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Wann werden wir müde?

Meist werden wir gegen Abend automatisch müde.

Auch dies ist wieder eine scheinbar banale Frage: Wann werden wir müde? Jedermann kann das sofort beantworten. Wenn wir lange Zeit wach sind! So gesehen müsste die Müdigkeit immer größer werden, je länger wir wach sind. Bis zu einem gewissen Grad stimmt dies auch. Aber eben nicht ganz!

 

Wer einmal eine ganze Nacht „durchgemacht“ hat, wird feststellen, dass überraschenderweise mit den ersten Morgenstrahlen die Müdigkeit nachlässt. Eigentlich ist man dann den Tag über nicht wirklich müde, sondern eher ein wenig aufgekratzt. Erst am Abend sehnt man sich dann dringend nach dem gemütlichen Bett.


Regulation der Müdigkeit

Offensichtlich gibt es zwei verschiedene Prozesse, die unsere Müdigkeit regulieren. Einmal nimmt die Müdigkeit gleichmäßig zu, je länger wir wach sind. Es ist fast so, als ob sich ein Stoff während des Tages im Gehirn anreichern würde, der dann über Nacht abgebaut wird. Früher ging man in der Tat von solch einer „Schlafsubstanz“ aus, die sich irgendwo im Kopf anhäuft. So einfach wird es wohl nicht sein, jedoch kennt die moderne Forschung die Ursache noch nicht im Detail.

 

Ein zweiter Prozess läuft völlig unabhängig davon ab. Müdigkeit und Wachheit folgen dabei einem strengen (circadianen) 24-Stunden-Rhythmus. Tagsüber sind wir wach, nachts müde! Unabhängig, ob wir geschlafen haben oder nicht, wird einfach tags auf „wach“ und nachts auf „müde“ geschaltet.


Zwei Prozess Modell

Beim Jet-Lag fühlen wir die Verschiebung der Rhythmen am deutlichsten.

In Wirklichkeit überlagern sich beide Prozesse permanent und bestimmen den Grad unserer Wachheit. Ins Bett zieht es uns, wenn beide Rhythmen den Schlaf fordern und umgekehrt fühlen wir uns am muntersten, wenn die „Schlafsubstanz abgebaut" wurde und unsere biologische Uhr auf „Tag“ steht.

 

Doch die Rhythmen können auch gegenläufig arbeiten. Dies ist zum Beispiel beim Jet-Lag der Fall. Nach einem Flug über mehrere Zeitzonen bleibt die innere Uhr noch viele Tage auf die Heimatzeit eingestellt. So erklärt das sog. „Zwei-Prozess-Modell“, warum man am Reiseziel hundemüde ist, obwohl man zuvor ausreichend geschlafen hat. Der Körper ist eben noch auf Nacht eingestellt. In solchen Fällen hilft auch Kaffee nur wenig, da sich – wie beschrieben – die gesamte Organisation des Körpers noch in der Ruhephase befindet.

 

 


Ist der Schlaf vor Mitternacht der Erholsamste?

Gleich nach dem Einschlafen setzt der erste Tiefschlaf ein. Da die meisten Menschen zwischen 22.00 und 23.00 Uhr zu Bett gehen, haben sie in der Tat bereits vor Mitternacht ihren ersten erholsamen Schlafzyklus hinter sich.

 

Aber das hat natürlich nichts mit der Gespensterstunde zu tun. Schläft jemand regelmäßig erst um 2.00 morgens ein und klingelt sein Wecker erst spät am Morgen, dann hat er seine erholsame erste Tiefschlafphase eben zwischen 2.00 und 3.30 Uhr. Und die ist dann genauso erholsam, wie die vor Mitternacht.


Ist der Vollmond schuld?

An schlechtem Schlaf sind viele Dinge schuld, der Vollmond zählt nicht dazu. Zahlreiche Untersuchungen belegen dies eindeutig. Allerdings ist der Aberglaube verständlich. Wer nachts nicht schläft, dem fällt der helle Mondschein an klaren Nächten besonders auf.

 

Ist der Himmel verhangen, dann klagen weit weniger Menschen über die Einflüsse des Erdtrabanten.