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Viszerale Hypersensitivität - Reizüberflutung aus dem Darm

Eines der am besten überprüften Konzepte, den Reizdarm zu erklären ist die viszerale Hypersensivität d.h. die Überreizung des Magen-Darm-Traktes.

Die Wahrnehmungsschwelle ist so stark gesenkt, dass bereits kleine Irritationen genügen, um Schmerzen oder Unwohlsein im Darm zu erleben.


Was macht die Dauerreizung?

Reizschwelle zum Gehirn. <link 186>Für Film hier klicken</link>.

Bei länger andauernden Reizungen kommt es nicht nur kurzfristig zu Störungen, sondern zu einer Beeinträchtigung des Reizschutzes als solchen. Jetzt werden selbst kleinere Impulse aus dem Darm bewusst wahrgenommen. Das normale Kneten des Darmes, der Vorwärtstransport der Nahrung erscheint unangenehm zu sein, ja, sogar die normale Verdauung kann bereits als Schmerz wahrgenommen werden.

Diese Absenkung der Reizschwelle ist von erheblicher Bedeutung zum Verständnis des Reizmagens und Reizdarmes. Sie erklärt, warum viele Betroffene so von ihrem Bauch gequält sind, obwohl der Arzt bei einer Untersuchung nichts feststellen kann.

Wenn immer etwas schmerzt, ist der Schmerz auch wirklich vorhanden, unabhängig von der auslösenden Ursache. Denn Schmerz hängt in vielen Fällen nicht nur von der Stärke des Reizes ab. Beispielsweise kann beim Phantomschmerz nach einer Amputation ein nicht mehr vorhandener Arm solche Schmerzen bereiten, dass ein Betroffener nur noch mit höchsten Dosen von Morphinen überleben kann. Hintergrund sind Irritationen an den unterbrochenen Nervenfasern und im Hirn selbst. Es entsteht der Eindruck als ob das amputierte Glied immer noch vorhanden sei und kaum erträgliche Schmerzen verursachen würde.


Experiment

Eine Reizschwellen-Absenkung kann man experimentell leicht selbst erzeugen: Man muss sich nur einige Stunden oder Tage die gleiche Hautstelle leicht reiben. Sie beginnt daraufhin zu brennen und zu schmerzen obwohl man äußerlich keine Schädigung erkennt.

Besteht die Irritation aus dem Verdauungskanal noch länger, werden nicht nur die Nervenimpulse aus dem Bauch vermehrt wahrgenommen. Es kommt zu einer allgemeinen Senkung der Schmerzschwelle und erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen jedweder Art.

Wenn der Bewegungsapparat betroffen ist, beginnen Muskeln und Gelenke bereits nach kleinen Anstrengungen unverhältnismäßig zu schmerzen. So überrascht es in diesem Zusammenhang nicht, dass der Reizdarm ein häufiger Vorläufer des Fibromyalgie-Syndroms ist.


Allgemeine Steigerung der Empfindlichkeit

Licht- und Lärmempfindlichkeit

Doch wird man nicht nur schmerzempfindlicher. Auch die Sinne werden sensibler. Laute Geräusche werden als unangenehm empfunden, man kann sich nicht mehr konzentrieren, wenn viele Menschen gleichzeitig reden, Gerüche werden stechend und helles Licht schmerzt in den Augen.