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Reizdarm, Verstopfung, Durchfall, Sodbrennen...

Statistische gesehen ist ein gesunder Magen-Darm die Ausnahme

Bis zu 25% der Bevölkerung leidet an Reizdarm, 20% an Verstopfung, 40% zumindest gelegentlich unter Sodbrennen. Dazu kommen Entzündungen der Speiseröhre, Divertikel des Dickdarmes, Enddarmprobleme, Magen- und Darmgeschwüre, Tumore und vieles mehr. Wer, so fragt man sich, hat dann noch einen wirklich gesunden Verdauungstrakt?

In der Tat sind Beschwerden und Erkrankungen dieses Organs derzeit eher die Regel als die Ausnahme. Was hat das mit unserer Lebens- und Ernährungsweise zu tun?

Zweifellos haben sich die Ernährungsgewohnheiten in den reichen Ländern dieser Erde in den letzten hundert Jahren verändert. Doch hundert Jahre ist eine lange Zeit und vieles ist uns so selbstverständlich geworden, dass man kaum darüber nachdenkt.

Unser Körper ist jedoch älter. Er besteht in der jetzigen Form seit ungefähr drei Millionen Jahren. Sicherlich, wir haben heute weniger Haare als unsere Vorfahren, unser Kinn ist nicht mehr ganz so kräftig, aber bezüglich unserer inneren Organe ist praktisch Alles beim Alten geblieben.


Geschichte

Millionen von Jahren liegen zwischen der Ursprungsernährung des Menschen und diesem "Menü"

Die Form und Funktion des Körpers hat sich im Zusammenspiel mit der Umwelt entwickelt. Für den Verdauungstrakt bedeutet dies, dass er eine optimale Anpassungsleistung an die Nahrung darstellt, die wir im Laufe der historischen Entwicklung vorgefunden haben.


Ernährung früher...

Wie haben wir uns ernährt? – Äußerst bescheiden! 99% der Zeit, die Menschen die Erde bevölkern, betreffen die Jäger- und Sammlerepoche. Man darf sich von dieser Phase keine romantischen Vorstellungen machen. Morgens etwas Gazelle, mittags Fasan und abends einen deftigen Bärenschinken – weit gefehlt!

Die Jagdmethoden waren uneffektiv. In der längsten Zeitspanne nutzen die Menschen nur primitive Wurfgeräte. Steine, Holzstöcke und später Speere. Pfeil und Bogen ist eine relativ junge Waffentechnologie. Mit diesen Hilfsmitteln war wohlschmeckendes Wild nur schwer zu erjagen. Man musste daher oft tagelang kranke oder geschwächte Tiere verfolgen und scheute auch vor Aas nicht zurück. Wesentlich wichtiger als Fleisch war deswegen die pflanzlichen Nahrung, die wohl den größten Teil der täglichen Mahlzeiten bildete. Wurzeln, feinere Blätter, Obst, Pilze und Samen waren die wichtigsten Nahrungsmitteln. Daneben gab es auch „niederes Wild“ wie Schnecken, Würmer und Insekten. Genüsse, die wir heute nicht unbedingt auf den Speiseplan setzten würden.

Dazu muss man sich in Erinnerung rufen, dass fast alles roh zu sich genommen wurde. Erst mit der Kontrolle des Feuers war das Braten möglich und Kochen ist erst seit wenigen zehntausend Jahren üblich.

Man mag diese Art der Küche wenig attraktiv finden, doch eines ist sicher: Für diese Art der Nahrung ist unser Verdauungstrakt gebaut.

Fast die gesamte Zeit, die Menschen auf der Erde leben, war die Nahrung extrem schlicht. Und sie war sehr hart. Eine Herausforderung für Gebiss und Verdauung.

Zweifellos war das keine Feinschmecker Küche. Aber sie hatte auch ihre Vorteile: Die damaligen Bewohner der Erde aßen praktisch keinen Zucker, nur halb soviel Fett, fast zehnmal soviel Fasern, nur ein Zehntel des Kochsalzes, fünfmal soviel Vitamin C und dreimal soviel hoch ungesättigte Fettsäuren wie ein heutiger Bewohner der zivilisierten Welt. Cholesterinprobleme waren somit unbekannt.

Im Verlauf von einer relativ kurzen Zeitspanne hat sich die Ernährung drastisch geändert.

Ein erster großer Schritt begann mit dem Ackerbau und der Viehzucht vor etwa 10.000 Jahren. Doch wirklich revolutionär waren die Veränderungen in den letzten 100 Jahren, besonders seit dem 2. Weltkrieg.


...und heute

Menschen sind anpassungsfähig. Auch unser Verdauungstrakt kann sich auf unterschiedlichste Nahrungsmittel einstellen. Doch was ihm heute an Anpassungsfähigkeit abverlangt wird, übersteigt ganz offenkundig seine Möglichkeit. Zucker, Fett, Fleisch, Alkohol in bisher unbekannten Mengen führen zu einer Dauerbelastung und –reizung der Darmwände. Fehlende Bewegung, lang anhaltender seelischer Stress, Arbeitshetze usw. lassen den Körper an Grenzen der Belastbarkeit stoßen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hängt die Zunahme der chronisch funktionellen Erkrankungen mit diesen Belastungsfaktoren zusammen.

 

Manche dieser Faktoren lassen sich nur schwer oder gar nicht beeinflussen. Die Nahrung dagegen sehr wohl. Natürlich kann und soll niemand zu einer „Steinzeitdiät“ zurückkehren, obwohl dies theoretisch möglich wäre. Doch so weit muss man auch nicht gehen, um dem Darm gesunde Bedingungen zu schaffen. Im Grunde muss man nur einige wenige Prinzipien beachten, um die Grundbedürfnisse des Verdauungstraktes zu erfüllen und somit Krankheiten und Beschwerden effektiv vorzubeugen.