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Schlafwandeln

Um kaum ein Krankheitsbild ranken sich so viele Geschichte und Mythen wie um das Schlafwandeln. Da erhebt sich die hübsche junge Frau mit wehendem Nachtgewand, ergreift das Messer und ersticht den Bösewicht, ohne etwas davon zu wissen. Am nächsten Morgen wacht sie mit Blut an den Händen auf... Solche und ähnliche Berichte kommen in Kriminalromanen häufig, in der Wirklichkeit zum Glück praktisch gar nicht vor.

 

Schlafwandeln ist dennoch ein merkwürdiger Vorgang, der keineswegs selten ist. Jedes 7. Kind zwischen 5 und 12 Jahren wandelt zumindest einmal im Schlaf. Bei Erwachsenen ist der Vorgang seltener. Aber immerhin sind noch ca. 2% davon betroffen.

 

Das Schlafwandeln ereignet sich in der ersten Tiefschlafphase zu Beginn der Nacht. Man vermutet einen unvollständigen, fehlgeleiteten Versuch des Erwachens als Ursache der Störung.

 

Die Betroffenen richten sich entweder nur im Bett auf, nesteln ungezielt herum, um sich dann wieder zurückzulehnen und weiterzuschlafen. Das Phänomen wird als unvollständiges Schlafwandeln bezeichnet. Bei der vollständigen Form erheben sich die Schläfer aus dem Bett, um mit offenen Augen mehr oder weniger komplexe Handlungen durchführen. Sie können zur Toilette gehen, Türen öffnen oder ähnliche einfache Tätigkeiten durchführen. Manchmal finden Sie ins Bett zurück oder lassen sich auch behutsam ins Bett zurückführen.

 

Die ganze Episode dauert kaum länger als Sekunden bis einige Minuten. Der Betreffende kann sich nicht an das Schlafwandeln erinnern.

 

Wird man während solch eines nächtlichen Spaziergangs geweckt, ist man erst einmal verwirrt und benötigt einige Zeit, sich wieder zu orientieren.


Ursachen und Diagnose

Die Ursachen des Schlafwandelns sind unbekannt. Eine genetische Komponente spielt wahrscheinlich genauso eine Rolle wie seelische Belastungen. Das nächtliche Umherwandeln ist jedoch insbesondere bei Kindern kein Zeichen einer Neurose im engeren Sinn.

 

Die Diagnosesicherung erfolgt im Schlaflabor. Eine Therapie ist bei Kindern nicht notwendig, da sich das Phänomen meist mit der Pubertät verliert. Eltern brauchen sich daher über das Schlafwandeln nicht unnötig Sorgen zu machen.

Wenn die Beschwerden sehr hartnäckig sind, dann lohnt sich zu erforschen, ob Zusammenhänge zu seelischen Belastungen vorhanden sind. Mögliche Therapien reichen dann von Entspannungsverfahren bis Familientherapie.


Schutz der Betroffenen

Wichtig ist es jedoch in allen Fällen, die Betroffenen zu schützen. Denn mit der sprichwörtlichen Sicherheit der Schlafwandler ist es nicht weit her. Leicht gefährden sie sich bei den nächtlichen Ausflügen. Daher sollten potentiell gefährliche Gegenstände entfernt und die Zimmertür abgeschlossen werden. Der Schlüssel wird gut greifbar neben der Tür deponiert, damit das Kind das Zimmer verlassen kann, sobald es wieder wach geworden ist.