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Multimodale, gestufte Therapie

Einige der Elemente einer multimodularen Therapie, wie wir sie durchführen.

Die Therapie des Reizdarmes ist häufig ähnlich komplex wie die Vielzahl der Beschwerden. Reizdarm ist meist deutlich mehr als nur ein bisschen Rumpeln im Bauch!

Natürlich ist es nicht nötig, immer maximal zu therapieren. In leichteren Fällen reichen einfache diätetische Umstellungen und ein paar Tipps zur Lebensführung. Je nach Ausmaß der Beschwerden sind jedoch umfangreichere Maßnahmen notwendig.

 Dabei hat sich sehr bewährt, die Beschwerden von mehreren Seiten anzugehen und dies gleichzeitig zu tun.

Wir führen bei Patienten mit ausgeprägten Reizdarmbeschwerden solche Therapieprogramme durch (sog. multimodulare Therapie). Letztlich zielen diese auf die Anhebung der Reizschwelle des Darmes. 

Je nach Einzelfall bestehen sie aus unterschiedlichen Elementen:

• Eine Basismaßnahme ist die Ernährungsumstellung. Sie hat sich wie kaum ein anderes Selbsthilfeprogramm bei diesen Beschwerden bewährt.

• Die Wiederherstellung des erholsamen Schlafes ist gleichfalls zentral, da er in aller Regel deutlich gestört ist.

• Die medikamentöse Therapie hat ihren Stellenwert, sollte jedoch nicht überschätzt werden.

Psychotherapeutische Verfahren und Entspannungsverfahren sind gleichfalls hilfreich, sofern sie nicht als alleinige Therapie eingesetzt werden.

• Massagen, z.B. Colonmassage, sind außerordentlich angenehm, um die Überempfindlichkeit der Bauchregion zu reduzieren.  

• Häufig sind neben den Beschwerden und Schmerzen im Bauchraum auch Schmerzen in Muskeln und Gelenken vorhanden. Diese behandeln wir gleichermaßen mit. Dabei können auch vitalisierende Therapien wie Kälte- und Wärmeanwendungen günstig sein. Diese "Abhärtungsmaßnahme" führt ebenfalls zu einer Anhebung der Reizschwelle. 

• Akupunktur ist ein gutes Verfahren, um Spannung und Schmerzen zu reduzieren, wie auch zahlreiche Untersuchungen zu dieser Thematik zeigen. 

• Die gesenkte Reizschwelle muss bei diesem Krankheitsbild wieder angehoben werden. Dazu dienen u.a. auch Bewegungsübungen, Muskelaufbau und Übungen zu Steigerung der Beweglichkeit sowie ein Training des Beckenbodens mit dem Galileo-System.

• Sofern vorhanden sollten auch die weiteren Beschwerden ernstgenommen werden: Regelbeschwerden, Ödeme, Migräne, Spannungskopfschmerzen, Reizblase usw.

Viele dieser Maßnahmen werden auch bei anderen funktionellen Krankheitsbildern eingesetzt, da sie in ihrer Wirkung unspezifisch sind. Letztlich ist auch hier das Ziel, eine abgesenkte Reizschwelle wieder anzuheben. Hier bitte ich, vor allem auf die Seiten zur Fibromyalgie und zum CFS-Syndrom zu blicken.

Einige der spezifischeren Therapiebausteine werden hier beschrieben. Insbesondere die Ernährung, die Medikamente und die psychotherapeutischen Verfahren.


Aufklärung - gegen Mythen

Bei der funktionellen MRT Untersuchung ist die gesenkte Reizschwelle im Darm nachweisbar.

• Wichtig ist, dass ein RDS keine irgendwie „eingebildete“ Erkrankung ist. Ähnlich wie bei anderen funktionellen Störungen, wird den Betroffenen häufig mitgeteilt, sie hätten "Nichts"! Kaum etwas belastet so, wie diese Aussage. Die Patienten sind dann nicht nur von den Beschwerden geplagt, sie müssen auch damit leben, sie würden sich die Beschwerden "einbilden". 

Natürlich ist das Unsinn. Beschwerden, die vorhanden sind, sind vorhanden, auch wenn diese nicht beim Röntgen oder bei der oloskopie zu sehen sind. Natürlich kann man lügen und behaupten, nicht vorhandene Schmerzen seien quälend schlimm. Aber das ist etwas völlig anderes. 

Wie bei allen funktionellen Erkrankungen sind relativ einfache technische Untersuchungen wie Röntgen, Magen- oder Darmspiegelungen bzw. das Labor unauffällig.  Untersucht man jedoch mit modernen und feineren Methoden, z.B. mit funktioneller Kernspintomographie des Gehirns, so finden sehr wohl Veränderungen. Mit solchen Methoden kann man sehr genau darstellen, dass das Gehirn bereits auf kleine Schmerzreize im Darm heftig reagiert. 

• Wie bereits erwähnt hat die Erkrankung insofern eine gute Prognose, dass sie nicht schlechter wird und nur sehr selten weitere Krankheiten nach sich zieht.


Psychotherapie?

• Seelische Belastungen machen die Beschwerden oft schlechter. Aber das bedeutet nicht, dass RDS ausschließlich seelisch bedingt ist.

• Entspannungsmaßnahmen können hilfreich sein, sind jedoch meist nur ein Baustein der Therapie.

• Psychotherapie allein führt selten zum Erfolg. Allerdings können ergänzende Gespräche einen sehr sinnvollen Ansatz darstellen, vor allem, wenn sie gemeinsam mit anderen Maßnahmen durchgeführt werden. Besonders gilt dies, wenn Sie bestimmte Zusammenhänge zwischen äußeren Belastungen und Ihren Beschwerden erkennen können.

Es gibt nicht ein spezielles psychotherapeutisches Verfahren gegen RDS. Die Wahl eines Psychotherapeuten ist eine hochpersönliche Entscheidung. Zögern Sie nicht Vorgespräche mit mehreren Seelenfachleuten zu führen, bis Sie das Gefühl haben, hier fühlen Sie sich gut aufgehoben.


Ernährung

• Die Ernährung kann einen sehr großen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Ich halte sie für die wichtigste Maßnahme, die sich äußerst segensreich auswirkt, wenn sie konsequent durchgeführt wird. Sie wird hier auf diesen Seiten sehr ausführlich dargestellt und spielt in meiner täglichen Praxis eine sehr große Rolle.

 


Medikamente

Obwohl es nahe liegen würde: Medikamente sind wenig erfolgreich. Es gibt nur wenige Präparate und die haben eine begrenzte Wirksamkeit.