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Ödeme

Morgendliche Schwellungen der Hände und Finger sind manchmal so ausgeprägt, dass ein Faustschluß nicht mehr möglich ist

Wie kommt es zu den Schwellungen? Dazu muss man ein wenig über die Funktion des Lymphsystems wissen. Der Abtransport von Flüssigkeiten ist eine wesentliche Aufgabe dieses Schutzsystems. Über ein fein gesponnenes Netz von Lymphkapillaren werden alle überschüssigen Flüssigkeiten aufgenommen und über die Lymphbahnen abtransportiert. Dieses System arbeitet parallel zum Venensystem und ist für den „Problemmüll“ des Körpers zuständig. Über verschiedene Reinigungs- und Konzentrationsstationen in den Lymphknoten münden alle Lymphbahnen am Ende kurz vor dem Herz in die obere Hohlvene. Dort vereinigen sich Lymphsystem und Venensystem.

Am Darm liegt, wie erwähnt, der Großteil des Lymphgewebes. Ist er chronisch gereizt, fällt hier mehr Flüssigkeit an. Ähnlich wie bei einer Mandelentzündung schwellen dort die örtlichen Lymphknoten an. Während man dies bei der Angina gut am Kieferwinkel erkennen kann, bleibt die Reizung der Darmlymphknoten natürlich unserem Auge verborgen.

Entsprechend der riesigen Fläche des Darmes, man schätzt die Fläche auf tausende von Quadratmeter, können bereits kleinere Reizungen des Darmes zu einem erheblichen Anwachsen der Lymphmenge führen, was das System kurzfristig überfüllt.

Man kann dies mit einem Experiment leicht verdeutlichen. Alkohol reizt den Darm bekanntermaßen. Trinkt man abends über den Durst, ist eine Reizung des Magen-Darm-Traktes unweigerliche Folge. Der Darm schwillt an und diese Flüssigkeit wird über Nacht vom Lymphgewebe aufgenommen. Eine Überlastung der Lymphgefäße lässt sich am Morgen unschwer am Kopf erkennen. Da der gereizte Darm nach Alkoholkonsum unnatürlich viel Lymphe produziert, kann die Lymphe des Kopfes nicht ausreichend abtransportiert werde. Sie sammelt sich dort, wo das Gewebe weich und dehnbar ist, d.h. um die Augen und an den Wangen. Man sieht dann unschön verquollen aus.


Die Lymphe fliesst aus dem Bauchraum in die obere Hohlvene kurz vor dem Herz


Reizung des Darms

Ist der Darm Tage, Wochen und Monate gereizt sammeln sich die Wasserlast langsam im Gewebe an. Vor allem in der Periphere an Händen, Füßen, Gesicht und Brust spürt man die Schwellung. Die Neigung zu Wasseransammlungen (Ödemen) ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Nerven können durch die Schwellungen eingeengt werden und so z.B. am Handgelenk ein Karpaltunnelsyndrom auslösen. Bei diesem Beschwerdebild leidet man unter heftigen nächtlichen Schmerzen in Händen und Armen.

Auch im Kopfbereich werden Nerven im Bereich der Durchtrittsstellen durch den Schädel gerne beengt. Im Bereich des Nackens oder der Schläfen treten in solchen Fällen sehr unangenehme, ziehende Schmerzen auf.

Wasser sammelt sich auch in der Tiefe des Bindegewebes, bis hin zur Muskulatur, die dann wässrig verschwollen ist. Solche Muskeln können dann bei Beanspruchung schmerzen. Je stärker die Schwellungen, desto heftiger treten Schmerzen wie bei einem starken Muskelkater auf. Ein Zusammenhang, der vor allem beim Fibromyalgie Syndrom von großer Bedeutung ist.