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Therapie

Operationen werden erst nötig, wenn alles andere nicht hilft!

Bei keiner Form von Schlafstörung gibt es so viele Therapievorschläge wie bei diesem Symptom. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Maulkörbe, Kinnbinden und Mundprothesen entwickelt, und auch heute findet man in vielen Zeitungen Kleinanzeigen, die mit garantierter Wirksamkeit werben. Die meisten dieser Mittel und Mittelchen haben eines gemeinsam: Sie bewirken wenig oder nichts.

Dennoch lässt sich die Geräuschentwicklung zum eigenen Wohle und dem seiner Liebsten erheblich reduzieren.


Therapieverfahren

  • Wie immer gelten die allgemeinen Prinzipien der Schlafhygiene.
  • Eine der schnellsten und wirkungsvollsten Methoden ist der Verzicht auf Alkohol, besonders in den letzten Stunden vor der Nachtruhe. Keine andere Methode ist so prompt und zuverlässig in ihrer Anti-Schnarch-Wirkung. Ein kleiner Trost: Der Frühschoppen oder das Glas Wein zum Mittagessen beeinflusst den Schlaf kaum.
  • Die meisten starken Schnarcher sind schwergewichtige Männer. Durch eine Reduktion des Übergewichts lässt sich sehr viel erreichen.
  • Schlafen in Rückenlage fördert das Schnarchen. Also sollte man sich an die Seitenlage gewöhnen. Es gibt spezielle Jacken, die ein eingebautes Rückenpolster haben. So für die Nacht gerüstet, dreht man sich automatisch in die richtige Position. Behelfsweise soll dies auch mit Tennisbällen gelingen, die in das Rückteil des Pyjamas genäht werden. Von den früher für diesen Zweck gepriesenen kleinen Kanonenkugeln im Nachthemd ist abzuraten!
  • Sofern die Nasenatmung verlegt ist, können kurzfristig – maximal zwei Wochen – abschwellende Nasentropfen hilfreich sein. Ansonsten helfen Nasenspülungen mit Salzwasser, z.B. mit Hilfe einer Nasedusche.
  • Liegt ein fliehendes Kinn vor, so kann mit einer Schiene der Unterkiefer (Protrusionsschiene) ein wenig nach vorn bewegt werden. Solche bei Nacht getragenen Hilfsmittel führen zu einer besseren Spannung des Zungengrundes.
  • Durch Trainingsmaßnahmen kann erreicht werden, dass die Zunge in eine günstigere „Parkposition“ gelangt und dadurch die Atemwege freihält. Nach einer klinischen Vortestung kann mit entsprechenden Hilfsmitteln (Mundvorhofplatte) zuhause geübt werden.
  • Ein sog. Schnarchschnuller (Zungenretrainer) zieht die Zungenspitze nach vorne und sorgt für mehr Platz im Rachenraum.
  • Durch regelmäßiges Singen, so eine Studie, lässt sich der Rachenring straffen und dadurch ein geräuscharmer Luftstrom erreichen.
  • Schwere Schnarcher können durch eine Überdruckbeatmung Linderung finden.
  • Helfen alle diese Wege nichts, gibt es verschiedene operative Methoden, um dem Leiden Herr zu werden. Grundprinzip ist dabei, überflüssiges Gewebe herauszuschneiden und das Gewebe zu straffen. Während die HNO-Ärzte früher das Messer recht großzügig geführt haben und dadurch Schluckstörungen auftraten, sind die Korrekturen heute sparsamer und damit auch weniger mit Nebenwirkungen behaftet.
  • Alternative zum Eingriff mit dem Skalpell ist eine künstliche Narbenbildung mit Hilfe eines Lasers oder einer Hochfrequenzsonde (Radiofrequenz-Therapie). Auch hier kommt es zu einer Straffung des Gewebes.
  • Ist die Rachenmandel stark vergrößert, kann eine Entfernung dieses Lymphorgans mehr Platz im Rachenraum schaffen.