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Diagnose

Wie bei funktionellen Krankheiten üblich, sind alle "objektiven" Untersuchungen, z.B. Labor, ohne Befund, d.h. normal

Grundsätzlich sollte nicht überdiagnostiziert werden! Ist die Diagnose einmal geklärt, sollten keine unnötigen weiteren und wiederholten Untersuchungen stattfinden, es sei denn, die Beschwerden ändern sich erheblich. Insbesondere ist es nicht sinnvoll, immer wieder eine Magen- oder Darmspiegelung durchführen zu lassen. 

Wichtig ist vor allem das Beschwerdebild (siehe Definition). Dieses klärt sich zum Beispiel in einem ärztlichen Gespräch.

Häufige Beschwerden sind:

• Wechselnde Schmerzen im Bauchraum

• Durchfall

• Verstopfung

• Durchfall/Verstopfung im Wechsel

• Breiige Stühle meist morgens oder unmittelbar nach einer Mahlzeit

• Stuhlgang, den man kaum noch zurückhalten kann

• Blähungen, Frauen klagen meist über ein Anschwellen des Leibes gegen Abend („5. Monat schwanger“)


Labordiagnose

Beim RDS gibt es keine Laborauffälligkeiten. Die Labordiagnostik dient lediglich dem Ausschluss anderer Erkrankungen (z.B. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Gallenerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen usw.)


Dickdarmspiegelung - Koloskopie

Die Koloskopie (Dickdarmspiegelung) zeigt am deutlichsten, ob eine andersartige Erkrankung des Darmes vorliegt. Wichtig ist sie, wenn in der Familie ein Fall von Dickdarmkrebs aufgetreten ist.

Ob im Einzelfall eine Koloskopie angebracht ist, müssen Sie mit Ihrem Arzt klären. Manchmal führt man sie auch durch, um einmal genau zu wissen, dass wirklich nichts Bösartiges hinter den Beschwerden steht.

Viele Menschen haben Angst vor einer Koloskopie. Wenn Sie von einem geübten Arzt durchgeführt wird, dann ist sie jedoch keine belastende Untersuchung.


Milchzucker-Unverträglichkeit

Kann die Ursache des Reizdarms sein!

Viele Menschen vertragen keinen Milchzucker (med.: Laktose). Um Milchzucker aufzunehmen, der in der Milch und in vielen Fertigprodukten enthalten ist, benötigen wir das Enzym Laktase, das sich in der Darmschleimhaut befindet. 

Etwa 10% (nach anderen Schätzungen bis zu 25%)  der Menschen Nordeuropas fehlt dieses völlig bzw. sie verfügen nicht über ausreichende Enzymmengen. Dann verbleibt der Milchzucker im Darm und löst dort ein erhebliches Bakterienwachstum aus. Die Folge: Blähungen, Anschwellen des Leibes, Schmerzen und Durchfall.

Die Mehrzahl der Menschen dieser Welt hat keine Laktase und verträgt daher auch keine Milchprodukte, die Laktose enthalten. 60% der Asiaten, 90% aller Chinesen und die meisten Afrikaner sowie die Mehrzahl der Mittelmeerbewohner gehören dazu. 

Dementsprechend trinkt man in den asiatischen Ländern und in Afrika auch keine Milch. Bei gesäuerten Milchprodukten wie Sauermilch, Joghurt oder Lassie haben Bakterien bereits den Milchzucker abgebaut, sodass sie auch von Menschen ohne Laktase vertragen werden.

Kleine Mengen an Milch (einen Schuss in den Kaffee) verursachen jedoch meist keine Beschwerden. Außerdem spielt die Passage-Geschwindigkeit des (Dünn-)Darmes eine wesentliche Rolle. 

Ob eine Laktose-Unverträglichkeit vorliegt, lässt sich mit Hilfe eines Atemtests oder Bluttests sicher feststellen. 


Fruchtzucker-Unverträglichkeit

Vorsicht: Fruktose!

Ebenfalls häufig ist das Unvermögen, Fruchtzucker (med. Fruktose) regelrecht im Dünndarm aufzunehmen. Etwa jeder Dritte (!) soll in Mitteleuropa betroffen sein. 

Auch bei dieser Unverträglichkeit kommt es zu Blähungen, Durchfall oder Unwohlsein nach der Nahrungsaufnahme von Lebensmitteln, die reich an Fruktose sind. Wie zu vermuten, sind das vor allem Obst, Obstgetränke, Honig, Früchtetees usw. Wie bei der Laktose-Unverträglichkeit ist auch hier die Passage-Geschwindigkeit des (Dünn-)Darmes wesentlich. 

In Getreideprodukten, Milchprodukten, Fleisch, aber auch in zahlreichen Gemüsen ist der Anteil der Fruktose deutlich geringer. 

Nebenbei: Auch durch künstliche Süßstoffe wie Sorbit, Mannit oder Xylit wird eine Fruktose-Unverträglichkeit verstärkt, da diese die Aufnahme der Fruktose behindern.

(Nicht zu verwechseln sind diese letztlich eher harmlosen Beschwerden mit der Fruktose-Intoleranz, die sehr viel seltener ist. Hier kann die Fruktose nicht abgebaut werden.) 

Ob eine Fruktose-Unverträglichkeit vorliegt, lässt sich mit Hilfe eines Atemtests oder Bluttests sicher feststellen. 

 


Vorsicht: Fehlalarm beim Fruktose-Test

Nicht jede im Atemtest diagnostizierte Fruktose-Unverträglichkeit spielt tatsächlich im Alltag eine Rolle. Die Aufnahme der Fruktose hängt vom Verhältnis Glukose (Traubenzucker) zu Fruktose ab. Je mehr Traubenzucker in den Nahrungsmitteln, desto leichter wird die Fruktose resorbiert. Da unter realen Bedingungen nur selten reine Fruktose aufgenommen wird, vertragen daher viele Menschen Obst ausgezeichnet, selbst wenn eine Fruktose-Unverträglichkeit im Atemtest diagnostiziert wurde. 

Für viele andere Betroffene gibt es eine einfach Therapie:  Etwas Traubenzucker (zur Not Haushaltszucker) über das Obst, schon wird es besser vertragen.  


Histamin-Unverträglichkeit Histaminose

Vorsicht: Histamin

Etwa 1% der Bevölkerung, meist Frauen im mittleren Alter, leiden unter einer Unverträglichkeit gegenüber Histamin. Dieser Stoff, der bei der Allergie eine wichtige Rolle als Botenstoff spielt, wird auch mit Nahrungsmitteln aufgenommen. Für die Mehrzahl der Menschen ist der Stoff unproblematisch, da er durch ein Enzym (Diaminoxydase - DAO) rasch abgebaut wird. 

Ist jedoch zu wenig DAO vorhanden und wird zu viel Histamin mit der Nahrung aufgenommen, kann es zu Beschwerden kommen. Typischerweise klagen die Betroffenen über Reizdarm-ähnliche Beschwerden, Kopfschmerzen, Migräne oder über Symptome, die an eine Allergie denken lassen. 

Nahrungsmittel mit viel Histamin sind z.B. Rotwein, bestimmte Wurstsorten (Salami, Schinken, Räucherwaren), Fischkonserven, Meeresfrüchte, reifer Käse, Bier, Sauerkraut und eingelegtes Gemüse. 

Dieses Histamin ist nicht ganz unerwünscht, es ruft z.B. bei der Salami den typischen stechenden Geschmack auf der Zunge hervor. 

Die Therapie der Wahl ist natürlich die Vermeidung und - falls es sich nicht vermeiden lässt - Medikamente gegen Allergien (was oft nicht ausreichend funktioniert). 



 


Röntgen

Röntgenuntersuchungen gehören nicht zur Diagnostik des Reizdarms. In seltenen Fällen kann eine spezielle Darstellung des Dünndarms (Dünndarmpassage nach Sellink) sinnvoll sein. Dies ist jedoch eine relativ aufwändige Untersuchung.