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Warum eigentlich Schlaf?

Unter dieser schönen Wasseroberfläche steckt manches schlaflose Lebewesen!

Die Frage klingt naiv, wenn nicht gar dumm! Warum schlafen wir? Jeder weiß es! Weil wir müde, nicht mehr leistungsfähig und unausstehlich werden!

 

Aber geht es auch ohne? Einige Fische scheinen es zu können! Haie beispielsweise machen Tag und Nacht kein Auge zu. Sie sind ständig in Bewegung. Zwischenzeitlich machen sie zwar ein wenig langsamer, aber Schlaf in unserem Sinn kennen sie vermutlich nicht.

 

Auch bei Insekten ist das ähnlich. Ruhe und Aktivitätsphasen wechseln ab, ohne dass ein tiefer Schlummer zu beobachten wäre.

 


Zeitgeber

Es geht also, zumindest theoretisch, ohne Schlaf. Aber Menschen, wie alle Säugetiere, können ohne Schlummer nicht auskommen. Warum das so ist, ist Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung. Das Ergebnis ist, wir wissen es letztlich nicht!

 

Es gibt lediglich Erklärungen, warum es so sein könnte. Es ist natürlich banal, dass der Schlaf mit (Tag) und Nacht synchronisiert ist. Nachts werden wir müde und schlafen, tagsüber ist es umgekehrt. Was sollten wir auch sonst nachts treiben, wenn wir sowieso nichts sehen.

 

Aber ganz so einfach ist das nicht. Wir richten uns nämlich nicht nur nach dem Tageslicht, sondern vor allem nach unserer inneren Uhr. Erst vor wenigen Jahrzehnten wurde diese innere Uhr, Zeitgeber genannt, entdeckt.

 


25 Stunden Tag

Unsere innere Uhr folgt meist nicht dem 24-Stunden-Rhythmus!

Wegweisend für diese Entdeckung waren Höhlen- und Bunkerexperimente. Die Fragestellung war eigentlich einfach. Was passiert, wenn man Menschen in eine Situation bringt, in der sie sich in keiner Weise zeitlich orientieren können. Also keine Uhr, kein Radio oder Fernsehen, kein Telefon, kein irgendwie gearteter Kontakt zur Umwelt. Vor allem aber absolut keine Information über die Tageszeit.

 

Dazu wurden Freiwillige über Wochen von der Außenwelt komplett in unterirdischen Räumen oder Höhlen isoliert. Kein Laut drang von der Umwelt hier hinein. Es gab nur künstliche Beleuchtung. Jeder der Versuchspersonen konnte seinen Schlaf so einteilen, wie er wollte.

 

Das Ergebnis war erstaunlich: Der Rhythmus des Lebens erwies sich als äußerst stabil. Er folgte einem strengen, gleichmäßigen Ablauf. Aber es war kein 24-Stunden-Rhythmus, sondern konstant 25 Stunden. Eine Stunde zu  viel!

 

Man kann nun darüber spekulieren, ob dieser innere 25-Stunden-Rhythmus der Grund für das chronische Gefühl des Zeitmangels ist, das unsere Zeit plagt. Doch viel interessanter ist die Frage, wie der 25-Stunden-Takt mit dem realen Tag-Nacht-Wechsel synchronisiert wird.

 

Auch hier wurden umfangreiche Forschungsarbeiten durchgeführt. Sie zeigten, dass unser innerer Zeitgeber von außen beeinflusst wird. Es ist fast so, als ob unsere innere Uhr ständig zurückgestellt wird.

 

Dies geschieht völlig unbewusst. Im Alltag sind wir in einem perfekten 24-Stunden Takt und bekommen den tiefer liegenden längeren Zyklus nicht mit. Er springt lediglich in „Notfällen“ an, wenn es an entsprechenden Außenreizen mangelt.

 


Wie wird die innere Uhr gestellt?

Licht und Bewegung helfen am Urlaubsort, die innere Uhr vor- oder zurückzustellen.

Die folgenden Faktoren stellen unsere Uhr besonders wirkungsvoll:

 

Licht

• Temperatur

• Nahrungsaufnahme

• Soziale Kontakte und Aktivitäten

 

Bei einem Transkontinentalflug wird der Konflikt zwischen dem inneren und äußeren Rhythmus überdeutlich. Der Zeitgeber sagt überdeutlich „Nacht“, während tatsächlich die Sonne vom blauen Himmel scheint.

 

Innerhalb weniger Tage synchronisieren sich die beiden Rhythmen wieder. Das geht umso schneller, je stärker die obigen Einflussgrößen zur Wirkung gelangen. Sprich: Bewegt man sich am Reiseziel gleich morgens früh in frischer Luft und stellt die Essenszeiten schon im Flugzeug auf die neue Zeit um, dann fällt der Übergang erheblich leichter.