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Hintergründe/Ursachen

Erst der wirkungsvolle Schutzreflex des Kehlkopfes ermöglicht das gefahrlose Schwimmen und Tauchen

Der Kehlkopf hat vielfältige Aufgaben. Neben dem Sprechen und Singen hat er eine wichtige Schutzfunktion für die Atemwege. Er muss sich rechtzeitig schließen, um die empfindlichen Bronchien und Lungen vor Flüssigkeit, Nahrung oder gefährlichen Gasen zu schützen. Auch beim Sodbrennen (Reflux) verhindert dieser Schutzreflex das Eindringen der Magensäure in die Atemwege.

 

Der vollständige Schutzreflex wird als „Laryngospasmus“ bezeichnet. Er verschließt die Atemwege vollständig. Nichts geht hinein, nichts heraus. Sinnvollerweise dauert er aber nur wenige Sekunden an, dann löst sich der Krampf automatisch und die Luft strömt wieder frei. Eine lebensrettende Einrichtung des Körpers!

 

VCD unterscheidet sich vom „Laryngospasmus“ vor allem durch die Dauer und die Vollständigkeit des Verschlusses. VCD dauert länger (zwischen 30 Sekunden bis wenigen Minuten) und gleichzeitig strömt noch eine geringe Menge Luft durch den Kehlkopf, da dieser nicht vollständig verschlossen ist.

 

Während sich die Stimmritzen beim Einatmen normalerweise weit öffnen, damit die Luft frei in die Lungen strömen kann, verschließen sie sich bei VCD fast vollständig, es bleibt nur ein kleiner rautenförmiger Spalt offen. Wegen dieses Fehlverhaltens wird auch von einem „paradoxen“ Verhalten der Stimmlippen gesprochen. Eigentlich sollten sie sich ja beim Einatmen öffnen.

 

VCD kann als eine gesteigerte Reagibilität des Kehlkopfes verstanden werden. Der Kehlkopf tut das Richtige (das Bronchialsystem schützen), aber leider zur falschen Zeit bzw. zu stark, zu früh oder auf die falschen Auslöser hin. 


Überschneidung: Asthma bronchiale

Zwischen Asthma und VCD bestehen Unterschiede.  Vor allem:  VCD setzt innerhalb von Sekunden ein, die Einatmung (nicht Ausatmung) ist behindert und zum Glück sind die Anfälle kürzer (Sekunden bis wenige Minuten) und Asthmamittel sind wirkungslos.

Gemeinsam ist die Auslösung durch Reizstoffe, Stress und körperliche Belastungen.

Trotzdem besteht manchmal ein Asthma bronchiale und ein VCD gleichzeitig. Dann müssen selbstverständlich beide Erkrankungen behandelt werden. Siehe Video.

Auch eine Refluxerkrankungen (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre und sog. Kehlkopf) kann sowohl Asthma als auch VCD auslösen. 


Überschneidung: Geruchsempfindlichkeit

VCD wird häufig von starken, z.B. stechenden Gerüchen, aber auch Parfüm ausgelöst. Inhalationen mit stark riechenden Stoffen (z.B. ätherischen Ölen) sind daher sehr ungünstig.

Wir finden daher auch gelegentlich Überschneidungen zur Geruchsempfindlichkeit oder MCS. Näheres auf diesen Seiten und auch in dem folgenden Video.


Überschneidung: chronische Hyperventilation

In den letzten Jahren fanden wir häufig Überschneidungen zur chronischen Hyperventilation. Diese begünstigt die Krampfneigung von glatter und quergestreifter Muskulatur und kann möglicherweise als eine der Risikofaktoren für VCD angesehen werden.

Diese Erkenntnis ist vor allem für die Therapie und Vorbeugung von Anfällen von hoher Bedeutung.