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Andrea ist eine 34jährige Lehrerin. In den vergangenen Jahren litt sie immer häufiger unter Blaseninfektionen. Über lange Zeit ging sie fast jeden Monat wegen Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen einmal zum Arzt. Dort immer die gleiche Routine. Bei Untersuchung fanden sich Bakterien im Urin, der Arzt verschrieb Antibiotika, nach ein paar Tagen wurde es dann wieder besser.
Doch im Laufe der Zeit wandelten sich die Symptome. Hatte sie sonst zwischen den Infektionen mit der Blase Ruhe, meldete sich das Organ nun auch in den „guten“ Zeiten. Sie hatte unentwegt das Gefühl, die Blase sei nicht in Ordnung. Zwar kein Brennen wie sonst, aber ein Druckgefühl und vor allem musste sie beständig springen. Bereits minimale Mengen Urin in der Blase verursachten ein Spannungsgefühl als wäre die Blase kurz vor dem Platzen. Es war ein Drang, der kaum auszuhalten war.
Ging sie nun zum Arzt, konnte der im Urin keine Auffälligkeiten finden. „Der Urin ist völlig sauber“, meinte auch der Urologe. Auch Ultraschall und Blasenspiegelung zeigten nur Normalbefunde.
„Körperliche sind sie gesund. Sie leiden unter einer Reizblase“, meinte der Spezialist am Ende der Diagnostik. „Die Therapie ist aber oft schwierig“. So erleichtert sie war, an nichts Ernsthaftem zu leiden, so problematisch war die Therapie.
Die Beschwerden wurden nämlich nicht besser. Im Gegenteil musste sie immer häufiger zur Toilette. Eine Schulstunde durchzuhalten war ihr ein Qual. Obwohl sie bis zum Verlassen des Hauses alle viertel Stunde Wasser gelassen hatte war sie ständig in der Sorge, sie könne den Weg bis zur nächsten Toilette nicht schaffen. Daher reihten sich in ihrem Inneren die öffentlich zugängigen Toiletten auf dem Weg von zuhause zur Arbeit wie eine Reihe von Stützpunkten auf.
Theater, Kino oder längere Veranstaltungen zu besuchen war gleichfalls kaum möglich. Wenn überhaupt setzte sie sich an den Rand, um schnell austreten zu können. Erreichte sie das rettende WC, dann entleerten sich nur eine minimale Menge Flüssigkeit.