Header


Suche

 

Schicht- und Nachtarbeit

Medizinisches Personal und Ärzte leiden unter den Folgen von Nachtarbeit

Der Mensch ist nicht für die Arbeit bei Nacht geschaffen. Das bekommen die ca. 5-8% der Bevölkerung zu spüren, die regelmäßig nachts arbeiten. Sie sind gezwungen, gegen die innere Uhr zu leben. Diese richtet sich nicht nach der Notwendigkeit der modernen Arbeitswelt, sondern schaltet beharrlich auf „Nacht“ und damit Ruhe und Erholung, während man seinem Broterwerb nachgeht. Tagsüber wiederholt sich der Konflikt. Jetzt soll der Körper ruhen, wenn die innere Uhr auf Aktivität umgeschaltet hat.

 

Während man sich bei einem Flug über den Ozean nach einer Weile auf die neue Zeile eingestellt hat, ist das bei der Nachtarbeit nicht möglich. Zum einen scheint ja nach wie vor tags die Sonne und erinnert den Körper an die „echte“ Zeit, zum anderen ist Nachtarbeit ja zeitlich begrenzt. Spätestens nach einer oder zwei Wochen darf der Körper wieder zum natürlichen Takt zurück, d.h. Umstellung ohne Ende.

 

Dieser Konflikt zwischen beruflicher Tätigkeit und natürlichem Körperrhythmus hat Folgen. Rund 80% aller Schichtarbeiter leidet unter Beschwerden wie innerer Unruhe, Magenbeschwerden, Müdigkeit, Schlafstörungen und seelischen Beschwerden. Das Risiko für Herzerkrankungen und Bluthochdruck nimmt zu. Bei Frauen führt die Arbeit gegen die Biorhythmus zu Zyklusstörungen und Frühgeburten.


Keine Gewöhnung

Man sollte vermuten, dass man sich im Laufe der Jahre an diese Arbeit gewöhnt, der Körper also lernt, sich leichter umzustellen. Doch offenbar ist der Zeitrhythmus so tief in uns verankert, dass dies nicht der Fall ist. Im Gegenteil nehmen die Beschwerden im Verlauf von jahrelanger Nachtarbeit eher noch zu. Selbst wenn man dann endgültig in den Tagdienst überwechselt, können die körperlichen Beschwerden und Schlafstörungen noch über lange Zeit bestehen bleiben.

 

Dabei haben die Morgentypen (Lerchen) größere Schwierigkeiten als die Eulen, denen das lange Aufbleiben sowieso weniger Schwierigkeiten bereitet.

Schichtarbeit hat also eine Fülle von negativen Konsequenzen. Doch was ist zu tun, wenn es eben nicht anders geht? Es gibt ein paar Regeln, die das Leben von Nachtarbeitern erleichtern.

 

Bei Wechselschicht ist die Reihenfolge wichtig. Die Vorwärtsschicht (Früh-, Spät-, Nachtschicht) wird sehr viel besser toleriert, als die Rückwärtsschicht (Nach-, Spät-, Frühschicht). Besser ist also eine Verlängerung des Tages wie bei einem Flug nach Westen. Erstaunlicherweise sind kurze Schichtfolgen, die z.B. nur jeweils drei Tage dauern, leichter zu verkraften als zum Beispiel ein Wechsel im Wochentakt. Noch besser sind einzelne Nachtdienste zu verdauen, da hier der Körper seinen Ursprungstakt weiter behalten darf.


Tipps

Leichtes Essen hilft bei der Umstellung

Während der Nachtarbeit ist es empfehlenswert, nicht schwer zu essen und auf sehr helles Licht bei der Arbeit zu achten. So fällt das Wachsein leichter.

 

Viele Nachtarbeiter haben dann Probleme, am Morgen in einen erholsamen Schlummer zu fallen. Für sie kann es sinnvoll sein, den Schlaf aufzuteilen: Eine ersten Phase am Morgen und eine zweite Phase am Nachmittag oder frühen Abend.

Ansonsten ist es für Menschen mit Schichtarbeiten besonders wichtig, die Schlafhygiene zu beachten. Sehr kurzfristig (nicht auf Dauer!) können auch Schlafmittel hilfreich sein.

 

Es gibt Personen, die sind für den Nachtdienst generell ungeeignet. Vor allem alle, die häufig unter Magen-Darm-Problemen, Migräne, ausgeprägten Schlafstörungen, Diabetes und Epilepsie leiden.