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Medikamentöse Therapie

Von begrenztem Nutzen

Eine rein medikamentöse Therapie ist in der Regel nicht erfolgreich. Allerdings kennt man einen starken Plazebo-Effekt beim RDS. Bis zu 50% der Patienten reagieren mit einer Verbesserung der Beschwerden auch auf ein Schein-Medikament. Doch leider hält dieser Effekt meist nicht lange an. Nach einiger Zeit verflüchtigt sich der Erfolg und nun versucht man es mit dem nächsten Präparat...

Sind Medikamente zwar nicht grundsätzlich hilfreich, so können sie jedoch einzelne Symptome lindern.

 

Grundsätzlich sollte man nicht zu lange und gezielt auf bestimmte Symptome hin behandeln: Keine schematische Dauertherapie

 

Folgende Präparate werden häufiger eingesetzt und empfohlen. Selbstverständlich ist dies nur ein Überblick. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie irgendein Präparat einnehmen.


Krampflösende Medikamente

Krampflösende Präparate: Sie helfen gegen akute Beschwerden. (Beispiel für die Wirkstoffe, die in unterschiedlichen Handelspräparaten enthalten sind: Mebeverin, Butylscopolamin, Hyoscin)


Antidepressiva

Antidepressiva: Wie ausführlich dargestellt, spielt der Serotonin-Stoffwechsel bei der Erkrankung eine große Rolle. Dem entsprechend sind Medikamente segensreich, die den Serotoningehalt des Blutes ansteigen lassen. Dies kann man durch sog. trizyklische Antidepressiva erreichen. Hauptvertreter sind sehr bewährte Substanzen wie Amitriptylin und Trimipramin. In hoher Dosis (ca. 75-150 mg) wirken sie gegen Depressionen.

Ich bevorzuge bei RDS sehr niedrige Dosierungen, bei der die Substanz tropfenweise eingenommen wird. Die Patienten beginnen abends mit einem Tropfen Amitriptylin (enthält 2 mg) und steigern dann solange bis sie eine positive Wirkung verspüren.

Dies bezieht sich erst auf eine Vertiefung des Schlafes, während die Wirkung auf den Darm oft erst später einsetzt. Die erste Zieldosis (meist zwischen 3-10 Tropfen) ist die, bei der Schlaf erholsam und keine Tagesmüdigkeit feststellbar ist.

In niedriger Dosis sind die Nebenwirkungen sehr gering und die Medikamente können über viele Monate und länger eingenommen werden.

Tryptophan ist eine Aminosäure, aus der der Körper Serotonin herstellen kann. Auch diese kann zur Behandlung sinnvoll sein. Mehr dazu


Mittel gegen Durchfall

Loperamid, ein Klassiker gegen den akuten Durchfall. Es kann bei chronischem Durchfall auch in fester Dosierung eingenommen werden. Loperamid ist eigentlich ein Opitat wirkt aber nur peripher, d.h. hat keine Wirkung auf das Gehirn. Damit besteht auch keine Gefahr der Abhängigkeit. 

Opiumtinktur oder Codein wirksamer als Loperamid. Allerdings ist die Gefahr der Abhängigkeit vorhanden. Diese Substanzen kommen daher nur in Einzelfällen in Frage.  

Cholestyramin: Ein Ionenaustauscher, wird oft schlecht vertragen.

Psyllium (Flohsamen): Natürliches Quellmittel bei Bedarf und auch auf Dauer einsetzbar. Es mag verwirrend sein, dass Flohsamen sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung wirksam ist. Die Wirkung erklärt sich durch die hohe Fähigkeit Wasser zu binden und die zahlreichen Schleimstoffe, die in Psyllium enthalten sind. Auf ausreichende Dosierung (9-18 g) ist zu achten. Häufigste Nebenwirkung: Blähungen. Falls in der Vorgeschichte eine Darmverengung bekannt ist, darf Flohsamen nicht eingenommen werden.  


Medikamente gegen Verstopfung

Laktulose, Laktitol und Macrogol werden häufiger eingesetzt. Die beiden ersten führen meist zu Blähungen. (Ernährungsumstellung wirkt meist sehr effektiv nach einer Weile der Kostgewöhnung).

Reizende Stoffe (Typ Rhizinus) sollten nicht eingesetzt werden.


Pflanzliche Medikamente

Verschiedene Pflanzenstoffe werden zur Behandlung eingesetzt.

Welche im Einzelfall wirksam sind, kann man schlecht vorhersagen:

• Pfefferminzöl (auch als Fertigarzneimittel z.B. Medacalm®)

• Kamille

• Kümmel

• Fenchel

• Anis

• Minze

• Melisse

• Asa foetida

• Angelika

• Ingwerwurzel (gegen Übelkeit) z.B. als Tee zubereitet.

• Bitterstoffe: Wir setzen gerne einen Tee ein ("Biovent"), der zwar sehr bitter schmeckt aber sehr gut tut.