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Steuerung des Magen-Darm-Traktes (Quelle: WDR)


100 Millionen

Die Nerven in Gehirn und Magen-Darm-Trakt sind die zahlreichsten des Körpers

Ungefähr 100 Millionen Nervenzellen umhüllen den menschlichen Verdauungstrakt in zwei hauchfeinen Schichten, in deren Mitte sich die Darmmuskulatur befindet. Sie sorgen für den reibungslosen Ablauf des komplizierten Prozesses der Zerlegung und Aufnahme der Nahrung.

 

An keiner Stelle des Körpers befindet sich eine größere Ansammlung von Nervenzellen mit Ausnahme des Gehirns. Selbst das Rückenmark, das praktisch ausschließlich aus Nervenzellen besteht, kommt zahlenmäßig nicht an die Darmsteuerung heran. Zwischen den Nervenzellen des Gehirns und des Darmes, besteht eine so hochgradige Übereinstimmung, das Wissenschaftler von einem zweiten Gehirn, dem „Darmhirn“ sprachen.

 


Jeder Mensch ist eine Frühgeburt

Entwicklungsgeschichtlich gesehen ist jeder Mensch eine Frühgeburt

Entwicklungsgeschichtlich erklärt sich das Darmhirn aus einer einfachen Tatsache. Der Mensch wird unreif geboren. Das Gehirn des Menschen kann daher bei der Geburt große Bereiche seiner späteren Aufgaben noch nicht übernehmen. Deswegen können wir im Gegensatz zu Tieren beispielsweise nach der Geburt weder Gehen noch Stehen. Der Grund für die funktionelle Unreife ist das im Vergleich zu anderen Säugetieren unproportional große Gehirn und damit der große Kopf des Menschen. Mit solch einem großen Schädel können wir nur durch den engen Geburtskanal hindurch, wenn wir sehr frühzeitig zur Welt kommen. So gesehen sind alle Menschen auch nach neun Monaten Schwangerschaft eine Frühgeburt.

Überlebenswichtige Funktionen wie die Nahrungsaufnahme müssen sofort nach der Geburt funktionieren. Durch die Auslagerung der Steuerung in den Bauch sind sie von der räumlichen Beschränkung im unreifen Gehirn befreit. Essen und Verdauen können wir somit auch ohne die Hilfe von oben.