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Was denkt der Bauch?

Die Nahrung passiert bei gesunden Menschen eine Strecke von etwa sieben Metern, ohne das wir dies bemerken

Was denkt sich nun unser Bauchhirn? Es muss eine Menge Informationen verarbeiten um im Laufe eines Lebens rund 40 Tonnen Nahrung und 75 Tonnen Flüssigkeit problemlos zu verarbeiten.

Hauptproblem ist die feingliedrige Abstimmung des Nahrungstransportes durch den rund sechs bis acht Meter langen Darm. Dabei wird der Speisebrei nicht nur schrittweise vorwärts bewegt. Je nach Verdauungsgrad wird er gemahlen, geknetet oder zurück geschoben. Das Darmhirn muss „fühlen“ was für eine Art der Nahrung man zu sich genommen hat und in welchem Zustand sich die Nahrung gerade befindet. Schwer Verdauliches - Fett und Fleisch – bleiben länger im Darm, damit die Verdauungssäfte es aufschließen können. Unverträgliches oder Giftiges muss dagegen schnell ausgestoßen werden - Durchfall ist somit ein wichtiger Schutzreflex. Schließlich wird Flüssigkeit zügig durch den Magen - sogar an der Nahrung vorbei - geleitet um so schnell ins Blut zu gelangen.

Zwischen dem „Darmhirn“ und unserem Gehirn bestehen enge Verbindungen. Ein Netz von Nerven koppelt die Nervengeflechte des Verdauungstraktes mit unserer Schaltzentrale im Kopf. Forscher waren überrascht als sie feststellten, dass 90% der Fasern nur in eine Richtung führen, nämlich Richtung Gehirn.

Unser Bauch informiert also unsere zentrale Datenverarbeitung beständig über die aktuelle Lage, was unserem Bewusstsein jedoch im Normalfall verschlossen bleibt. Nur heftige Empfindungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Schmerzen werden wahrgenommen.

Dies ist durchaus sinnvoll. Würden wir jede Regung des Darmes registrieren, dann wären wir nicht mehr in der Lage zu denken oder ein sinnvolles Gespräch zu führen. Das Ausblenden der Darmaktivitäten ist somit ein wichtiger Reizschutz für das Bewusstsein.


Verärgerung im Gehirn

Untersuchungen zeigen, dass der Darm nicht völlig vom Gehirn ausgeblendet ist. Bei gesteigerter Darmaktivität kann man die Irritationen in mehreren Hirnarealen messen.

Vor allem im limbischen System, einem Gebiet, das für die Gefühle große Bedeutung hat, sieht man die Folgen der Darmtätigkeit. Bei Reizung reagiert es „verärgert“, ähnlich wie bei Schmerzzuständen.