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6 Auf die Schnelle

Gegen eine Tasse Kaffee ist auch zwischendurch nichts einzuwenden

Jede Verdauung ist eine geregelte Abfolge von sehr komplexen biochemischen Schritten. Sie beginnt bereits, wenn man sich hungrig an den Tisch setzt oder etwas Leckeres riecht. Dann entsteht eine bestimmte Folge von Sekretionen, die der Nahrung angepasst ist, die man gerade zu sich nimmt.

Der Verdauungsprozess braucht vor allem Zeit, um ungestört und vollständig ablaufen zu können. Die Verdauungszeit im Magen variiert zwischen zwei und neun Stunden, abhängig davon, was und wie viel man gegessen hat.

Wenn man vor Beendigung dieses Verdauungsprozesses etwas zu sich nimmt, so kann ein Teil der Nahrung nicht vollständig verdaut werden. Der Aufschluss der Nahrung ähnelt dem Kochen. Würde man beständig neue Nahrung in einen Kochtopf geben, dann wäre am Ende ein Teil der Lebensmittel völlig verkocht, während ein anderer Teil noch roh bliebe. Die unaufgeschlossenen Anteile gären und reizen dadurch die Schleimhäute.

Das bedeutet: Man sollte als Faustregel fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einhalten. Im Einzelfall kann dies etwas kürzer oder durchaus auch länger sein, entsprechend der Art der Nahrung, die man zu sich genommen hat. Ein Knäckebrot benötigt nur 1-2 Stunden, Aal dagegen acht Stunden und länger.

Der Ratschlag, drei Mahlzeiten einzuhalten, steht im Gegensatz zu der häufigen Empfehlung, möglichst viele kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Gerade bei Verdauungsstörungen erweisen sich Pausen nach meiner Erfahrung jedoch als sehr hilfreich.


Flaute zwischen den Mahlzeiten

Einige Menschen kommen mit diesem Rat jedoch nicht zurecht. Zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit wird ihnen flau zu Mute. Schwindel und Heißhunger setzen ein. Es handelt sich dabei um einen raschen Abfall des Blutzuckerspiegels, der für die Symptome verantwortlich ist. Es liegt nahe, diese mit etwas Süßem zu bekämpfen. Doch damit hilft man sich allenfalls kurzfristig.

Der Blutzuckerabfall beruht nämlich nicht auf einem Nahrungsmangel. Er ist Ausdruck einer Regulationsstörung, die vor allem Menschen betrifft, die viel Süßes zu sich nehmen. Dieses löst eine übermäßige Ausschüttung von Insulin aus. Dem Körper gelingt es nicht, rechtzeitig gegen zu steuern und der Blutzucker stürzt ab.

Isst man nun im Zwei-Stunden-Takt nimmt man zwar auf die Störung Rücksicht, gleichzeitig verfestigt sich die Störung. Sehr viel sinnvoller ist es, auf das kalorienreiche Süße zu verzichten und die Regulations des Körpers zu verbessern, indem man schrittweise die Pausen zwischen den Mahlzeiten verlängert.

Innerhalb von einigen Wochen ist man von den Schwächeattacken und von der Abhängigkeit der erzwungenen Zwischenmahlzeiten befreit.