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Zircadiane Rhythmen

Die Hauptuhr befindet sich hinter den Augen.

Der Begriff der „inneren Uhr“ oder „Zeitgeber“ ist nicht nur eine blumige Umschreibung. Unsere „Hauptuhr“ existiert ganz real. Sie befindet sich tief im Gehirn etwa dort, wo sich die Sehnerven hinter den Augen kreuzen. Daneben gibt es jedoch noch zahllose weitere Uhren, z.B. in den Schleimhäuten, die dafür sorgen, dass Enzyme und Hormone zur rechten Zeit produziert werden. Möglicherweise sind alle Zellen mit sog. Uhrengenen ausgerüstet.

 

Dementsprechend laufen die meisten körperlichen Prozesse ungefähr in einem 24-Stunden-Rhythmus, den man als circadianen Rhythmus (circa = ungefähr, dies = Tag) bezeichnet.


Sonnenlicht macht munter

100.000 Lux!

Eine wichtige Rolle für die Schlafregulation spielt das körpereigene Hormon Melatonin. Sobald die Sonne untergeht, setzt seine Produktion ein und lässt uns müde werden. Umgekehrt hemmt helles Licht die Produktion des Schlafhormons in der Zirbeldrüse. Das macht munter.

 

Am besten funktioniert die Schlafregulation, wenn die Gegensätze von Tag und Nacht ausgeprägt sind, so wie es in den Tropen der Fall ist. Dort, in der Wiege der Menschheit, hat sich vermutlich das Regulationssystem entwickelt.

Tagsüber scheint dort die Sonne mit der Kraft von 100.000 Lux. Nachts geht die Helligkeit auf Bruchteile eines Lux zurück (1 Lux ist die Helligkeit einer Kerze in einem Meter Entfernung).

 

An einem Wintertag in den gemäßigten Breiten wird es oft nicht heller als 3-4000 Lux im Freien. In Häusern sieht es noch schlechter aus, dort liegt die Beleuchtungsstärke meist nur bei 500 Lux, und ein „gemütlicher“ Wohnraum hat selten mehr als 100 Lux. Es fehlt der Weckreiz des Lichts. Daher ist man im Winter müder, Schlafstörungen und Depressionen werden wahrscheinlicher.