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Serotonin und Reizdarm

Allerdings gibt es hier einen nicht unerheblichen Unterschied: Das Darmhirn reagiert bereits auf viel geringere Substanzmengen der Medikamente als das Gehirn, was möglicherweise mit der größeren Zahl von Serotonin-Rezeptoren im Darm zusammenhängt. Die meisten Patienten mit Reizdarm reagieren daher bereits positiv auf die Gabe eines Zehntels oder weniger der üblichen Standard-Dosierung. Höhere Mengen sind eher schädlich als nützlich, da der Darm dann „übersteuert“ z.B. mit ausgeprägter Verstopfung reagiert.

Die Bedeutung des Darmes für den Serotonin Spiegel ist erheblich. Der gereizte Darm nimmt außerdem weniger Tryptophan auf und produziert somit auch weniger Serotonin.

So kann ein Teufelskreis entstehen: Der gestörte Darm bildet zu wenig von der Substanz, die er für seine Funktion dringend benötigt. Durch den Mangel an Serotonin entsteht eine Funktionseinschränkung in deren Folge der Darm weniger von dem Hormon bildet! Kein Wunder, dass die Beschwerden so hartnäckig sind und oft lebenslang bestehen.


Tryptophan - Rohstoff der Serotoninsynthese

Das im Darm gebildete Serotonin kann aus physikalischen Gründen nicht direkt ins Gehirn gelangen. Es wird im Darm selbst und in anderen Körpergebieten verbraucht.

Das „Gehirn-Serotonin“ gelangt über die Vorstufe Tryptophan – eine Aminosäure - in unsere Denkzentrale. Auch diese wird vom Darm aufgenommen und über das Blut zu den grauen Zellen transportiert. Dort wird es in Serotonin umgewandelt. Über eine Erhöhung des Tryptophan-Gehaltes des Blutes kann auch der Serotonin-Spiegel im Gehirn angehoben werden, was sich auf die Stimmung positiv auswirkt.

Erreicht wird dies durch vermehrte Zufuhr von Tryptophan (z.B. als Tablette), durch eine an Kohlenhydraten reiche Diät oder auch indirekt durch eine kalorienarme Ernährung und auch beim Fasten.


Vermehrte Tryptophanzufuhr