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Sympathikus und Parasympathikus

In der Blasenwand liegen Druckrezeptoren. Sie überwachen ihren Füllungszustand. Übersteigt der Druck einen gewissen Schwellenwert, dann gibt das vegetative Nervensystem einen Befehl an die Blasenmuskulatur. Die Blase zieht sich zusammen, Harndrang ist die Folge.

Die Blasenmotorik entzieht sich weitgehend unserer bewussten Steuerung. Sie wird vom vegetativen Nervensystem kontrolliert. Dabei sorgt der Parasympathikus für eine Anspannung der Blasenmuskulatur und damit für eine Druckerhöhung, während gleichzeitig der Schließmuskel entspannt wird. Es kommt zur Entleerung. Der Sympathikus hat eine gegenteilige Wirkung. Er sorgt für eine vermehrte Aktivität des Schließmuskels und eine Entspannung der Blasenmuskeln, sodass die Blase erschlafft und den Urin sammeln kann.

Diese Aufteilung ist leicht nachvollziehbar. Bei intensiven Außenaktivitäten (Flucht und Kampf) ist der Sympathikus aktiv. Er sorgt dafür, dass die Blase ruhig gestellt ist und uns nicht durch ein dringendes Bedürfnis in der Aktivität behindert. Erst in der Entspannungsphase (Parasympathikus) darf die Natur zu ihrem Recht kommen. 


Fehlsteuerung

Der Kern der Reizblasensymptomatik lässt sich vor allem auf folgende Veränderungen zurückführen: 

  • Eine erhöhte Sensibilität der Sensoren in der Blase. Bereits bei geringer Füllung kommt es zu vermehrter Aktivität dieser sensiblen Nerven.
  • Die Dauerimpulse erreichen im Rückenmark das Zentralnervensystem und führen dort gleichfalls zu einer Übererregbarkeit.
  • In der Folge kommt es zu Fehlsteuerungen der Nervenbahnen vom Rückenmark zur Blase. Auch das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus gerät aus den Fugen. Harndrang wird nun auch in Situationen ausgelöst, in denen dies der Sympathikus eigentlich verhindern sollte, z.B. bei Stress.
  • Viele Betroffene trinken immer weniger, um den unangenehmen Drang zu vermindern. Das hilft jedoch nur kurzfristig. Die Blase erreicht kaum noch eine normale Füllung und wird so weiter überempfindlich.
  • Auf die Dauer verringert sich das Fassungsvermögen des Hohlorgans, da sich die Muskeln in der Blase verkürzen. So kommt es am Ende zu einem verminderten Fassungsvermögen und damit auch einem früher einsetzenden Harndrang – ein Teufelskreis.