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Beginn

Auch ein niedriger Blutdruck kann ein Auslöser für Schwindel sein.

Der Schwindel kann aus heiterem Himmel kommen. Plötzlich dreht sich die Welt oder ein Schwanken setzt ein. Geht uns die Orientierung im Raum verloren, ist dies in aller Regel mit großer Angst verbunden.

Dabei kommt es gerne auch zu Herzklopfen, Herzrasen, Blutdruckanstieg, Schwitzen, Magen-Darm-Beschwerden oder anderen Zeichen der akuten Stressreaktion.

Dabei kann die Ursache anfänglich durchaus organisch bedingt sein. Beispielsweise ein Virusinfekt, eine (vestibuläre) Migräne-Attacke oder auch ein Morbus Menière. Nicht selten ist der Beginn mit einem akuten Lagerungsschwindel. Doch diese Krankheiten gehen vorbei, der „Schwindel ohne Befund“ bleibt jedoch.

Dies führt oft zur Verwirrung, da Ärzte und Betroffene vermuten, es handele sich immer noch um den anfänglichen "organischen" Schwindel. So wird lange mit Medikamenten behandelt, die anfänglich möglicherweise wirkten, nun aber höchstens einen Placebo-Effekt haben. 


Häufigkeit

Man geht davon aus, dass ca. 30% aller Patienten, die unter Schwindel leiden, einen somatoformen Schwindel haben. In Spezialambulanzen liegt dieser Anteil sogar bei 50%!


Schwindelart

Viele verschiedene Schwindelarten können sich kombinieren

Meist handelt es sich um einen diffusen Schwindel, der schwer zu beschreiben ist. Viele Betroffene sprechen von „Benommenheit“, „Unsicherheit“, „Gangunsicherheit“, ein Gefühl, als wäre man „in Watte gepackt“.

Doch es können – zumindest vorübergehend – viele andere Schwindelformen vorkommen: Drehschwindel, Schwankschwindel, Liftschwindel, das Gefühl, die Richtung nicht halten zu können oder nach vorne  bzw. hinten gezogen zu werden.

Gleichzeitig kann dieser Schwindel von Übelkeit, Schwitzen, Herzrasen oder gar Erbrechen begleitet sein. 

Video


Hyperventilation - des Guten zuviel!

Durch das schnelle Atmen kommt es paradoxerweise auch zu Schwindel und Atemnot. So entsteht ein Teufelskreis, der zu immer tieferem Atmen führt.

Es kann auch sein, dass die Betroffenen zu schnell atmen. Dieses Phänomen wird auch als „Hyperventilation“ (Hyper=zu viel, Ventilation=Atmen) bezeichnet und ist eine typische Stress- und Angstreaktion, die unbewusst abläuft.

Atmen wir schneller als notwendig, dann verlieren wir mehr Kohlendioxid als im Körper produziert wird. Wir tun also des Guten zu viel!

 

Das wäre nicht so tragisch, da wir ja Kohlendioxid immer ausscheiden müssen. Allerdings steht Kohlendioxid im Körper mit der Kohlensäure in einem chemischen Gleichgewicht. Atmen wir es aus, dann nimmt auch der Säuregehalt ab. Damit wird das Blut alkalisch, d.h. basisch. Durch diese pH-Verschiebung kommt es nun zu einer chemischen Kettenreaktion, die auch die Konzentration von Calcium und Magnesium betrifft.

 

Diese sind wieder für die Nerventätigkeit von entscheidender Bedeutung. Kurz: es treten zahlreiche Fehlregulationen auf. Kribbeln der Finger, der Füße, der Lippen, ein Kloßgefühl im Hals, in späteren Stadien auch Krämpfe in den Händen und Füßen. Im schlimmsten Fall geht das Bewusstsein verloren. Doch so schlimm ein Bewusstseinsverlust auch ist, damit kommt auch die Lösung schon in Sicht. Im bewusstlosen Zustand atmet man langsamer und damit reichert sich das Kohlendioxid in der richtigen Konzentration wieder im Blut an und die Symptome lösen sich quasi in Luft auf.

 

Es muss natürlich soweit nicht kommen. Gelingt es, langsamer zu atmen, lassen die Beschwerden natürlich auch nach. Sind die Symptome sehr ausgeprägt, dann ist die Rückatemtechnik günstiger. Dazu muss man die ausgeatmete Luft nochmals einatmen. Praktisch geht das durch das Aus- und Einatmen mit Hilfe einer Tüte oder ähnlichem. Dies sollte man sich von einem Arzt erklären lassen.