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Schlaf und EEG

Hans Berger (Quelle: <link http://www.epilepsiemuseum.de/deutsch/diagnostik/berger.html>Deutsches Epilepsiemuseum</link>)

Einen wirklichen Durchbruch erlebte die Schlafforschung durch die Entdeckung des EEG, des Elektroencephalogramms. Der deutsche Psychiater Hans Berger fand 1928 heraus, dass man mit entsprechenden Geräten Hirnströme aufzeichnen kann. Jetzt wurde schnell deutlich, dass der Schlaf nicht nur ein „Abknipsen“ des Bewusstseins ist, sondern ein höchst aktiver Prozess, bei dem verschiedene Schlafstadien zu unterscheiden sind. Diese wechseln sich regelmäßig im Laufe der Nacht ab.

 

Mehrere Schlafstadien können anhand der Hirnströme, der Augenbewegung und der Anspannung der Muskulatur klar abgegrenzt werden. Wichtig ist vor allem das Hirnstrommuster. Charakteristische Frequenzmuster werden mit den Anfangsbuchstaben des griechischen Alphabets bezeichnet.

 


Schlafstadien

Mehrere Schlafstadien können anhand der Hirnströme, der Augenbewegung und der Anspannung der Muskulatur klar abgegrenzt werden. Wichtig ist vor allem das Hirnstrommuster. Charakteristische Frequenzmuster werden mit den Anfangsbuchstaben des griechischen Alphabets bezeichnet.


Somnogramm


Schlafstadium|Anteil|EEG-Wellen|Augenbewegung|Muskeltonus
Wach |ca 5%|Alpha und Beta|rasch Lidschlag|hoch Bewegung
I|ca. 5%|Theta|langsam|niedrig
II|ca. 50 %|Theta Schlafspindeln|keine|niedrig
III|ca. 10%|Delta|keine|niedrig
IV|ca. 10%|Delta|keine|niedrig
REM|ca. 20%|Theta|sehr rasch|sehr niedrig

Bedeutung

Anfänglich erregte vor allem der REM-Schlaf (Rapid-Eye-Movement = Schnelle Augenbewegung) die Aufmerksamkeit der Forscher. Wurden Versuchspersonen in dieser Phase geweckt, berichteten sie, gerade geträumt zu haben. Allerdings, so wurde bald deutlich, träumen Menschen gelegentlich auch in den anderen Phasen.

Am wichtigsten für die Erholung sind jedoch die als Tiefschlaf bezeichneten Phasen III und IV. Hier regeneriert der Körper. Je länger und ungestörter der Tiefschlaf verläuft, desto frischer und ausgeschlafener fühlt man sich. Sind diese Phasen verkürzt oder fehlen sie gänzlich, fühlt man sich morgens müde und zerschlagen!

Am häufigsten hält sich ein Schläfer jedoch in den Schlafphasen I und II auf. Trotz dieser zeitlichen Dominanz ist ihre Bedeutung immer noch völlig unklar.

 

Die einzelnen Schlafstadien werden in einem festen Rhythmus durchlaufen, so dass sich ein typisches Auf und Ab ergibt. Jeder dieser Zyklen dauert etwa 90 Minuten. Drei bis vier Zyklen werden während der Nacht durchlaufen, wobei der Schläfer auch durchaus mehrfach kurz wach ist, meist ohne dies zu merken. In dieser Phase registriert man dann auch die volle Blase und der Gang zur Toilette ist nicht zu vermeiden. Gegen Morgen wird der Schlaf  oberflächlicher und der Traum nimmt zu.

 


Funktion

Möglicherweise hat uns der Leichtschlaf vor ihm gerettet!

Das nächtliche Aufwachen ist also – insbesondere ab dem Erwachsenenalter – völlig normal und hängt mit unserer Schlafarchitektur zusammen. Über den Sinn der Schlafzyklen kann nur spekuliert werden.

 

Das Auftauchen aus dem Tiefschlaf ist möglicherweise ein Relikt aus der Menschheitsgeschichte. Hier orientierte sich der Mensch danach, ob Gefahr lauerte, z.B. schon ein Löwe um das Lagerfeuer schlich.