwelt bewegen. Doch wie können wir wissen, wer sich eigentlich bewegt.

In der Wissenschaft geht man davon aus, dass bei jeder geplanten Muskelbewegung gleichzeitig eine Kopie dieses Plans an die Zentren geht, die in der Folge die Bewegung registrieren werden. Also etwa so: „Achtung Sehrinde, gleich bewegen sich die Augen 10° nach rechts, nicht überrascht sein, wenn sich die optischen Eindrücke um 10° verändern.“ Oder: „Achtung Gyrus postzentralis (eine Hirnregion), ich gebe jetzt den Befehl, den Arm anzuheben, die Hand und Finger zu bewegen, um die Seite umzublättern! Wenn also aus dieser Region irgendwelche Impulse kommen, ist das kein Grund zur Beunruhigung.“

Haben sich die Augen dann bewegt und sich das übertragene Bild erwartungsgemäß verändert, entsteht der Eindruck, die Umwelt bleibt konstant, während sich die Blickrichtung geändert hat. Wenn die Veränderung also erwartungsgemäß ist, dann wird sie innerlich abgehakt, sie ist uninteressant. Ähnliches gilt für das Umblättern der Buchseite.

Diese Überlegung wird als „Reafferenzprinzip“ bezeichnet und basiert offenbar auf einem breiten Schatz von Erfahrungen. Jeder Mensch muss im Laufe der Entwicklung in allen nur denkbaren Situationen lernen, wie sich Bewegung auf die Wahrnehmung auswirkt, um Desorientierung und Schwindel zu vermeiden. Letztlich muss die Auswirkung aller Aktionen auf die verschiedenen Sinne vorhergesehen werden, um sinnvoll handeln zu können. 


Spielerische Sicherheit

Spielende Kinder

Ob es gelingt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob wir als Kind ungestört eine gesunde Motorik entwickeln konnten. Kinder erleben Veränderungen der Körperlage als lustvoll. In jüngeren Jahren werden Kleinkinder gerne angehoben, in die Luft geworfen oder spielen zwischen den Eltern „Engelchen flieg!“. Später zeugen Schaukeln, Karussells, Wippen auf dem Spielplatz von der Freude am Spiel mit dem Gleichgewicht.

Diese Spiele sind auch gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit Angst, die sich in die Lust hineinmischt, wenn die Bewegung zu intensiv wird (Angstlust = engl. Thrill).